Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 40.1925

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A- 1657, eröffnet Weihbischof Georg Sigmund Müller von Constanz, geboren in Rottcn-
burg und nachmals bei St. Moriz begraben (der Stein heute noch an der Südseite neben
dem hintern Eingang der Kirche vorhanden) die Altäre der Kirche und fügt zu den vorhan-
denen Reliquien neue hinzu. — S. 224 ff., A. 1659, läßt man von den vorhandenen vier
Glocken drei umgießcn. Denn die Neunuhrglocke hatte „einen Schaden erlitten". Der ur-
sprüngliche Plan, alle vier Glocken umzugießen und bei der größten derselben Einsparungen
zu machen (sie wog 40 Zentner, — Gießerlohn 5 fl. pro Zentner, zu bezahlen mit dem
zu erübrigenden Metall, dazu 20 fl. an Geld, ein Ohm Wein, ein Reichsthaler zum Trink-
wein), wurde wieder aufgcgebe». Nur die Elsuhr-, die Neunuhr- und die Totenglocke wur-
de» umgegoffcn. Ein Ratsbeitrag wurde verweigert. Die Weckentalbruderschaft gab 50 fl.,
die Stiftsherrn 70 fl., dazu 20 fl- von den „ruffischen Zinsen" (Stiftung Ruff). Auch eine
Kirchweihkollekte wurde vorgenommen. Weihbischof Müller nahm die Benediktion vor (die
erste zu Ehren Mariens, die zweite zu Ehren von St. Mauritius und Remigius, die dritte
zu Ehren von St. Michael und allen Engeln geweiht). