Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 36.1918

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Der Rirchenschatz von Ulm bei
Beginn der Reformation.

Von Stadtpfarrer W e s e r in Söflingen.

(Schluß.)

[Fol. 29 d.s Item Herr Leonhart Kar-
rers Silberin vergullter Kelch mit smnpt
der patenen, ist der Besserer °7) gestiffte
pfründ, wigt 2 Marck 2 lot und 3 quint-
len,

Herr Veit Müller88), der Besserer

Capplan, hat ain Silberin vergällten
Kelch mit der patenen, wigt 2 Marck
und 3 lot,

Herr Ulrich Vechtmaisters Silberin
vergullter Kelch, ist der Besserer Capp-
lan, und ist der Fuß und die Paten kupf-
ferin, ist angeschlagen auf 11 lot,

Herr Jorig Schopper, der Besserer

Capplan, hat ain Silberin vergällten
Kelch mit der patenen, wigt 2 Marck
6 lot und 3 quintlen,

Herr Hanns Waidhals Caplan der

Nachpawren59 * *) hat ain Silberin ver-
guckten Kelch, wigt mit der patenen

1 Marck und 12 lot,

Herr Jorig Weiß, ains Ersamen Ratz
Capplan ist der Zssselin gestifften pfrund,
hat ein Silberin vergällten Kelch, ist
der Fuß kupfferin, wigt mit der patenen
und angeschlagen auf 11 lot.

6 Kelch. — Summa 9 Marck 14 lot
und 2 quintlen.

[Sol. 30 a.] Herr Hanns Mayerlin,
ains Rats Capplan, ist der Stöckli n
pfründ, hat ain Silberin verguckten
Kelch, wigt mit der patenen 1 Marck
und 6 lot,

Welschwirt, ist die pfründ ains Rats,
hat ain Kelch, ist Silberin und vergullt,
wigt mit sampt der patenen 2 Marck
und 3fch lot,

Herr Jorig Geiger, der StrölinUH

_ 5_7) Die Besserer-Kapelle ist gestiftet von
Heinrich Besserer, st 1414.

58) Müller Veit. S. Schmid, Denkwür-
digkeiten d. Ref.-Gesch., 2. Heft, S. 195.

59) Nachpawren: Ein Johann Nachpanr,
Bürger in Ulm, präsentiert 1518 auf den von
seinen Voreltern gestifteten Marienaltar in
der Mitte der Pfarrkirche den Kaplan Ulrich
Veit.

o°) Der Stöck lin-Pfrünidaltar stand neben
dem Sakramentshäuslein.

87) Strölin, Peter, Stifter einer Pfründe
im Münster, st 1311; Konrad Strölin Ust
Stifter eines Altars im Münster, | 1388.

Caplan, hat am Silberin vergullten
Kelch mit der patenen, wigt 1 Marck
und 8 lot,

Herr Wilhalm Ungellter 62), ains Rats
Caplan, hat ain Silberin vergullten
Kelch, wigt mit sampt der patenen
1 Marck 4 lot und 1 quintlin,

Herr Jörig Haß 63 64 *), der Kargen Capp-
lan, hat ain Silberin vergullten Kelch,
wigt mit sampt der patenen 1 Marck
4 lot und 1 quintlin,

Herr Jorig Crafst °H, der Crafft Capp-
lan, hat ain Silberin vergullten Kelch,
wigt mit sampt der patenen 4 Marck
und 1 lot.

6 Kelch. — Summa 11 Marck und 11
lot.

[Fol. 30 b.] H. Jherominus Crafft 88),
b-er Nordlinger Capplan, hat ain Sil-
berin vergullten Kelch, wigt mit der
patenen 1 Marck und 16 lot,

Herr Conrad Köllin 66), der Rotten67)
Capplan, hat ain Silberin vergullten
Kelch, wigt mit der patenen 1 Marck
12 lot und 3 quintlen,

Maifter Jheronimus Engelhart, auch
der Rotten Capplan, hat ain Kelch mit
der patenen, ist Silberin und vergullt,
wigt 1 Marck 11 lot iind 1 quintlin,
Herr Jacob Dorstadler, der Rayser 68)

°2) Ungleicher, Wilhelm, wuüde 1498 Kaplan

S. Jakobs und aller Apostel in der «Pfarr-

kirche.

Haß, Geoüg, war Kaplan der Kargen

und der Langen. Hans Karg, !der Me,
ß 1394, stifteche einen Altar ins Münster.

64) Crafft Georg, 1504 in Tübingen inskri-
biert. Lutz Krafft, \ 1397, stiftete einen Altar
z-u Ehren S. Thomas, Antonius Abt, Ludwig
des Bekenners und Barbara.

G5) Craft Hieronymus, 1477/1478 in Tü-
bingen.

66) Köllin, Konrad, 1484 in Tübingen, geb.
ca. 1470, 1492 kam er ins Predigerkloster
Ulm, 1507 nach Heidelberg, 1510 nach Köln,
dort Prior 1526.

»7) Rot, Hans, Sohn des Hermann, stiftete
1447 die Rotsche Kapelle mit Familiengruft,
welche Matth. Ensinger baute. Bis 1631 staNd
im Münster der Roten-Altar, geweiht S. Pe-
ter und Paul, Andreas, Dreikönige, Niko-
laus, Leonhard, Allerheiligen und S. Gena-
ue ia.

ö8) Die Rayser hatten zwei Altäre ins
Münster gestiftet: der eine war geweiht U. L.
Frau, Christophorus und allen Märtyrern.
Der Altar hatte die Inschrift: Im Jahr 1978,
1. März, ist gestiftet dieser Altar zu Ehren
Sant Anna und aller Märtyrer, zum Trost
der Seele des Johannis doctoris puerorum
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