Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 37-39.1919/21

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laten wurde abgefordert sein silberner
Stab, das grüne Pektoral, das er in
Stuttgart bei der Auswart (kurz zuvor)
getragen/ hernach auch sein Weißes,
beide im Wert von 5000 sl." Die Stutt-
garter Herren hatten sich also den Prä-
laten bei dem feierlichen Anlaß schon
vorn Rentabilitäts- und Säkularisa-
tionsstandpunkt aus angesehene Damit
ist jedoch der Bestand offenbar nicht er-
schöpft. Dann die Paramente, die sich
beim Ableben des nach Mochental ver-
wiesenen Prälaten in seinem Nachlaß
fanden, waren sicher auch Klostergut
gewesen, und so mag noch manches in
obiges Verzeichnis gehören, was jetzt
im Besitz der damaligen Klosterpsar-
reien ist. Aber auch so läßt das Zwie-
salter Verzeichnis ahnen, welch* schwe-
ren Schlag die Säkularisation bedeutete"
nicht nur für die Kirche, sondern auch
für das Kunstgewerbeff. * 8

si Riefs .anderweitige Aufzeichnungen sind
and) nach >der wirtschaftlichen Seite inter- !
effant. Sein Einkommen gibt er an mit
■476 sl. 36 Kreuzer, das des Lehrers für
Unterricht während des Winters mit 52 sl.
Der von Ittenhausen, weit nicht Mesner,- be-
zieht nur 28 sl., der von Upslamer 21. Für
den „Heiligen und fine Schuten" gibt Ries :
1795—1808 aus: 192 fl. 38 Kreuzer. Ankauf
einer Orgel samt Postament 40 sl.,. eines
„neuen weißen Fahnen" 28 sl., Reparatur !
aller Meßgewänder 11 sl., „zwei blaue, drei
weihe, einen grünen und zwei schwarze Stöhle
samt drei Bireten zum Predigen" 12 sl., zwei
Kanontaseln 4 sl., eine Krone für die Mutter
Gottes in Ensmad 6 sl., zwei große versil-
berte Leuchter 8 sl., Wendelins- und Urfula-
bildnis 12 sl., Blumenstöcke 4 sl. 58, 4 Psd.
Wachs 5 sl. 20, zwei Pyramiden mit Reli-
quien gefaßt 4 sl., zwei neue Alben mit Spitzen
und rot Unterlegt 16 sl., vier Kelchtüchlein,
weiß, rot, blaugrün mit guten Borten 12 sl.,
Fassung von zwei Leuchtern nebst Kruzifix

8 sl., vierMiniftrantenchorröcke 4 fl. usw. Unter
seinen Paramenten .figuriert auch „Vom Kö-
nig selbst" ein silberner, vergoldeter Kelch.
Woher ihn der König bezogen haben mochte,
ist -unschwer zu erraten. Das Schicksal der
Meßgewänder usw. läßt sich ahnen, wenn ein
gleichzeitiger Stuttgarter Bericht !bk Lücken
in der Schätzungsliste damit motiviert, die
Borten müßten erst verbrannt, das Edel-
metall darans-ausgeschieden und zusammen-
geschmolzen weiden.

Literarisches.

B en e dt kt i n ist che Mon nie
fchrift 1919 I, Nr. 11—12. Als

Titelbild ist dem Schlußhest des 1.
Jahrgangs das Dreikönigsb ild
zu Meßkir ch von Jörg Z i e g I e r,
1535, beigeben. Aus die Arbeit Ans-
gar Pöllmanns über P. Desiderius
Lenz bezieht sich die Abhandlung: Tie
Metzgerdynastie Lenz und ihre Ge-
vatterschaft mit Stammbäumen und
die Bilder: Haigerloch 1835, Bildnis
des jugendlichen P. Lenz und des
Professors Lenz. Eine Arbeit von
P. Athanasius Miller über „Das
Wohnhaus im Lande der Bibel" bie-
tet ebenfalls künstlerisches Interesse.

D er Pionier, XII, 1 und 2, Okt.'
und Nov. 1919. Brinzinger (Stutt-
gart) bringt einiges, weder Neues
noch Tiefes, über den hl. Franz in
der christlichen Kunst: Schmidkunz

schreibt über Kataloge für Kunst und
Unkunst und den Wert dieser Kata-
loge. Die Illustrationen beziehen sich
auf den erstgenannten Aufsatz, zeigen

*• ferner ein Kriegergedächtniskrenz,
einen Hochaltar in Dipperz, ein Grab-
denkmal aus dem Waldsriedhos in
München mit tüchtiger Statue d-es
hl. Martinns.

Die- Be r g k i r ch e von Lande n> -
b a ch, ihre Geschichte und ihre Kunst-
schätze, von M. Schermann, ein Ge-
denkblatt zur Fünshnndertjahrseier
der Gründung, wird uns durch die
Güte des H. Pros. Knatsch (Stutt-
gart) als Beitrag zu Neubauten und
Restaurationen von Kirchen unter
Vorstand Schöninger übersandt. Die
Schrift berichtet über die. Geschichte
der Wallfahrt und der Kirche. Das
Gnadenbild, Vesperbild, ist als Titel-
bild -beigegeben. Sodann wird der
Ban und die Einrichtung der Kirche
genanestens beschrieben und die Er-
neuerungsärbeiten. des 19. und 20:
Jahrhunderts dargestellt. Mit vielen
Illustrationen, auch dem berühmten
Jaspisciborium, mit einem Grundriß
und Aufriß.

S ö f i t n g e >i. ' W e s e r.

Deutsche Ma l er ei nn d Plastik
von 1350—1450 von Dr. Hermann
Ehmüberg, Bonn tmd Leipzig, Kurt
Schröder 1920. 99 S. 13 Mark und
20 Prozent So rt.-Zuschlag. ^
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