Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 36.1918

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wird bis zum Oktogon geführt und in
dreijähriger Arbeit dreier Bildhauer ein
neues Chorgestühl gefertigt. Mit dem
Hochaltar wird begonnen. Die Has-
lacher Kirche wird restauriert, in Kirch-
berg ein Mesnerhaus erbaut. Das Hoch-
altarblatt, Christi Geburt, malt Johan-
nes Heiß aus Augsburg um 300 Gul-
den, ein anderes, die Verklärung Christi,
malt M. Zehender um 175 Gulden, die
Bilder Johannes des Täufers, der Mut-
tergottes, des hl. Adrian und Jakobus
und einiger Engel liefert Bildhauer An-
dreas Faistenberger (München). Der
ganze Hochaltar einschließlich der Ver-
goldung kostet 1000 Gulden. Das Haus
zum hl. Johannes wird zur selben Zeit
fertig. Bauten für profane Zwecke
gehen trotz Hagelschlags nebenher. Jur
Jahr 1697 erhalten die Sella St. Mar-
tini und Antonii Paduani ihre Stück-
arbeit, der Chor den Bodenbelag mit
Platten von Aichstetten. Ein vergol-
deter silberner Kelch mit acht Bildern
aus dem Leben des hl. Norbert wird
erworben, das alte,Krankenhaus durch
ein neus ersetzt, der Kreuzaltar vollen-
det, drei Bilder von Heiß (Geißelung,
Krönung, Kreuzabnahme) gefertigt (die
zwei ersten für Faldistorien), die Aus-
schmückung des Gotteshauses von Hai-
sterkirch begonnen und mit den teilweise
auf gerichtlichem Weg erzwungenen Zu-
schüssen der Beitragspflichtigen durch-
geführt. In das Jahr 1699 fallen der
Abschluß des Krankenhauses, die Er-
werbung von sechs großen silbernen
Leuchtern, silbernen Bildern von St. Se-
bastian und Verena, einem Kelch mit
Perlenschmuck, in das Jahr 1700 die
einer Monstranz (bierokbeea) mit Per-
lenschmuck, silberner Kännchen, sechs ver-
silberter Kupferleuchter, weiterer sechs
unb eines Kreuzes vom selben Metall
zum Preis von über 600 Gulden.

Im Jahr 1701 gießt Andreas Apport
von Feldkirch die große Glocke (73 Zent-
ner, 4000 Gulden) für den Verenenturm;
der Abt kauft zwei silberne Leuchter,
einen Kelch mit Perlenschmuck, ein
Becken, eine Kanne und Kännchen von
Silber5). Der Verenenturm wird im

Z Im selben Jahr wohnt der Abt der
Einweihung der neuen Kirche des Schwester-
klosters zu Obermarchtal an.

Jahr 1702 fertig und bekommt die
große Glocke aus Feldkirch. Die Arbei-
ten an den Kirchen von Kirchberg und
Haisterkirch schreiten fort. Zu Berkheim
wird das Fundament gelegt. Eine
eigene Schmiede wird geballt. Eine eigene
Furniersäge und eine Ziegelei harte
man gleichfalls erstellt. Die Wirren des
Erbfolgekrieges! ^) vermögen die Fort-
setzung der Bauarbeiten im Jahre 1703
nicht zu hindern. In der Kirche zrr
Berkheim wird der Leib des hl. Wille-
bold vom Schiff zum Fünfwundenaltar
transferiert. Das dortige wie das Hai-
sterkircher Gotteshaus, kann im Jahre
1705 eingeweiht werden, ebenso das
Odeium capitulare zu Rot. Durch
Klosterfrauen gefaßte Reliquien kom-
men auf den Hochaltar '). Daran reihen
sich Gartenbauten und (1706) die Er-
werbung von vier Leuchtern und einen!
Abtsstab um 1075 Gulden. Für die
Bachener Filialkirche wird Baumaterial
gesammelt. Ein Gesuch um einen Ka-
pellenbau in Bonlanden wird genehmigt.
Reliquien (das Haupt) des hl. Wilhelm
erhalten durch die Nonnen von Enne-
tach eine kostbare Fassung, zwei silberne
Leuchter für je drei Kerzen, ein Kelch
mit Gemmenschmuck, eine neue Insul
werden erworben. Die Bachener Kirche
wird anno 1708 eingeweiht, ein neuer
Festornat angeschafft. Anno 1709 wird
gegenüber der Abtei am Fuße des Hü-
gels ein Arbeiterhaus gebaut, der Gar-
ten erhält einen gemalten Kalvarien-
berg, der Turm zu Haidgau wird erhöht
und ein neuer Kirchenbau daselbst vor-
bereitet. In Rot fertigt man schon
zwei Altäre für denselben. Dazu karn
die Erwerbung von zwei fil&eruen

s) Kontribution an die Bayern 10 000
Gulden, Brandschatzung durch die Franzosen
4620 Gulden. Die Kleinodien werden nach
Rorschach und nach Hirschtall bei Bregenz
geflächter. Der Türkenlouis (Ludwig von
Baden) besucht das Kloster mit seinem Ge-
folge.

') In diese Zeit fallen Streitigkeiten
wegen der Einsiedeleien auf dem Kloster-
gebiet und führen bis zum päpstlichen Nuntius
in Luzern. Der Abt siegt. Das Nebenamt
eines Generalvikars legt er nach sechzehn-
jähriger Ausübung nieder. In Roth findet
nach zwölfjähriger Unterbrechung erstmals
tvieder eine Vibration statt. Das Resultat
ist ein sehr ehrenvolles.
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