Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 36.1918

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ain groß kupferin Käfftz vergullt mit
aiuer Silberin schalen darinn
ain Silberin Käfftzliu, darinn der
Crisem zir dem touff,
ain Silberin Käfftzliu zu der Hai-
ligen Oelung und vergullt, wigt
3 marck r-ch lot, 1509,
vier Silberin Büchßlin zu dem Hai-
ligen Oel,

vier Silberin vergullt Knopfs zu
zwayen Ornaten, die wegen 10 tot,
1508,

ain lgroß Paoem mit Roten und Lie-
ber Schillt, kompt her von Paule Ro-
ten

fFol. 40 b.] Jtein das Söärltn11G).
Item acht Bettstain 117),

Item ain rot samatin Corporal
Tesch "ch, inwendig mit vil Hayltum
und außwendig mit perlin Knopfs und
Blumen.

Mer ain rot samatin Corporal Tesch
mit ettlichen Berlin Knöpfen, kompt
von Doctor Ulrichen Krafft, Pfar-
rer "»).

Und ain eingefaßt Pacem, uns von
Eberharten Krafften uberantwurt.

lind mer ettlich kupferin und mössin
mustrantzen und ander Ornate mit
Hayltum, in dem oberen sacrament
Hußlin120) lut des allten Buchlins121)
an dem vierten plat.

fFol. 41 a.s Hernachvolgend die
Meßgwänder.

W e y s f e Meßgewand.

Item ain damastis Meßgewand mit
zwayen Schallten, Stamler und Im
Hof'22),

ain feydins mit zwayen schillten,
ainer ist schwärtz und guldin, der ander
rot, weyß ltnb blaw,

114) Käfftz mit Silberschale — Taufgefäß.
n-5) Rot, Paul, Bürgermeister, 1475, ver-
urkundet bei einem Verkauf.

110) Bärlin, feretrum, eine Tragbahre für
Reliquien oder das silberne Christusbild.

m) Bettstain — Betstein, altare portatile
l Schwäb. Wörterbuch).

"») Tesch — Tasche, heute noch so gespro-
chen in der Ulmer Gegend.
nP Ulrich Kraft, Pfarrer 1504—1516.
i2°) Sakramentshäuschen, gemeint ist das
an der Epistelseite -des Choraltars befindliche.

Buchst n: hier ist offenbar ein altes
Inventar erwähnt.
i22) Patrizier in Ulm.

ain weyß leynis mit ainem guldin
Creutz und bilden, ist ain allt ding,

ain weyß damastis mit zwayen Levi-
ten Röcken, mit zwayen Schullten,
Neythart und Roten, ist noch gut,
ain damastins mit ainem Berlin
Vesperbild mit ztvayen schillten Krafft
und Ehinger,

ain weyß guldin mit zwayen Leviten
Röcken, mit Stöbenhaber Schillt123),
ain leynis mit ainem guldin Creutz
daran gott, ist new,
ain leynis mit ainem guldin Creutz
mit bilden,

ain leynis mit ainem seydin roten
Cveutzlin,

ain leyniß mit ainem guldin Creutz-
lin,

ain leynis mit ainem grünen seydin
Creutz.

fFol. 41 Ins ain Schamalottis124)
Meßgewand, mit zwayen schullten
Welcher 12r>) und Rutulffer, ist noch gut,
ain weyß Samatins Meßgewand,
kompt von Miatheufen Gienger 126), mit
Gienger und Hutzen Schillt, ist new,
ain weyß damastins Meßgewand mit
der Haiden schillt,

ain weyß Ar'lassin Meßgewand,
kompt von Hanssen Walltenberger, mit
seinem Zaichen,

ain weyß leynis Meßgelvand, kompt
von der allten Schleglin 12T),
ain weyß damastin Meßgewand imb
gantzer Ornat mit ainem guldin
Creutz, kompt von Her Conraten
Krafft, Pfarrer, ist new,
ain roten samatin Corporal tesch, mit
vil Hayltum und Berlin '2ch Knöpfen,
ain weyß leyniß Meßgewand, kompt
von Lienhärten Alltlin Kirchenmaister.

i23) Stöbenhaber, Peter, Bürger in U.,
stiftete einen Altar, lebte 1442.
i2i) Schamalott, eine Art Seidenstoff.

123) Welser, Wehermann I 614, meint, die
Familie sei in Ulm ausgestorben im 15. Jahr-
hundert; hier ist der Beweis, daß sie noch
existierte.

126) Gienger, Matheus, studierte 1497 in
Tübingen.

i2i) Hans Schlegel hat eine Pfründe ge-
stiftet, 1515 wird diese Pfründe dem Jörg
Keller, genannt Schram Jörg, geliehen.
i26) Berlin-Perlen.
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