Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

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Rokoko. Dabei toimfoeirt icclte Altarbilder von
Joh. 'Georg Metzmer aus Saulgau (1753)
wi«e«der verw«eüd«et. '©Bertlfo tomtie, ibäie Restau-
ration den Kirche von «Wlinzi ng«en «m An-
griff 'genommen. Jetzt «sind in Arbeit «die
Kirche von H «irrlin.g >e n, gebaut von dem
Baumeister Grotzberger aus Haigerloch 1770,
mit alten Fresken, und ibie Kirche von Ur -
lau «mit barockem Schiff uüd Rpkoko-Ehor.
Auch in Hohenzo«llern war der Berichterstatter
tätig bei Koüferb'ierung von «Skulpturen und
Reparierung von Paramenten. Wer all diesen
Arbeiten wurde nach den feit den letzten
zwanzig Jahren 'angeweüdeten Grundsätzen
der Denkmalpflege verifahren, nach w«e«lchen
die Baubenkmale unid Kunstdenkmale in
ihrem alten Glanze und .i'Tt ihrer früheren
Freudigkeit «erstehen.

Ueber «den fünften Gegenstand «der Tages-
ordnung, die B e r e «i n s g a b >e , referierte
ebenfalls 'Pfeffer. Die letzte Veveinsgabe:
Kuhn, Roma, war für die Jahre 1912/15
abgegeben worden. Die neue Gabe ist für
die Mitgliedschaft von 1916, 1917, 1918 in
Aussicht genommen. nämlich: Kaufs-

m,a n n, K a r l Ko ria, Ho n!dbu ch de r
ch r i st l i ch e n K u n st a r ch ä o l o g i e, Pa-
derborn, Schöningh. Der Verfasser ist auf
dem Gebiet, das er behandelt, hervorragend
versiert. Durch feine Entdeckung des früh-
christlichen Menastempels in Aegypten hat er
die Kunstarchäologie auf eine wesentlich er-
weite-rte Basis gestellt und neues Material
von höchster Bedeutung verwerten können.
Das Werk ist ein Band von 814 «Seiten mit
über ©00 Abbildungen. Dasselbe dürfte einen
Wert von 20—25 M. repräsentieren. Mögen
die Geistlichen besonders durch 'Zahlreichen Er-
werb «der Mitgliedschaft sich Äie>fe kostbare Gabe
sichern, >die auch «sonst für «die Ausübung ihres
Berufes ihnen wertvolle Dienste leisten kann.

«Anschließend «gab «der Weveinsborstaüd eine
Reihe von kleineren M>itteilungen. Es findet
zur Zeit ein Wettbewerb zur «Er-langung von
künstlerischen K r i e g t r >g e «dächtnis ta -
sein in «Eisengust statt; bei d>er Veran-
staltung beteiligt sich «der Verein «durch sein
Ausschuhmitglied Professor Hummel-Stutt-
gart.

Anläßlich der vielen «Reubefchaffungen von
Glockün wird «der Befürchtung Ausdruck ge-
geben, es lwevd«e zu wenig auf die künst-
lerische^ Ge«staltung ge«achtet, besoUders was
Schrift und Bild«w«erk betrifft. Man möge von
den Kosten einen Teilbetrag lauf künstlerische
Entwürfe verwenden uüd nicht mit der Fa-
brikware und «den alten und «schlechten Mo-
dellen 'für das Figurenwerk sich «begnügen.

Die Lage des kirchlichen Kunsthand-
w e r k e s sei infolge «der Preis- uüd «Lohn-
steigerung eine schwierige 'geworden. Man
möge die Künstler «durch Aufträge ausgiebig
unterstützen.

