Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 32.1914

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1 cm
facsimile
Hi -

atu und achlzigiüen nutzerer Reiche des Römischen
im drep und zwaintzigisten, des Hungarischcn im
sechs und zwaintzigisten und der Boheimbiichen
in fünf und zwaintzigisten Jahre.

Am untersten einwärts geschlagenen Rand
steht in kleiner Kursivschrift: Wappenbries für
Aman, Gericht, Vnnd ganze Gemaindt des Fleck-
hen AlSaimb in Schwab(en).

Diesen mit wenigen Ausnahmen for-
melhafteil Text der Urkunde unlrahmt eilt
eigenartiger Schmuck, wie dieser selbst das
schönste Mitteldild umschließt. Wir be-
schreiben kurz die Hauplstücke der hand-
schriftlichen A u s st a t t n n g. Ans allen
vier Seiten ist die llrkilnde von einem
farbig ausgesührlen Arabeskenrand ein-
gefaßt, oben 5 bis

6 cm breit, links

7 cm, rechts 6 cm,
nuten eingeschlagen
11 cm breit: sti-
lisierte Blnmeu zwi-
schen reichen Blatt-
ornamenten in Rot,

Gelb, Grün, Blau,
durchzogen am obe-
reil Rand von zahl-
loseil Schilirkeln
nm die sechs Ini-
tialen der obersten
Zeile. Die Buch-
slaben der zivei er-
sten Zeilen sind
mit Golvrand ver-
sehen. Reiches Ran-
kenwerk ist ain un-
teren Rand ange-
bracht , dasselbe
Muster aber mit

einer blumengefüllten Vase in der Mitte.
Die Farben (jedenfalls Wasserfarben) sind
satt, nur wenig verblichen; Mennig
wiegt vor. Das Glanzstück ist in der
Milte, rings umgeben vom Urkunden-
text, ausgespart: das Wappen viereckig
in schmalenl Goldrand, 13 cm breit,
14 cm hoch. Auf rotem Hintergrund,
einem außen rot, innen weiß gefärbten,
überscblagenen, reich gefalteten Teppich,
dem Wappenmantel, außen Purpur, innen
Hermelin, mit Quasten geknüpft, schweben
in den beiden oberen Ecken zwei Engel-
chen. Darunter wölbt sich eine breite
Kreislinie mit der Umschrift in Renaissance-
majuskeln in Gold: Althaimb anl Piber-

Mii

telstück b e
Wappen

pack), und an den beiden lliltersten Zipfeln
je getrennt links und rechts: 16 — 81.
Innerhalb dieses Kreises ragen links imb
rechts auf blnmengeschmückten Konsolen
zwei menschliche Halbfiguren auf, ein-
ander gegenübergestellt, mit Gesicht nach
außen, Telamone, mit Blumengewinden
aus dem Kopf, in der Mitte zwischen
beiden ein Engelsköpfchen zwischen Ranken-
werk. Diese reiche Ornamentik umschließt
den oblongen runden Wappenschild, dessen
drei Felder quer abgeteilt, hellrot, dunkel-
rot und grün grundiert sind, ebenfalls mit
Ornamenten durchzogen. Im grünen un-
tersten Feld anl Gestade des Baches steht
der Biber aufrecht,
schwarz mit weißeni
Unterleib, das Ge-
sicht rückwärts ge-
wendet, in den vor-
deren Füßen roten
Schild mit Krone
darüber haltend.
Den Ovalschild hal-
ten unten drei
Engelchen, köstliche
Vollfiguren, unbe-
kleidet, auf den
Schultern mit auf-
gehobenen Armen.
Die beiden un-
teren Ecken sind
grün grundiert und
ornamentiert.

Das ganze Wap-
penbild ist ein
Prachtstück der He-
raldik. Licht und
Schatten hat der Künstler mit so einfachen
Mitteln anzubringen und §u verteilen ver-
standen. Mil oreisachem Seidenschnnrstrang
ist dasgroße kaiserliche Jnsiegel an die Per-
gamentnrknnde angehängt, zwei gelbe und
ein fast ganz verschwundener schwarzer
Strang. Das Siegel ist iit rotes
Wachs gepreßt, hat 12 cm Durchmesser;
eingelassen ist es in ein ursprünglich ans
Leinwand aufgezogenes, gelbes Wachs-
teller von 17 cm Durchmesser, in dessen
Vertiefung das Siegel sorgfältig ange-
bracht ist.

Das kaiserliche S i e g e l enthält vier Wappen
in symmeirischer Anordnung, umschlossen von
einem Kreis mit der Inschrift in Majuskeln:

s A l t h e i m e r
bri efs.
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