Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 32.1914

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dieser Hinsicht Vorsorge treffen. Ich
möchte aber gleichwohl den Vorgang in
Aalen nicht als Vorbild empfehlen.
Wenn derartige Einrichtungen bei anderen
zukünftigen Kirchenbauten sich als not-
wendig erweisen sollten, so möchte — der
Dezenz wegen — doch zu raten sein, ge-
trennt von der Kirche und etwas entfernt
von ihr, einen eigenen Abortbau — etwa
durch Gebüsch den Blicken entzogen, zu
erstellen. Es wäre auch ins Auge zu
fassen, die städtischen Verwaltungen zu
ersuchen, etwa in nicht zu großer Ent- !

außerhalb derselben im vollen Licht blei-
ben muß.

Der Aufbau des neuen Aalener Gottes-
hauses wirkt außen und innen imponie-
rend : fast so, daß er mehr verspricht, als
die zur Verfügung stehenden beschränkten
Mittel erfüllen konnten. Jedenfalls ist
mit den verhältnismäßig bescheidenen Mit-
teln das Mögliche geleistet, nitb man
möchte nur wünschen, daß eine reichere
Ausführung im einzelnen sich pekuniär
hätte ermöglichen lassen.

Die Fassade des Hanpteingangs ist ge-

S a l v nt o rk ir ch e in Aalen. Inneres vom Chor aus gesehen.

fernnng von der Kirche für Errichtung
derartiger Lokalitäten bedacht zu sein.

Liliks am Eingang und vorne liliks
vom Chor sind zwei kleine Kapellchell
ausgespart, denen vorne rechts eine kleine,
fast kümmerliche Nische (vorzuziehen wäre
eine eigentliche Taufkapelle gewesen!) ent- !
spricht. Es war offenbar die Absicht, ein i
paar lauschige, still', heimelige Gebets-
plätzcheu gn schaffen. Allein die beiden
Kapellchen sind doch etwas zu winklig, klein
und dutikel, uin diesen Zweck vollkommen
zu erfüllen, zumal da der Beter ja

, bildet durch eine Vorhalle, die durch sechs
j klassisch schöne jonische Säulen hergestellt
j ist; darüber ein geradliniger Architrav,
! Gesims nnb geschweifter, vorn Kreuz be-
j krönter Ziergiebel mit dem Monogramm
Christi lind der Inschrift: „bdaurietis
aquas in gaudio de foiitibus Salva-
toris“ (Js. 12, 3). — Es wäre unseres
Erachtens noch wirksamer gewesen, wenn
hier ein „Salvator mundi“ als monu-
mentales Mosaikbild hätte angebracht
werden können, was freilich die Mittel
nicht erlaubten.
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