Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 33.1915

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Kunftoerein und Archiv wieder ins Leben zu rufen. Möge anno (9(5
uns das zur Lehre dienen.

Die freunde christlicher Kunst im geistlichen und Laienstande
werden dringend gebeten, dem Archiv auch fernerhin ihr Interesse
zuzuwenden auch

in der neuen Popry Ho»

Pievkeljshvshebkey

mit gleichem Umfang wie die Alonatsblätter. Der Redakteur wird die
Unparteilichkeit bewahren und bittet um Entschuldigung wegen der
Verzögerung in dem Erscheinen der ersten cheste.

Es geht vorwärts im Kriege, möge es auch mit der christlichen
Kunst und unserem Grgan nicht dem Ende zu, sondern vorwärts
gehen.

HkttUßnvl, am Tage Johannes des Täufers (9(5.

§cl)öoii)oei% Pfarrer,

Vorstand des Rottenburger Diözesankunstvereins.

Ein Gang durch restaurierte
Kirchen.

Von Pfr. Schöninger, Haslach, OA. Tettnang.

(Fortsetzung.)

U t t e n w e i l e r.

Anton Schenk von Saulgau hat die
Stukkaturarbeiten zu Ende geführt,
nnd es bildet nun der Chor einen würdi-
gen Abschluß der Kirche, in voller Har-
monie mit derselben und dabei doch
durch die Wuchtigkeit des neuen Hoch-
altars namentlich das Hauptaugenmerk
aus sich ziehend. Die Decke ziert ein
großes Gemälde „Die Anbetung des
göttlichen Lammes", eine gut aus-
gesührte und wohlangepaßte Kopie eines
Freskogemäldes in der großartigen ehe-
maligen Klosterkirche zu Amorbach in
Untersranken von Matth. Günther
(einem Schiller Asams, einem der be-
deutendsten deutschen Freskomaler des
18. Jahrhunderts). An den Seiten-
wänden befinden sich in großen Stuck-
umrahmungen die Bilder der vier Evan-
gelisten, über dem Chorbogen an der
Stirnseite gegen das Langhaus sind in

Stuck zwei mächtige Engel angebracht,
welche das Marchtalisch-Steinsche Wap-
pen halten.

Die Stukkaturen des Langhauses
heben sich von dem leicht getönten Grund
trefflich ab, sind mit Gold etwas ans-
geblitzt; die Deckenbilder, zum großen
Teil symbolischen Inhalts, wurden sämt-
lich gereinigt und fügen sich dem Gan-
zen vortrefflich ein. Wenn dieselben
auch keine Meisterwerke sind, so erfüllen
sie doch ihren Zweck ganz gut und tra-
gen zur Belebung der Decke bei.

Das Gesamt-Innere macht jetzt einen
sehr harmonischen, lichten, freundlichen
Eindruck, und es will uns scheinen, daß
die Kirche prächtiger dasteht als vor
200 Jahren, zu marchtalisch-uttenwei-
lerischen Klosterzeiten, zumal auch sämt-
liche Fenster erneuert wurden und drei
großartige neue Altäre, bei denen wir
etwas länger verweilen wollen, eine be-
sondere, markante Zierde darstellen.

Da erhebt sich im Chor, an Stelle des
früheren, ziemlich armseligen Renais-
sancealtars von 1873, ein großartiger
Bau, anschließend an Spat-Renaissance-
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