Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

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rterrt wieder verladen werden mußte
und von den 20 im Betrieb befindlichen
Klosterpferden nicht von der Stelle ge-
rückt werden.konnte. Erst die 26 Och-
sen, die man von einem nahen Hofe des
Fürsten von Sigmaringen lieh, konnten
ihn wieder auf die Straße ziehen, und
dann erst spannte man die Pferde ein.
Hauptfuhrmann war Aurel' Heiller von
Gauingen. — Das obere Gewölbe des
Vorzeichens wird fertig. Zimmermei-
ster Arnold von „Upfelmehr" stirbt an
einer hitzigen Krankheit im Maurer-
haus. Joseph Zeiller von Sonderbuch
richtet die Kuppel des Nordturms auf,
am 11. Juli werden Knopf und Kreuz
aufgesetzt, der Kupferschmied deckt das
Dach. Die Werkleute erbitten und er-
halten ein Attest über Leistungen und
Verhalten. Im Frühjahr war schon das I
neue Abtbegräbnis eingeweiht und der
verstorbene Abt Beda dorthin über-
tragen worden. Das Schiff erhält sein
Gestühl und von Schultheiß (Pfron-
stetten) den Bodenbelag. Spiegler voll-
endet das Hochaltarblatt. Am 8. Sep-
tember, dem Titularfeft, ist die erste
Prozession in der Kirche.

Im Jahre 1754 erstellt der Bild-
hauer die Figuren des Alten und Neuen
Testaments neben dem Hochaltar und
des hl. Benedikt außerhalb der Kirche
über dem großen Tor. Ein schweres
Hagelwetter geht ohne besondere Schä-
digung des Neubaus vorüber. Bis zum
Aureliusfeste sind vier Register der
neuen Orgel fertig. Das Vorzeichen er-
hält ein eisernes Gitter „ob dem großen
Kirchen Thor". Das Gewölbe für die
große Orgel wird fertig samt den Fen-
stern (Juli).

Auf Benediktustag 1755 wird die
Orgel von Gabler^) fertig mit 26 Re-
gistern, 1999 Pfeifen und 4 Blasbälgen.
"Das Fest vom Herzen Jesu und der
Bruderschaft vom Schutz Mariä werden
besonders feierlich begangen.

1S) Joseph Gabler, geb. zu Ochsenhausen
1700, Sohn elnes Zimmerrncrnns aus Betzi-
gau bei Kempten, wird Orgelbauer bei Zie-
genhorn in Muinz. Auch bie Orgeln von
Weingarten (1666 Pfeifen), Ochsenhausen
(1999), Steinbach bei Rot und Memmingen
stammen von ihm. Für die in Zwiefalten er-
hielt er 6000 Gulden.

Im Jahre 1756 wird das Chorgitter
von Joseph Büffel von Brandweil bei
Feldkirch ausgestellt, aber ohne die Tor-
füllungen. Der Altar ist fertig und
wird von H. Meßmer gefaßt. Das
Marienbild erhält seinen Heiligenschein,
aus feuervergoldetem Kupfer, von
Knoblauch und dem Klosterschlosser.
Christian (Riedlingen) nahm an dem
Marienbild einige Äenderungen vor und
fand dabei das Holz trotz seines Alters
von mehr als 500 Jahren noch frisch.
Der Schlosser beschlägt die drei Kirchen-
türen. Auf 1. Adventssonntag sind die
Arbeiten fertig und der Abt hält früh
6 Uhr das Rorate pontilleallter.

Im Jahre 1757 wird das Chorgitter
ganz fertig und von H. Meßmer gefaßt.
Am 21. November erneuert der Abt
seine zweite hl. Profeß (d. h. er feiert
Sekundiz) in Anwesenheit des Prälaten
von Obermarchtal und der Aebtissin von
Urspring.

Von Ostern (26. Marz) 1758 an kann
der Chor ohne jede Unterbrechung wie-
der gehalten werden. Die Stukkatoren
vollenden das Vorzeichen. Der Kreuz-
altar wird auf 1. September fertig und
erhält seine Fassung durch Herrn Meß-
mer.

Am 11. Juni 1759 erhält der Süd-
turm seine Uhr. Dabei verunglückt
Zimmermeister Joseph Zeiller von
Sonderbuch durch einen Fehltritt, da er
Nachsehen will, wohin der Pfarrer zum
Versehgang reitet. Begräbnis am 24.
Juli. Die Glaser setzen die letzten Fen-
ster im Vorzeichen über den Türen ein.

In der Karwoche 1760 wird das neu-
gemalte Grab von H. Meßmer aufge-
stellt. Auf Pfingsten wird das Gitter
zwischen Langhaus und Vorzeichen an-
gebracht, ein Werk Joh. Georg Jing-
lings von Gosenzugen.

Im Jahre 1761 wird das a. 1760
ruinierte Positiv durch ein neues ersetzt.
Auf das Bruderschaftsfest des heiligsten
Herzens Jesu wird a. 1762 ein schöner
Altar gefertigt, „welchen auch Herr
Meßmer von Hohentiengen gemalt hat".

Aus Frater Baumanns Bericht er-
fahren wir leider nichts Näheres über
den Bauplan der Gebrüder Schneider.
Derselbe ist inzwischen entdeckt und
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