Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 35.1917

Seite: 83
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Literatur.

Sie Denkmalspflege in
Deutschland mit besonderer Be-
rücksichtigung d-er Rechtsverhältnisse.
Von I>r. xbil. A u g. K n e e r, Rechts-
anwalt in Trier. M.-Gladbach 1915.
Im Jahre 1913 gab Klemens Wagener
das HWsche Büchlein „Ratnr und Heimat"

< M.-Gladbach) als eit« praktische Einfüh-
rung in (b'iie Natur- und Heimatpflege her-
aus. Der Verfasser vorliegender Arbeit will
diagu eine Ergänzung geben!, und zwlar
unter ganz besoudiever Betonung, der Rechts-
verhältnisse. Dadurch ist sein Buch ein ganz
hübschies Seitenstück M dem mieihr das Tech-
nische berüchichRgenden Werk von Oskar
D o e r i n g, Die Pflege der kirchlichen
Kunst. Regensiburg 1914, und eine Wetter-
führung von C. H. Wie H a n d> D>er Denk-
mal- und Heimatschutz in bex Gesetzgebung
der Gegenwart (1916). — Wer mit Heiinat-
schutz und Denkmalpflege gu tun oder unter
ihnen zu leiden hat, kann diese drei Schrif-
ten, zu denen noch' Dehios Denlkmalschutz
uüd Dettkmalpflege kommen mag, :t icht
entbehren.

Es kann aus attgot autokva tisch auls-
tretende „DenkMalspfteger" nur heilffam er-
trüchternd wirken^ w>enn der Verfasser
S. 17 ff. in einem geschichtlichen Ueberblick
geigt, wie darb,arisch ^und verstäürnislos in
der Zeit der Säkularisation die Herren
Staatsvertreter gehaust halben unter den
wertvollsten kirch!lich,en Deükmälern, die den
besten Schutz genossen hatten, als sie noch
in den Händen ihrer rechtmäßigen Besitzer
w>aren.

In gründlicher Durchführung' Ibelhandielt
Verfasser die BegriffslbiestiMmung von Denk-
mallpslege uüd Hetmatschutz (36—55) und
zeigt auch wie sie manchmal ineinander
übergveifen. Ein III. Kapitel schildert die
deutsche Denkmalpflege im allgemeinen ^
Das IV. Kapitel lbelhandelt das heikle
Thenra Kirche und,Staat, worin namentlich
d>er dritte Punkt alle Beachtung verdient:
„Die Denkmalpflege der katholischen Ktrchie
und ihr Verhältnis zur staatlichen Denk-
malpflege (131—148). Im V. Kapitel kommt
die Spezialgefetzgebung des^ 20. Jährhun-
derts zur Darstellung, und' das^ letzte Kapi-
tel ist der Behlandtung der Naturdenkmal-
pslüge gewidmet. — Ein Aühang bietet end-
lich den Wortlaut der einschlägigen Gesetze.

Das Buch ist für die Kenntnis der recht- i
lichen Seite der Denkmalpflege von großem
Nutzett und wird den Geistlichen, ber©n Ob-
hut tvertvo-lle Obsekte der kirchlichen Kunst
anvertraut sind, wertvolle Fingerzeige gebert
können.

T ü b i' n g e n. L u Id iw i >g B a u r.

Die Kollegiumskirche zu
Ehingen. Eine Würdigung ihres
Boucha'rakters und ihnsis Schmuckeis
von A u g u st B r e n ch a (Landge-

richtsrat). Preis 50 Psg. 36 S.
Druck und Verlag von C. L. Feger,
Ehingen «. D. (1917.)

Ein Schriftcheu, das mit offensichtlicher
Liebe zu dem eigenartigen Baulwerk und sei-
nem Jnnieüschmuck >ge.schriieb'Ln ist. Es >glie-
dert sich in vier 'Abschnitte: 1. Geschichte und
Baucharakter, 2. Baumeister und Bauherr,

3. Titel uüd 'SchlMuck, 4. JnNenWnstler, jetzi-
ger ZüstaNd, schönere Zukunft, —- Der Bau
wurde 1712—1719 von Zwiefalten aus er-
stellt für sein Ehinger Kollegium, 1812 wurde
der Bau als Fruchtspeicher benützt, 1837 durch
König Wilhelm I. fite den Gymuasialgottes-
dienst zur Verfügung gestellt und seit Ende
der 1870er Jahre würidiig ausgestattet. 'Er ist
ein im Lande einzig dästelheuder Zentralbatt
tm Barockstil, dessen Verhältnis zu der klassi-
zistischen Pfarrkirchie vo^n Oberdischingen
treffend herivorigeihdbeu wird. Als Baumei -
ster wird verm>u'tet Franz Beer von Bezau.
der von Iden Batiherven Abt Woilsgang und
Belda von Zwiefalten Iberusen wurde. Hoch>-
iuteressant ist die FelststelluNg, >daß diese
.Mrche die erste Kirche itt DeUtschlU'nid mit
dem Titel des heiligsten Herzens Jchu ist.
Das einstige Hochlaltarbild war von Steudel,
aNdere Gemälde werden Bevgmüller zu-
gelschri'ebeu. Die gange Abhandlung ist sehr
lvh^rreich uüd ungem>ein lesenswert nNd durch
inelhreve treffliche Illustrationen l elebt. Sie
dürfte ftü.r die vielen, die einst tt Ehingen
studiert haben uüd diese Kirche bc su'cht hüben,
ein willkommenes ANdenken urd eine Er-
innerung an die Jugendzeit sdi u uNd wird
wöhl von vielen erworben werden, zumal
der Reinertrag zur Instandsetzung der Kirche
verwend'et wird.

S. W e s e r.

Ein Gang zu den Grabdenk-
mal e r n 'd e r Päpste in der St.
Peterskirche z ü Rom. Von
Stadtpfarrer Adolf B r i n z»i n g e r
in Oberndorf a. N. Druck der Ver-
lcrgscmstalt Benziger, Einsiedeln. 1917.
46 S. Preis ? Mit 11 Bildern.

Die Schrift, die Moms. Konrad Kümmel
gewidmet ist, beschreibt einlgeheud 24 lGväb-
denkmäler der Peterskirche. Sie will sie
betrachten uNd betrachtet wissen Nls Kuttst-
werke und ails Erinnerung au große ge-
schiichtlichle Namen. Es ist sehr dankenswert,
daß der Bersasser diese Denkmäller einer ge-
nauen Beschreibung unterzog, d>a sie in den
Reisewlerlken oft nur mit ein paar Worten
übgetan werden'. Elf Denkmäler sind^ in
guten und scharfen LichtbMern wi'elder-
gegelben. Es' ist fchiade', daß ^es nicht mög-
lich war, alle äbzübilldlsn. Die historischen
Angalben sind, wie wir >das jcr von dem Ver-
fasser länigst igewolhnt sind. Mit Genauigkeit
und Zuvmilässigkeit lausgeackeitet. Für lalle,
die sich für diesen exguilsiten Gr>äbschimuck
inter'effteren, sei es, daß sie einst an di>esen
Denkmälern als Pilger >vorüberizogen', sei es,
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