Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

Seite: 35
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des ersten Teiles. Die Bildwerke des
frühen Mittelalters eröffnen den Rei-
gen, S. 61—72. Ihnen folgen die
Bildwerke des 14. nnd friihen 15.
Jahrhunderts, Seite 76—130, mit der
Gruppierung in oberschwäbische, nie-
derfchwäbifche, fränkische, bayerische,
oberrheinische Arbeiten. Aelmlich. find
die Bildwerke des späten 15. und
frühen 16. Jahrhunderts gruppiert
in oberschwäbische, ulmische, nieder-
schwäbische, höllische, fränkische, bayeri-
sche, oberrheinische und niederländische
Schule (Seite 131—304). Es folgen
noch zwei kürzere Abschnitte über Bild-
werke des späten 16. und 17. Jahr-
hunderts (Seite 304—340) und des 18.
Jahrhunderts nach den Gruppen ober-
schwäbisch, nieder schwäbisch, fränkisch.

Jedes Kunstwerk ist genau beschrie-
ben mit Notizen über Herkunft, Er-
werb, Zeit und Literaturangabe. Wohl
die meisten Stücke sind in guten Bil-
dern der Betrachtung itnb dem Urteil
des Lesers vorgeführt, so daß alle billi-
gen Anforderungen, die. an ein solches
hervorragendes _ Katalogwerk gemacht
werden können, bestens erfüllt sind.

Seite 24, 6. Linie von oben steht
irrtümlich hl. Katharina in Oberherr-
lingen statt hl. B a r b a r a. Die An-
gabe in „Die Krmst- und Altertums-
denkmale im Muankreis, OA. Blau-
beuren", Seite 86 hat richtig: St. Bar-
bara. — Die aus Ulm stammende
Figur des 18. Jahrhunderts, S. 346/347,
ist doch wohl keine hl. Katharina, son-
dern wie der reiche Schmuck und das
zu ihren Füßen befindliche abgeschla-
gene Haupt andeutet, eine I u d i t h.

• Zu Seite 84/85: der über dem
Kreuz als Lebensbaum befindliche
Pelikan findet sich auch an der Kreu-
zigungsgruppe im Tympanon des
Nordostportals am Münster in Ulm.

Ein Verzeichnis der Bildwerke, nach
Gegenständen geordnet, ein Ortsver-
zeichnis und ein Künstlerverzeichnis
bilden den Schluß des Bandes.

Mit dieser Veröffentlichung sind die
Tore der Sammlung der vaterländi-
schen Altertümer 'in Stuttgart weit ge-
öffnet für ästhetische und wissenschaft-
liche Betrachtung und eingehendes Stu-
dium. Das Werk ist eine ausgezeichnete

Einführung ins Studium der schwäbi-
schen -Kunst nnb bildet einen sicheren
und zuverlässigen Führer durch die Be-
stände in Stuttgart. Die Deutsche Ver-
lagsanstalt in Stuttgart hat dem Buche
eine vorzügliche Ausstattung gegeben.
Dem Verfasser, Professor Br. Baum,
aber gebührt fiir seine höchst verdienst-
liche Arbeit der - Dank der Gelehrten
und Kunstfreunde.

S ö f l in g e n. We s e r,

A. Bantles Rreuzweg zu Geflingen.

Besprochen von Prof. I>r. I. Roch r,
Tübingen.

Die vierzehn Stationen der Mari.m-
kirche zu Stuttgart haben wesentlich dazu
beigetragen, die Beuroner Malerei popu-
lär zu mache::. Die Klarheit der Kom-
position, die Schlichtheit der Formen-
sprache, die Tiefe der Gedanken, die
kluge Ausnützung der Eig/nart der
Freskotechnik sind die Geheimnisse dieses
Erfolges, und es war -ein glücklicher
Griff des Ausschusses unseres Diözesan-
kunstvereins, als er die Reproduktionen
derselben seinen Mitgliedern als Ver-
einsgabe bot.

.Bautte steht auf den Schultern der
Beuroner und hält namentlich innige
Fühlung mit P. Desiderius. Man
mochte sich also etwas Aehnliches ver-
sprechen wie die Stuttgarter Fresken,
als er den Auftrag erhielt, die 'neu-
erbaute Kirche zu Oeflingen bei Säckin-
gen mit den 14 Kreuzwegstationen in
Freskotechnik zu schmücken. Die Auf-
gabe mag für den Künstler ihren beson-
deren Reiz gehabt haben. Sie war
-ziemlich umfangreich nnd galt dem male-
rischen Schmuck einer Meckelkirche mit
der Vorliebe für die spätgotischen For-
men und der Gewandtheit in ihrer
Handhabung, wie sie dem Künstler eigen
ist. Die Kirche schmiegt sich dem Ge-
lände trefflich an, beherrscht das Dorf,
hat weite, lichte Räume und' harmo-
uische Verhältnisst, einen Hochaltar von
Simmler-Offenburg (des Meisters letz-
tes Werk) und Seitenaltäre von Schnell-
Ravensburg, eichene Kanzel und eben-
solche Beichtstühle, letztere auf die Nischen
der SeUeuwände geschickt verteilt. Das
Gestühl hat seine natürliche Holzfärbe
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