Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

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her Neidhartkapelle des Münsters be-
finden.

1. St. I o h a n lieg der T ä u f e r
nt i L den Apostel n. Der Täufer in
braunem Untergewand und weißem
Mantel trägt auf der Linken ein Buch,
auf dem das Lamm mit dem Osterfähn-
chen ruht. Mit dem Zeigefinger der
Rechtet: zeigt Johannes -auf das Lamm
hin. Rechts (heraldisch) vom Täufer
steht ein Apostel mit Hellebarde und
Buch irr grünem Untergewand und ro-
tem Mantel. Links schließt sich Petrus
an mit halb geöffneten: Buch und mit
einem Schlüssel, in rotem Untergewand
ttnd rotem Mantel, der ein -gelbes Un-
terfutter zeigt. Links von Petrtts steht
d.'r Apostel Johan::es mit Kelch und
Schlange it: grünem Untergewand und
weißem Obergewand, das mit schmalem
blauen Saum geziert ist. Zwischen Pe-
trtts ttnd Johannes zeigt sich ein Kopf,
auf dessen Heiligenschein die Buchstaben

S. EVIPY'S (Wohl Philippus) zu lesen
sind. Gegen den Hintergrund zu schlie-
ßen das Gemälde eine Große Anzahl
Nimben ab, auf deren einem die Legende
heißt E. WEN. Die Gestalten sind pla-
ziert vor einer Tempelarchitektur.

Das Bild trägt die Bezeichnitng:
Schule Zeitbloms.

2. S t. M a r g a r e t n nt 11 heili-
ge n Jungfrau e t: (Schule Zeit-
bloms). Margareta, eine äußerst liebliche
Gestalt, trägt in der Rechten den Kreuz-
stab, mit dem sie dem Lindwurm in den
Rachen stößt, in der Linken hält sie ein
Buch? Sie ist gekleidet in rotes Unter-
gewand und grünen Mantel. Rechts
von ihr zeigt Ursula ihre Pfeile. Ihr
Untergewand ist violett, das Oberge-
wand bläulich-grün. Links von ihr steht
Katharina mit dem Schwert in blan-
griinem Untergewand und rotem, grün-
lich-gelb gefüttertem Obergewand. Zwi-
schen beiden nach hinten zeigt sich Bar-
bara mit Kelch und Hostie. Auf ihrem
bläulich-grünen Mantel stehen die Worte
anmicus est. Wüter ist noch lesbar in
einem Nimbus die Inschrift Hilgardis
ora pro vobis. Auch diese Heiligen
stehen vor einer Kirchenarchitektur.

3. Der schlafende P e t r u s von
einer Oelberggruppe. In: Vordergrund
zieren den Garten fein gemalte Blumen

und Gräser. Petrus in blaugrünem
Untergewand ttnd fleischfarbenem Man-
tel sitzt in Schlaf versunken da und
schmiegt sein Haupt in die Rechte. Das
ausgezeichnet schöne Bild ist „Bartel
Zeitblom 1484—1617 in Ulm" zugeschrie-
ben.

4. Auf einem einzigen Flügelbilde ver-
einigt sind die Apostel: Iakobns der
A e l t e r e in blauem Untergewand und
rotem Mantel, mit Pilgerstab und Mn-
schelhut, und B a r t h o l o m ä u s mit
(t-etit Messer in bläulichem Obergewand,
zwei hervorragend gut charakterisierte
Gestalten.

6. M a r i ä V e r k ü n d i g u n g
(Schule Zeitbloms). Maria in bläulich«-
grünem Gewände ist vor dem Betstnhl
niedergesunken, auf dem ein aufgeschla-
genes Buch liegt. Zu ihr tritt der Ver-
kündigungsengel, sich hinkniend, in wei-
ßem Untergewand mit goldbrokatenem
Mantel, in der Linken einen Stab mit
Schriftrolle. In der Ecke des Zimmers
steht ein Blumenstock mit Lilien. Ueber
der Szene schwebt die Taube des Hei-
ligen Geistes.

6. Die B e s ch n e i d u n g Christi
(Zeitblom und Schüler). Ein sitzendet:
Priester hält das Jesuskind ans seinem
Schoß, wahrend ein anderer die Zere-

! monie vornimmt. Aus einem Schemel
im Vordergrund stehen zwei goldene
Schiisseln. Fiinf Männer, priesterliche
Diener, umgeben die Hauptszene, einer
aus ihnen liest aus einem Buch die ri-
tuellen Gebete, während ein anderer auf
eine Tafel schreibt.

7. Darstellung i ttt T e in p e I
(Zeitblom und Schüler). Auf einem
Tische, auf welchem gegen den Hinter-
grund hin zwei mit hebräischer Schrift
versehene Dasiiln sich erheben, mitten
in einem Tempelraum, läßt ein Prie-
ster (?) das Kind über einen Tisch da-

j hinschreiten seiner Mutter entgegen, hin-
ter der ein Mann und eine jugendliche
Frau stehen. Auf dem Tische (dem Vor-
dergrund zu) picken zwei Tauben Kör-
ner auf.

8. H i m m e I f a h r t C h r i st i (Schule
Zeitbloms). Im Vordergründe steht die
bewegte Schar der Apostel und Maria.
Von Christus, der vom Berge ans ent-
schwebt, sind nur die Füße und der un-
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