Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 31.1913

Seite: 82
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Name wahrscheinlich dem sagenhaften
König Arthur entlehnt wurde, der um
500 die Angelsachsen in der großen Schlacht
am mons Bordonis geschlagen haben
soll.

N'och einige hieher gehörige interessante
Einzelheiten.

In dem ans Anlaß des vorjährigen Ma-
növers öfters genannten Oschatz war an drei
Orten das Bild des hl. Christophorns ange-
bracht : am Eckhanse des Neumarktes, das
jetzt noch den Rainen großer Christoph
fuhrt, am Nathanse und an der Kloster-
kirche. Das Niesenmaß, durch das der
Christusträger den stäötischen Gerichts-
wahrzeicheu glich, hat gewiß Veranlassung
gegeben, sein Abbild, ohne inneren Grund,
hie und da auch einmal Noland §u nennen.

Ter Eindruck des Niesenhasten hat auch
sonst bei Bergen, Türmen, (Klocken nsw.
zu einer Gleichstellung mit Noland geführt,
!o daß sogar von einem Noland zu Nho-
dns, und einem Noland zu Babel die Rede
gewesen ist.

Die gewaltige im Jahre 1314 gegos-
sene Glocke auf dem Bergfried zu Gent
soll nach einer überlieferten Inschrift ent-
weder dem Heiligen zu Ehren, oder wegen
ihrer Niesengröße ans den Namen Noland
getauft sein. Ein Nolandsbild trägt die
Alexanderglocke der Stiftskirche zu Wil-
deshansen 1148. Der hl. Alexander ist
mit den Kennzeichen des Bremer Nolands,
mit Schild, Mantel, Dnpfing und unbe-
deckten Hauptes dargestellt, nur das Schwert
hält der Heilige anders, nach unten gekehrt.

Der Noland von Erfurt, der als Römer
159 l errichtet wurde und in seiner Aus-
rüstung besonders wegen der Fahne an
Mauritius erinnert, ist irrtümlich als Nach-
folger des hl. Martin arrfgefaßt, welcher
1118 ait der Nathaustür angebracht war.

Mauritius, Christophorns, Martin, Se-
bastian, Georg, Alexander, Wenzel und
vielleicht auch Johann von Nepomuk tausch-
ten friedlich und freundlich mit Nolaud rvie
mit einem Heiligen gleichen Ansehens Rolle
und Platz in der Vorstellung der Menschen.

Die deutschen Kaiser bewahrten unter
den Neichskleinodieu neben einem Splitter
vom hl. Kreuze und drei Dornen aus der
Dornenkrone des Heilandes als Heiltum
das vom Himmel gesandte Schwert, mit
welchem Sankt Nolandus gegen die Hei-

denschast zu Nonceval im Tal gejochten.
(Nach Karl Höde).

Das angebliche Hifthorn Karls des
Großen in Aachen trägt die Inschrift-
Dein eyn = diene Einer (Maria).

Sin unbekanntes Shristnsbild.

(Dtit Abbildung).

Von H. v. O st h o f f.

Vor einiger Zeit wurde ein in Fa-
milienbesitz befindliches, alles Gemälde
entdeckt, ans dessen tiefdnnklem und in-
folge unzweckmäßiger Behandlung bei
einem früheren Versuche der Reinigung
verdorbenen Grunde Gesichtszüge und
Spuren einer Schrift sichtbar waren. Die
nähere Untersuchung ergab, daß es sich
um ein alles, wertwolles „Christnsbild"
handelte, während die ans dem Bilde be-
findliche Schrift nicht leserlich war. Das
Bild ist 51 cm hoch und 12 cm breit.

Nach meinem Vorschläge rvnrde das
Gemälde sehr bald von sachkundiger Hand
einer ditrchgreifenden Renovation unter-
zogen, die vorzüglich gelang. Und nun
tritt uns in klaren Farben und in alter
Schönheit ein mittelalterliches Kunstwerk
von hohem Werte vor die Augen (stehe
Abbildung). Die Unterschrift des Bildes
lautet: „Imago Salvatoris nostri Jesu
Christi ad imitationem eius quam
rnisit Abagaro quae Romae habetur
in monasterio S. Silvestri." Leider
ist sonst kein Zeichen oder dergleichen aus
dem Bilde zu bemerken, ans dem der
Künstler, der es geschaffeil hat, erkannt
werden könnte.

Die Entstehung unseres Bildes ist nach
Formenbildung und Technik, besonders in
seiner ausdrucksvollen Charakteristik etwa
in die Mitte des 16. Jahrhunderts zu
setzen. Die ganze Anssassung erinnert
sehr lebhaft an die Türerzeit.

Diese Umstände erweckeil das fünft-
geschichtliche Interesse in hohem Maße ititb
berechtigen sicherlich, das Brlortis und
dessen Herkunft einer allgemeinen öffent-
lichen Besprechung zu unterziehen rlud es
in weiteren Kreisen bekannt zu machen.

Wenn unser Bild auch nur eine Kopie
des „Bildnisses unseres Erlösers Jesu
Christi, das dieser an Abagar gesandt
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