Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 35.1917

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ten zu Hetlingen und Gammertingen 31)
für 10 000 ff. neben der Pfarrei zu Tiir-
reuwaldstettenll 12), der Kaplanei zu It-
tenhausen auch diesen Flecken samt Bru-
derhaus und Kapelle zu Ensmad. Die-
sen Kaufvertrag des Abtes Nikolaus von
Zwiefalten suchte Herzog C h r i st o p h
v o n W ii r t t e m b e r g angeblich zu
Hintertreiben, wohl weil einer sei-

ner Vorfahren, Graf Eberhard im
Bart, Ittenhausen einst im Besitz

En s in n d, Kapelle.

gehabt, aber 1065 an Wolf von
Bubenhofen verkauft halterst. Von

ll) Sulger, Annales Zwif. II. 154 Pagum
Ittenhausen cum 56 Mancipiis et jure Pa-
tronatus Ecclesiae Durrenwaldstetten ac
dicti Pagi Ittenhausen recnon Domus Ere-
mitica in Ensmad.

12) Dleise Pfarrkirche wurde 1675 dein
Kloster inkorporiert, Sutgier III, 164.

") Sattler, Grasen' von Württemberg
II, 167.

dem letzten Veriuger Gras Wolfrad kam
cs 1407 an seinen Schwiegersohn Hein-
rich von Rechberg und von diesem 1447
an Württemberg.

Welchem Besitzer Ensmads im Wechsel
der Herrschaft Ittenhausen mag die Stif-
tung der neugefundeneu Gemälde ztt
verdanken sein? War es etwa einer der
vorzwiefaltischen Eremiten, die seit min-
destens 1378 in dern „Bruderhaus" ne-
beu der Kapelle gehaust und die ältesten
Bildreste mit den Fußspu-
ren gemalt haben? Auf den
letzten Besitzwechsel und die
Verewigung der neuen Herr-
schaft der Aebte von Zwie-
falten scheint mir ohne Zwei-
fel das Wappen hinzuweisen,
das hoch oben an der Wand
hinter dem Chorbogen zu-
tage trat: liuks ein kaum
mehr in den Emblemen sicht-
barer Wappenschild mitAbts-
stab und Mitra, rechts ein
deutlicher erhaltenes Wap-
pen, das dem allgemeinen
Klosterwappen entspricht. Das
linke war jedenfalls das spe-
zielle Wappen des die Ka-
pelle neu erbauenden oder
restaurierenden , Abts, eine
Uebung, wie sie anderswo
im Zwiesalter Klostergebiet
nachweisbar ist. Entweder
gehört es dem Abt, der 1562
Ensmad siirs Kloster erwarb,
N i k o I a u s B u cf) n e r, der
nach seiner ersten Regierungs-
Periode (1538—1549) seit
1555 nochmals das Zepter
führte bis zu seinem Tod
im Klosterhof zu Munder-
kingen (1667), sein Wap-
pen ist nach dem Porträt
aus der Orgelempore zu Zwiefalten
ein steigender Geißbock, oder aber ist
es Christo p h R a tz l e r (1658 bis
1675), unter dem die Kapelle nach Sul-
gers Annalen 1660 restauriert ward. In
seinem Wappenschild sind drei Dachspar-
rengiebel untereinander mit je einer Lw
lie im Giebelfeld. Weiter dokumentiert
den Uebergang des EremitenkirchteinL
an das Benediktinerstift Zwiefalten das
Bild der hl. Benedikt und S ch o -
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