Ein se«hr praktischer Gedanke wur«de in An-
regung 'gelbracht durch den Vorschlag «dies Vor-
standes, eine S a m m l üng von P «Holo-
graphien von älteren uüd neueren Kir-
chenbauten, Altären, Skulpturen, Gemälden
anzulegen und «im Verein selbst eine Samm-

lungsstelle zu 'errichten. Ein Anfang liegt
hiefür schon vor i>n «den Photographien, «die in
unserer Vereinsbibliothek lie'gen. Das gäbe
eine schöne Kunstschule, «einen 'trefflichen An-
schauungsunterricht und manchmal auch viel-
leicht eine treffliche Verein sgabe.

Nach Erledigung «dieser Tagesordnung hielt
Professor Dr. R o h r e«inen Bort«ra«g über
„G e d a n k e n ü b e r «Ern e u e r u n g von
K i r ch «a m d e r n a ch g o t i« s ch e n Bau-
st i I e", der wegen sein«es rhetorischen «Schwun-
ges, noch mehr w«e«gen «seiner praktischen Be-
deutung allgeme!in«en Anklang fand. Der
Vortrag erscheint in «der jetzigen Rümmer des
„Archivs". Mögen diese „«Gedanken" «beson-
ders bei «denen, 'die eine Restauration Vor-
haben, ernstlich «gelesen und beachtet werden.
Die Red'e ist e'in ganzer Kate'chismus «der Re-
stauvationsarbeit.

Damit w'ar «der offizielle Teil «der General-
versaMmlung gefchlosfen. Beim Mittags-
mahle gedachte «der «Vorstand no'chmals des
früheren «Schriftführers in «ehrenden und
dankbaren Worten, die d«ie«ser mit «den besten
Wünschen für den Vorstand uüd Verein er-
widerte.

Nachmittags QVZ Uhr versammelten sich «die
Teilnehmer 'in der S a m m l u n g d e r
vat er l ä n'«d i s ch e n Alter t ü mer , wo
der Vandeskonservator «Professor Or. G rad-
ln ann mit «seinem Herrn Assistenten die
Liebenswürdigkeit hatte, die «Führung «durch
die reichen Schätze 'dieses «Museums zu über-
nehmen und «eine Erklärung «der hervor-
ragendsten «Stücke vom künstlerischen 'Stand-
punkte aus d'arzübieten. Auch« bissen «beiden
Herren sei für ihr überaus «freundliches Ent-
gegenkommen herzlicher Dank gesagt. Es
zeigte sich w«ie!der, wie unzulänglich und un-
günstig die Räume für diese Kostbarkeiten
sind. Es wird «einmal erst recht eine Freude
sein, idi«e!selbe'N zu studieren, wenn sie in den
neuen Räumlichkeiten, «die hie für im Alten
Schloß zur Verfügung gestellt werden «sollen,
unte »gebracht «sein werden.

So hat «diese Tagung «des Diözesankunst-
vereins mit ihrem reichen Inhalt «die Ver-
hältnisse «des Vereins «aufs neue geklärt, «seine
Ziele ans Licht 'gestellt uüd e«ine Fülle von
Anregungen «gegeben, so daß man «sagen mutz,
daß in dieser 'Hinsicht «biiie «Veranstaltung hin-
ter ihren Vorgängerinnen nicht zurückgeblie-
ben «ist, sondern in allen Teilen ge-

lungen ist. Möge «die'se Generalversammlung
der Ausgangspunkt «werden für eine neue
Blüte des Vereins. Möge sie «dem Verein
w'i«e«der neue Mitglieder, «dem „Archiv" recht
viele Abonnenten uüd «der «Sache «der christ-
lichen heMgen Kun'st recht viele begeisterte
Freunde erwerben Helsen. Dann «hat «sie «ihren
Zweck erfüllt.

3. IV.

A n m >e l «d u n g e n zum V e r e i n mö-
gen erfolgen an den Dekanatsagenten oder
direkt «an H. H. Domkapitular «Aigeltinger «in
Rottenburg.

A n m © I «d u n g >e n z u «m A b o n n «e -
m e n t id e s „A r ch i v s" könn«e«n «erfolgen
bei der Post, im «Buchhandel, bei «der Ge-
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