Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 36.1918

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Kelch, wigt mit der patenen 1 Marck
und 131,4 lot,

Herr Hanns Gäßlerü4), der Gäßler
Capplan, hat ain Silberin vergullten
Kelch, wigt mit der patenen 1 Marck
und Ul>4 lot,

Herr Caspar Wurm, der Salwirt
Capplan, hat ain Silberin vergullten
Kelch, wigt mit sampt der patenen

1 Marck und 8 lot, ist ain Rat sein
Lehenherr.

6 Kelch. — Summa 8 Marck 15 lot
3 quintlen.

sFol. 34 a.] Herr Enndritz Zier-
lein "ch, der RembolltöfJ) Capplan, hat
ain Silberin vergullten Kelch, lvigt
mit der patenen 1 Marck und 3 lot,

noch ain Silberin 'vergullten Kelch
mit der patenen, ist sein aigen, wigt

2 Marck und 3 quintlen,

zway Silberin Meßkenntlen lvogen
5 tot.

Und zaigt darbey an, es sehen noch
ettliche Silberin Bildlen dagelvejsen,
die zu dem kirchlin gehört haben. Die
habe Er bey zlnay Janen verganngen
Caspar Rembollten y7) gen Meiningen
iibi'rantwlrrten lassen.

Herr Michel Anngelberger, Conrat
Diepoldes Capplan, hat ain Silberin
vergullten Kelch, wigt mit der patenen

3 >4 Marck,

Herr Benedikt Hagen, Lang Haint-
zen Capplan, hat ain Silberin ver-
gullten Kelch, wigt mit der patenen
2 Marck und s4 lot.

4 Kelch. — Snmma 7 Marck 12 lot

'") Gäßler, Hans. Frick nennt zwei To-
tenschilde im Münster, deren einer den Tod
des Hans Gehler des älteren am 1. Novem-
ber 1465, der andere den Tod des jungen
Hans Gehler in Naw 1462, Gründonnerstag,
berichtet (Münsterbeschreibung S. 92). 1411

starb Claus Gehler, Pfarrer zu Naw, dessen
Stein im Münsterchor ist. Vielleicht ist dieser
der Stifter des Altars.

y3) Zierlein, Endris. Er schloß sich bald
der Reformation an und heiratete (Schmid
S. 91).

"«) Rembolt. Ein Heinrich Rembolt stiftete
1458 die Valenrinskapelle auf 'dem südöstlichen
Münfterplätz. Ein Remboldaltar stand bis
1531 im Münster.

07) Rembolt, Caspar, 1492 Besitzer eines
Lehens zu Oberfahlheim; war Stadthaupt-
mann in Ulm, trat 1513 aus dem Rat aus
und scheint nach Memmingen gezogen zu sein.

und 1 quintlin ausserhalb der zway
Silberin Meßkentlin.

sFol. 34 1).] Herr Ulrich Bischer 98),
der Besserer Kaplan, hat ain Silberin
vergullten Kelch) wigt mit der patenen
1 Marck und 12 lot,

Herr Martin Sigwart"), der Ru-
land oder Esslinger Capplan, hat ain
Silberin vergullten Kelch, wigt mit der
patenen 2 Marck 2 lot und 2 quintlin,

Schram Jorg 10°), Lanngenwal-
thers101) Caplan, hat ain Kelch, ist
unnden im Fuß Bley, ist mit der Pa-
tene ilnd Silber auf 2 Marck und 10 lot
angeschlagen worden.

3 Kelch. — Summa 6 Marck und
8,HL lot.

Summa 60 Kelch. — Summa Sum-
maruin aller Kelch ausserhalb der zway
Silberin Meßkentlen facit 109 Marck
und 6 lot.

Summa Summarum aller Kelch in
clöstern, Pfarrkirchen, Cappellen und
kirchen in und ausserhalb der Statt ge-
legen kaoit 160.

sFol. 36 a.] Mai st er Ludwig Schlei-
cher 102), der Schleicher103) Capplan, ist
nit hie, und versieht die pfründ nye-
mands, hat ain Kelch, will den nye-
mands haben.

Summa Summarum alles Silber-
geschirr und klainater, auch Silberin
Musterantzen und Bild, so in allen
Clostern, Pfarrkirchen, Cappellen und

03) Vischer, Ulrich, s. Schmid 194, erklärt icr:
„■er wolle bleiben, wie es an ihn kommen,
könne die Artikel nicht alle behalten, sei in
seinem Kops nicht".

00) Sigwart, Martin, aus Welzheim, 1597
in Tübingen, Vikar am Stift in Stuttgart
1534 (?).

Schram, Jörg, war 1522 ecclesiae
Ulmensis custos, im Sinne der Reformation
tätig; 1526 Prediger in der „dürftigen Stube"
des Spitals.

101) Lange nwalter, Golds ch mie dsfa milie.
Hans L. wird 1414 im Steuerbuch als Gold-
schmied erwähnt.

102) Schleicher Ludwig, 1505 in Tübingen
bacc. art. in Ingolstadt, 1507 mag. art. in
Tübingen.

]03) Schleicher. Frick, Münsterbeschr. S. 34,
beschreibt den Grabstein (im Münsterchor) des
Ludwig Schleicher, Magister in artibus, Dcc-
tor Theol., plebanus in Ulm, f 1478. Viel-
leicht ist dieser der Stifter des Altars. Die
Schleicher waren eine angesehene Kauf-
mannsfamilie (Barchent- und Baumwollen-
handel). Näheres Wehermann I, 481.
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