Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

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Redigiert von Stadtpfarrer Rudolf Weser, Ulm-Söflingen.

Eigentum des Rottenburger Diözesan-Kuiiftvereiiis e. v.;
Rvmmissions-Verlag und Druck der Aktien-Gesellschaft Deutsches Volksblatt in Stuttgart.

Erscheint in Vierteljahrsheften. Preis durch die Post halbjährlich M. 3.25 ohne
pt* 2. Bestellgeld. Durch den Buchhandel sowie direkt von der Verlagshandlung
4 21 kt. - Ges. Deutsches Volksblatt in Stuttgart pro Jahr M. 6.50.

XXXVII.

1919.

Deutsche Bildwerke des fO.—18.
Jahrhunderts.

So betitelt sich ein hochfein und
reich illustriertes WerkH, der dritte
Band d er S p e z i a l f a t a lo g, e,
welche die W ti r t t. Altert n m s -
s a m m l u n g i n Stuttgart für
ihre Kunstschätze herausgibt (im ersten
Band sind die Bestände der Sammlung
an Ludwigsburger Porzellan, im zwei-
ten Band die an schwäbischen Glasmale-
reien behandelt). Nach dem Vorwort
von Gradmann umfaßt das Werk nur
die deutschen stachra rischen Bildwerke
unter Ausschluß der Bestände der her-
zoglichen Kunstkammer, der ausländi-
schen Bildwerke und der Kleinplastik.
Prof. Dr. Baum arbeitete an dieser
Ausgabe von 1910—1916. Das Stutt-
garter Museum hat den Vorzug vor
anderen Museen, daß die Kunstwerke
aus einem verhältnismäßig engen Ge-
biete stammen und ihre genaue Her-
kunft häufig und die Entstehungszeit
zuweilen bekannt ist. Doch waren die
Ermittlungen in dieser Hinsicht eine
mühsame Arbeit. Umso dankenswerter
ist die aufgewendete Sorgfalt, mit der
es gelungen ist, in die reichen Schätze
der Altertumssammlung erwünschte Ord-
nung zu bringen. Es ist ein hoher gei-
stiger Genuß, in 'dem brillanten Werk
diese Ordnung in ihrer Begründung

si De u t s ch e B i l b w e r k e b e § 10. b i s
18. I >a h r h u nd >erts. Won In lins
B a n m. Mit 20 Tafoln in Lichtdruck und
Halbtonätzung, sowie zahlreichen Textabbil-
dungen. In ganz Leinen gebunden 75 M.,
Stuttgart, Deutsche Berlagsanstalt, 1917.
XI und 392 Seiten.

und in der Charakterisierung der einzel-
nen Kunstwerke kennen zu lernen; es
ist ein hoher Genuß für das Auge, all
die Eigentümlichkeiten und Herrlich-
- keiten der alten Künste in vorzüglichen
Bildern an sich vorübergehen zu sehen.
Wenn im einzelnen manche Aufstellun-
gen und Datierungen nicht gesichert er-
scheinen, so tat das dem Ganzen keinen
erheblichen Eintrag.

Das Buch besteht im wesentlichen
aus zwei Teilen. Der erste Teil ent-
hält eine Art Systematik der Bildwerke
unter dem Titel: „Z u r Geschichte
der s chw äb iis chtz n Bild n e r -
kunst". Der zweite, ungleich größere
Teil dient der „Beschreibung der
B i l d w e r k e" im einzelnen.

In den acht Unterabteilungen des
ersten Teiles wird der ganze vorhan-
dene Bestand wissenschaftlich gesichtet.

In der B i l d n e r k u n st des frü-
he st e n Mittelalters nimmt die
schwäbische Bildner ei Wohl den fetzten
Platz unter den deutschen Schulen ein.
Hie und da trifft man auf ein prächti-
ges Ornament, einige gute Bildwerke,
die meisten Arbeiten aber zeigen einen
'■ vollendeten Tiefstand der Kunst. Das
harte Urteil sucht der Verfasser zu mil-
dern durch die Annahme vieler Verluste
in den Reformationsstürmen, im Drei-
ßigjährigen Krieg, in den französischen
Eroberungskriegen unter Ludwig XIV.
und durch die umfangreichen Kloster-
umbauten und -Neubauten im 18. Jahr-
hundert. Dabei wird man auch Hin-
weisen dürfen auf die sonstigen zahl-
reichen Kirchenneubauten im 16. Jahr-
h,ändert, die mit dem Aelteren gründ-
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