Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 35.1917

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sprechenden Schri-ftwortes oder sonst einer
gemütvollen Jn!schri-ft, wie «wir sie heute noch
mit Rühru-n-g und Andacht von manchem
alten Grabstein -übtesen- können. Die reich-
lich beigegsbenen, sehr vorn-ehmen Dasein
illustrieren -aus-geZ-eichnet die kurzen präg-
nanten Gelei-tsw-ort-e der Einleitung. Die
Schrift .verdient weiteste Veibreikung und
Beachtung. W.

l>i'. Wilhelm Rolfs, Soldote n-
g r ä b er uni) E i n h c itsk r c it z,
I. F. Lehmanns Verlag München
1916. 26 S. Mit 6 Abbildungen.

Preis 1 M.

Der Verfasser ist mit der Gräber-
sorschung und Gräberipslege einer Armee im
Westen beauftragt. Er stellt als Grundsatz
auf: Das Kriegergrab soll schlicht und ei-m
fach, erhebend und ergreifend 'sein-. Ist bei
schweren örtlichen! Verlusten im Feindesland
eine Friedhofsanlage geschaffen, so sollen die
Einzelgväber schlicht und einfach fein, mit
Immergrün rder Efeu überwuchert und
einer Tanneneinfassung u-mgeben fein. Ms
Denkstein -schlägt er vor ein Eiiiheitskreuz,
dessen Form das Eiserne Kreu.z bietet. Tie
öftere Wiede iholnn-g dieses Einheitskreuzes
wirke n-ichlt schematisch; es präge de» Feldern,
Wiesen, Hügeln und Wäldern die ernste
Eigenart des Schlachtfeldes sehr würdig und
ausdrucksvoll aus. Als Material empfiehlt
der Verfasser Stampfbeton urit Eiseneiiilage^
Die Fläche soll rauh und unregelmäßi-g sein,
mit Erlhöhnngen. und Verttesungeu, in denen
die Lichtstratsten das Gesüitst warmer Farbe
erzeugen. Tie Jnschristtasel tn-mitten- des
Kreuzes sei aus Zink, Marmor und Erz.
Der Verfasser hat mit diesem Einheitskreuz,
bereits die Schlachtfelder Lothringens
schmücken 'lassen und beifriedigende Wirkung
-erzielt. Di-e A!b!bil!duuge>n, welche die -Schvi-st
enthülst bezeugen die gute Wirkung. Der
Beitrag zur Lösung, der Frage der -Soldaten-
ipväber, der hier -geboten ist, ist gewiß beher-
zigenswert und Sie -Schrift sehr lesenswert.

W.

S. Sebastian. Eine kulturgeschicht-
liche Studie. Voll Dekan Reiter.
Kommissionsverlag von W. Bader,
Rottenburg 1916. 51 S. Preis 1.20 M.

Seiner anmutigen Studie über die
ist. Katharina läßt der eifrige 'Verfasser eine
ähnliche Studie über den HI. Sebastian fol-
gen. Nach dem Vorwort will das 'Schiristichen
nicht streng wissenschaftlich sein. Der Ver-
fasser Ihoisft 'aber, -daß dasselbe Belehrung
und Anregung in weite Kreise hi-neintrage.
Diese Hoffnung wiüd sich erfüllen!, iba die
Schrift ein -mit Bienenfleiß gesamimelltes
Material über 'den Heiligen zusammen trägt.
Legende, Patronate, Bruderschaften. .Attri-
bute, Reliquien des Heiligen, sein Ged-ächi-
nis im Kalender, in Festen, Gebetem Lie-
dern, in Orts- und Personennamen und
seine Veibindung mit anderen Heiligen,
alles das und noch mehr kommt ausführlich

zur Sprache. Besonders dankenswert ist
das Kapitel über die bildliche Darstellung
des hl. Sebastian. Einiges bietet die>Schvisk
'selbst: St. Sebastian in Wippingen und

Blaubenren, ein Figürchen aus Rohvdvrs bei
Nagold, St. Sebüstian von Unterdrackenstein,
der sich jetzt im Kaiser-Friedrich-Museum in
Berlin- befindet. Mit dem 'lateinischen Tro-
pus aus Sebastian- zu Ansang und mit den
beiden Schlnßkap-iteln der Schrift über Se-
bastian. und die verwundeten -und sterbenden
Krieger und Sebastian und Kriegerdenk-
male zeigt sich die Schrift berührt von dem
Wellenschlag der -großen Zeit, die wir durch-
leben. W.

H a n d b ii ch b e r K u n st g e s ch i ch t e
von A n Ion S p r i n g -e r I, Das
Altertum nach Adolf Michaelis, bear-
beitet von P a n I W ölte r s. 19. Auf-
lage. Alfred Kröner, Verlag in Leip-
zig 1915. X^II und 578 S. Preis
12 M. (?)

T ie be rühm t-e, w-e i t-ve vbr e i te te Sp ringer -
sche KUlNistgeschichte begin.uk mit diesem
Bande in neuer Auflage zu erschein-en. Im
Jahre 1879 gab Springer „Kunsthistorischc
Bilderbogen" mit Text heraus. 1896 nach
dein Tode Springers kam dies Werk in
vierter Auslage als „Handbuch der Kunst-
geschichte" heraus. Das Eibe .Springers
trat Adolf Michaelis an, der es bis zur
9. Auflage weiteifüihrte, bis er 18. August
1910 starb. Schon- bisher war Paul Wdlters
Mitarbeiter von Michaelis und hatte als
solcher die antike Kunst behandelt. Auch er
suchte sich für das weite Gebiet sachkundige
Hilfe. So hat in der vovli-egenden 10. Auf-
lage Kort Schuchhavdt ras Gebiet der -prä-
historis'chen Zeit ganz neu geschrieben, >wäh-
renld Friedrich Wilhelm von Bissing die
orientalische Kunst fellbständig behandelte.
Paul Wolters hat die griechische und italische
Kunst bearbeitet von S. 102—578.

Nach -Ausführlichkeit, Inhalt und Ergeb-
nissen heben sich die eiüz-ellnen Teile von den
bisherigen Bearbeitungen des weiten Feldes
der Kunstgeschichte sehr vorteilhaft ab. Be-
sonderer Nachdruck wird jeweils -aüf die Zu-
sammenhänge der Kuüstübuug der verschie-
denen Völker -gelegt, wöbet -oft überraschende
Resultate sich ergeiben. Ein erstaunliches
Bildermaterial dient dem- 'Verständnis des
überall sehr durchsichtig geschriebenen Textes.
Das- Werk enthält 17 prächtige -geto-nte oder
polychromlerte Tafeln und 1047 Dextillüstra-
tionen.

Der Verlag hat dem Bande ein schmuckes
Gewand uüd ein trefflich -übgetöntes Papier
verliehen, so -daß der Preis von 1-2 M. für
diesen Band als ei-n s-elhr mäßiger bezeichnet
werden inuß.

Möge die neue Auflage, die eine gewal-
tige Bereicherung und ei-ne -in-tenlsive -Erwei-
terung -der bisherigen dccristellt, vi-ele Freunde
finden und -das Studium der antiken- Kunst
erleichtern und -fördern-.

S ö f l i u g e ».

W e 's e r.
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