Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

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ehrt wurden. Das aber wissen wir aus
anderen und früheren Quellen noch viel
besser. Es ist daher auch die Behaup- j
tung unrichtig: „Dieser Stich ist di: erste
und älteste Bezeugung des Kults der
drei Elenden aus schwäbischem Boden"
(S. 290).

3. Schon Reiter hat die Fragen auf- j
geworfen: „Welcher Alban war nr- !

sprünglich Patron in Hürbel? Steht
das Patronat des hl. Alban im Zusam-
menhang mit den drei elenden Hüligen?"
ohne sie beantworten 31t können. Im
Marthrologium Romannm sind bekannt- >
lich zwei Alban als Heilige aufgesührt: !
Albanus, mart. Moguntiae, 2i.Junii,
und Albanus, miies quidam mart. in
Britannia, 22. Junii. Ich will nun
zwar keinen entscheidenden Wert daraus
legen: denn es ist nicht ganz ausgeschlos-
sen, daß im Lause der Zeit sich -ein
Wechsel vollzogen haben könnte, aber
es spricht jedensalls nicht für den Mär-
tyrer aus England, wenn im 18. Jahr- j
hundert das Fest des Kirchenpatrons in
Hürbel nur am 21. Juni, also am Tage

des Mainzer Priesters und Märtyrers,
gefeiert wurde. Damit werden auch alle
Betrachtungen über die Missionstätig -
keit der iroschottischen und englischen
Mönche in Deutschland für unseren
Zweck illusorisch.

4. Daß die Herren von Freyberg mit
dem Rechtensteiner Altar in Beziehun-
gen standen, ist schon durch deren Wap-
pen an diesem Altar außer Zweifel ge-
stellt ltrtb auch richtig erkannt worden.
Nicht erwähnt aber wurde bisher ein
über dem Eingang zur Kapelle im Kir-
cheninnern befindliches Freskogemälde,
das in den Wolken über der zerfallenen
Burg und der Kapelle unser:' drei Elen-
den als Wanderer mit Hut und Stab
darstellt. Da dieses Gemälde genau mit
den anderen Gemälden der Kapelle in
Charakter und Technik übereinftimmt,
die Kapelle aber zweimal die Jahrzahl
1744-aufweist, so ist damit die Verehrung
der drei heiligen Elenden in Rechtenstein
für das Jahr 1744 verbürgt. Wenn nur
aber einer neben dein Altar der drei
Elenden angebrachten Tafel, deren
Schristzüge allerdings aus dem leyr n
Jahrhundert stammen, glauben dürfen,
so können wir bis zum Jahr 1739 zn-
rückgehen. In beiden Fällen kommt als
Stifter in Betracht ein Sohn des Frei-
herrn Christoph Roman non Freyberg

D i e drei e l e n d e n H e i t i $ e n zu Hürbel.

Stufnnfnne non Jos. Ulri ch , Eiigelbrogerie, Riedlingen.
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