Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

Seite: 27
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Der Pioni e r. XI. 7. und 8. Heft
(April und Mar 1919).

Im vorlÄigtznden Hest kommt die tauge ver-
nachlässigte Fassade n-malerei gebührend zum
Wort mit Bildeten von der He-rzogspitalkirche
zu München und der Hospitalkirche zu Füssen.
Sechs Schmi-edeisenkreuz - Zeichnungen von
Steinle-Sigma-ringen sind ein weitever be-
lebrender Schmuck der Nummer.

S. W.

D a s Wappen und fein >e B e -
st a n d t e i l e. Kurz gefaßte Anlei-
tung zum Verständnis des Wappen-
wefens. Von Li Hubeny,, Professor-
in Graz. Graz, Mosers Buchhand-
lung, 1919. 32 Seiten und 10 Tafeln.
4 M.

Die Schrift ist eine klare und eingehende
Darstellung des Wappen-Wesens, der Kunst
der alten Herolde. In Kunst und Kunst-
gewer-be wird sich immer wieder das Be-
dürfnis einstellen, sich Rats zu -erholen über
den heraldischen Schmuck. Dazu ist dieses
Merkchen vorzüglich geeignet. Die Wappen-
tafeln -sind sorgfältig und deutlich zusam-
mengestellt un!d vielen einen Uebe-rblick über
,di-e heraldische Formenwelt. Besonders
dankbar wird man dem Verfasser sein - fitr
die Beispiele der älleven Wappen, in denen
die Einfachheit un-d Schlichtheit des Wap-
penwesens so -eindringlich zum Ausdruck
kommt. In -einer späteren Auflage will der
V-e-rfass-er den id-urch -die staatli-chen Umwäl-
zungen entstandenen neuen Erscheinungen
Rechnung tragen.

S. Weser.

Tie ch r i st l i ch >e K u n st. X V. Jahr-
gang. 1918/19. Heft 3/4 und 5/6.
Ein -prächtiger F-arbendrrick von Fugels
Anbetung der Hirten leitet das erste Dop-
pelheft ein. Schmitz beschreibt die bayerische
Landeskriegsge-dächtniskirche in Nürnberg.
Jacobi bietet eine Studie über den Hans
Mülichaltar zu Ingolstadt. Brin-
zinger gibt ein Lebensbild von Auto n
von Gegenbaur. Eine reich verzierte
Monstranz für Demerath schließt b-t-e zahl-
reichen Illustrationen des Heftes.

Das folgende Doppelhefr ist dem „deut-
schen Malerfürsten" Mathias G rü ne-
rv a ld gewidmet und seinem Jsenheimer
Altarwerk, das Jos. Walter -ausgezeichnet
interpvediert. Der f Gras Hertling erhält
einen Nekrolog von Staüdhammer.

S. Weser.

Die christlich -e K un st. XV. Heft 7
und 8 (April und Mai 1919).

Das wiederum sehr reich -ausg-estattete Heft
bringt zum 70. Geburtstag des Malers Lud-
wig Glötzle -eine Abhandlung über deffen
n-eue Malereien mit 34 Bildern, wovon
-eines das farb-ig-e Einschaltbild von Döring.
Endves steht in -der -Studie über Dürers
„Melancholie" und „Hieronymus im Gehäuse"
eine Darstellung der philosophischen und theo-
logischen Gotteserkenntnis. Es gelingt ihm,

-di-e These siegreich zu behaupten. Die ge-
stohlene und w-iedergefundene Monstranz von
Rottenbuch mit Vobder- -un-d Rückansicht w-ird
von Pfarrer -Graßl b-eschrüben. Maler
Esche-rich b-eha-nide-lt „den Meister der Lorcher
Pieta".

3. W.

Ba u e d i k t i n i s ch -e Mo rt a t f ch v t f t.
I. Jahrgang 1919, Nr. 1-—4 (Januar-
April) und Nr. 5—6, herausgegeben
von der Erzabtei B'uron, Druck und
Verlag: .Kunstverlag Beuron. Jähr-
lich 7 M., eine Nummer 60 Pfg.

An -die Stelle -der ,,-St. Benedikts-Stim-
men" ist di-e-se Zeitschrift getreten. Sie soll
nach de-m Vorwort „-ein Stück Prolog der
kommeüden G-eistese-rneuerung sein und will
im Sinne des großen Orden-spatri-avchen di-e
Ohren schärfen helfen, dam-i-t si-e erfassen,
was -der Geist zu den iGemei-nd-en spricht"
(S. Reg. Pro!.). Das erste Sammelheft hat
einen ungemein -ansprechen-de-n reichen Inhalt
im Wechsel der verschiedenen Aufsätz-e und
seinen poetischen Gedanken. Wir machen auf
zwei Abha-üdlungen beson-ders aufmerksam,
die üb-er -Liturgie und Kunst von P. Hugo
Lang, der di-e Beziehungen der Kunst zur
Liturgiie geschichtlich -un-d ästhetisch wertet,
und die von P. -Ansgar Pöllmann mit der
Ucberschrift: „Ein -erratischer Block". In der-
selben wird -der künstlerische Entwicklungs-
gang des Meisters der Beuroner Schule, P.
D-esideri-us Lenz, in meisterhafter Weise ge-
schildert mt-d sein ganzes in-n-eres W-erden
haupl-sächli-ch -an ise-inen Ze-ichnun-gen un-d Dar-
stellungen der Pi-etä -au-fgez-ei-gt. Gerne folgt
man tzdem Versa sser in der iibe-rzeugenden
He-rausarbei-tung >d-es Bi-l-d-es des -Wesens -der
Beuroner Kunst und wird eine willkommene
llnterstützung finden in den -für diese Ab-
handlung dem Hefte beige-gebenen Bildern:
1. Erste Pi-eta von P. Lenz, München 1858,
noch -in gotisierender Weise; 2. Pi-eta in Rom,
1864, Mod-ellpho-tographie; 3. Pi-eta, entstan-
den -in Tirol 1865; 4. Pieta von St. -Gabriel,
Prag 1895, un-d 6. Zeichnung der Pi-eta von
1919, als ifc-er Künstler 87 Ja-Hre alt war.
Reizvoll sind -in dieser Arb-e-it besonders die
Vergleiche mit anderen Künstlern alter und
neuer Zeit in ihren Pieta-Da-rskellungen und
in ihrer Kunst überhaupt. Be-sonders sei auf
di-e C-harakte-ristik des schwäblische-n -Bildhauers
Kops -hingewiesen. — Im zw-eit-en Santm-el-
he-ste weriden -die Aufrisse und Qu-erschnitke
aus de-r Beuroner Kunst weite-rgeführt in
dem- Artikel: „Der triumphierende David".
Mit diesem Titel ist -ein Werk des P. Lenz
als Schüler der Münchener Akademie b-ezeich-
n-et, mit de-m der 24jährige Künstler -einen
zwei-ten Preis und di-e silbern-e Ehvenmünze
sich errang. Die dem He-st b-eigege-bene Pho-
tog-ra-phie des W-e-rkes zeigt -den Einfluß der
Antike -a-u-f ^d^n Künstler. Die Abhandlung
ist ü-be-vaus interessant durch den Einblick, den
sie gewährt -in -das Leben der Akademie nNd
durch die Charakt-eristernng von Le!hrern un-d
Künstlern. — Alles in -allein iha-t sich diese
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