Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 32.1914

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spricht und diese be-
deutend heraushebt.

Arkaden-und Fenstei-
umrahmuugeu sind
ganz in mtlDem
grauen Steiutou mit
Quadrierung nndFn-
genlinien gehalten, in
den Gewölbezwickelu
die alten Ornamente
erneuert, oder neue,
ihnen entsprechende,
angebracht, die
Schlußsteine mit
Wappen und die in-
teressanten Gewölbe-
konsolen in Gold und
Farben gefaßt. Der
Durchblick von der
Empore durch die Ge-
wölbefluchten ist ganz
eigenartig und gibt
uns eine Ahnung,
wie anno 1500 etwa
die Kirche ausgesehen
hat. Nur wenn wir
den Blick etwas sen-
ken, stören uns die
Paradereihen von
Heiligenstatuen aus
neuerer Zeit. Doch
wurden auch sie, so-
viel wie niöglich, in
der Fassung denl alten
Charakter angepaßt.

Der Chor hat eine etivas reichere Orna-
uieutiC und auf dem weißen Grund erschei-
nen goldene (Sterne. Das Ganze ist ins-
gesamt licht und warm gehalten. Es ist
keine Nachtkirche, die erst im Scheine elek-
trischer Beleuchtung ihre Schönheiten ent-
hüllt, sondern eine einfach klare Tages-
kirche.

Ohne Ueberhebntig und ohne dem
Meister irgendwie schmeicheln oder schön-
tun zu wolle», dürfen wir aber die weitere
Ausstattung der Kirche als die Krone der
ganzen Ernenernrig bezeichnen. Theodor
Schnell hat in den drei Altären etwas
geschaffen, das weil über alles Gewöhn-
liche, Gewohnte rind Breitgeschlagene
hinausragt und auch den verwöhntestetl
Geschmack befriedigt. Aus bem auf- und
zusammengetürmten allen Hochaltar hat er

zwei Altäre geschaffen mib einen dritten
ganz neu daznkornponiert, daß ein unver-
gleichlich anmutiges nnb duftiges Ensemble
entstanden ist.

Der Hochaltar erhielt zunächst einen
richtigen Tabernakel mit offenem thronus,
darüber, herauswachsend ans der ttrrorrus-
Bektönung, eine Kreuzigruigsgruppe, und
über ihr im Strahlenkranz und von kreis-
runder, eigenartiger, Engel- und Blumen-
durchwundener Mandorla umgeben, eine
Herz-Jesu-Statne. Im Schrein und ans
den geöffneten Flügeln sind die Heiligen
des alten Altars und eine einzige neue
(St. Franziskus). Die Bekrönung ist non
zierlich durchbrochenem Maßwerk, da-
zwischen erheben sich aus Blnntenstengelit
vier Etigelsbrnstbilder, die mit ihren kreis-
rund gebildeten Flügeln tvie Scheiben
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