Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 36.1918

Seite: 82
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facsimile
der Neitharty2) Kelch, wigt 3 Marck
und 6 lot mit der patenen, gehört Mai-
ster Martin Uedelhauser zu °3),
aber amen der Neithart Kelch, gehört
an der Neithart Pfründ, die yetzo Mai-
ster Bernhand Neythart besitzt, ist der
Fuß knpfferin, ist angeschlagen für 11 lot
mit fampt der patenen,
ainen der Neithart Kelch, hat Herr-
Hanns Löffler52 * 54) ynn, wigt 2 Marck
und 5y$ lot mit den patenen,
der Clanrmer55) pfründ Kelch, hat
Herr Jorig Kolb50) yn, ist der Fuß
und die Paten knpfferin, ist angeschlagen
auf 6 lot.

5 Kelch. — Summa 9 Marck 3 lot
2 quintlin.

(Schluß folgt.)
literarisches.

Die Glocke in Geschichte, Sage,
Volksglaube, Volksgebrauch und
Dichtung. Von Rektor Johannes
P o s ch. Kl. 3 °, 192 S. Preis fort.
1.80 M. Dülmen, Larnnann.

De Schrift tst, wie schon ihr Titel vermuten
läßt, >s-ehr reichhaltig. Die Zus-ammenftellun-
gen über ib.e Geschichte ib-et Glocken, über -die
größten Gtockeil, ferner löiie Ueberfetzung des
Glockcnweiheritus S. 36—46 sind sehr dan-
kenswert. Die Sammlung der Glockensagen
ist recht bevdienstlich. Möge das Buch recht
vielte Leiser finden, die bei der Lektüre Unter-
haltung, Belehrung und Erhebung gewinnen
werden. Etwas zu kurz scheint uns der Ab-
schnitt über Glockcninschriften ausgefallen zu
sein. W.

52) Die Netthartikapelle in Münster ist ge-
stiftet von Heinrich Neithart, Pleban in Ulm,
1444 begonnen, 1450 eingeweiht. Ein anderer
Heinrich Neithart ist 1470—1475 Pfarrer in
Ulm stftete eine Frühmesse im Münster, re-
sormiert 1484 Söflingen, -f 1500.

Jdelhauser, Martin, Kaplan der Neit-
hartpsründe, war schon 1622 der Irrlehre ver-
dächtig und mutzte zu Zofingen vor dem Bi-
schof von Konstanz «schwören. Fol. 32 wird
derselbe auch als Inhaber der Ströl in Pfründe
genannt.

s4) Löffler, Hans, war auch Kaplan der
Nei-tihart-pftünde und bischöflich Kon-stanzisch er
Fiskal.

fl) Glammer, Hans, tz 1447, Totenfchild im
Münster. — Jodokus Clammer, Dr. iur. can.,
Pfarrer in Ulm, f 18. Nov. 1470, Grabstein
im Münster.

3Ö) Kolb, Jörg, in Tübingen inskribiert 1493.

I m R e i ch e d e r P h a i a o n e n.
Von Mich. Huber, O. 8. B. 2 Bde.,
272 u. 292 S. Fneiburg, Herder,
1918. Ppcks 7.50 ^M., Pappb-and
10 M. (Gehört zur Sammlung „Aus
alter Welt".) Mit 54 Bildern und
1 Karte.

Wieder einmal tut sich in dieser Schrift
das Wunderland der Pharaonen mit feinen
großartigen Zeugen längst entschwundener
Hochkultur vor der schauenden -Seele des
Lesers aus, und mit hohem Interesse folgt
man dem sichern Führer in der Betrachtung
der Wunderwerke Alt-Aegyptens. Es ist eine
lebensvolle Schilderung der in ihrem Tode
noch riefenhaft sich reckenden Taten der ver-
moderten Herrscher. Das Werk ist einerseits
streng wissenschaftlich, anderseits fesselt es
jeden gebildeten Leser durch den warmen Ton
feiner Unterhaltung, der jede Seite durch-
klingt. Für den Jünger der Kunst bietet die
reiche Auswahl von ganz vorzüglichen Illu-
strationen willkommene Erklärung und Be-
lehrung. Nicht leicht findet man in einem
Werke so gut aus-gewähltes Bildermaterial
über die ganze ägyptische Kultur beisammen,
wie hier. Selten wird das Anschauungsm-it-
. tel so vortrefflich mit dem kunstgeschichtlichen
i und kulturgeschichtlichen Text Verblln.den, wie
in ibiefem Werke des Professors des Klosters
Wetten, der, in seinen ägyptischen Forschun-
gen vom Krieg überrascht, erst nach einer Art
Odyssee wieder den -Heimweg fand. Möge
das Werk seinen Weg in recht viele Biblio-
theken und Wohnungen nehmen. Der edle
und ungetrübte Genuß des Buches lohnt seine
Anschaffung. W.

Das Wesen bei deutsch en b i l-
b i' rt d e n K u n st, von Henry Thod-e,
Deubner, Leipzig. 133 S. 1.50 M.
(ohne Teuernngszuschlagi). 686. Bdch.
der Sammlung „Aus Natur- und
Geisteswelt".

Der Verfasser sieht das Wesen der deut-
schen Kunst, zu der er auch die niederländische
rechnet, in der Individualist!-!, welche eine
möglichst getreue Wiedergabe der Wirklichkeit
erstrebt, ferner in der Charakteristik, welche
die unterscheidenden Merkmale der Einzel-
dinge hervorhebt, uüd in der Phantastik, in
der die Schöpferluft der starken deutschen Ein-
bildungskraft an verwegensten Erfindungen
sich -freut. Diese Thesen sucht er nachzuwei-
sen in -der Betrachtung der Malerei, 23ilb-
nerei und Architektur. Nicht in -allen Stücken
vermögen wir dem Verfasser billigend zu fol-
gen, besonders in den Gedanken, in weicheil
derselbe seinem- konfessionellen Standpunkt
vordringlichen Ausdruck verleiht —- die mo-
derne christliche Kunst -der süddeutschen katho-l.
Meister scheint für ihn -gar nicht zu existieren.
Hans Dho-ma ist für ihn -schlechthin der
Aus-druck höchster, moderner -deutscher Kunst.
Sehr -angesprochen hat uns das Schluh-kapitel
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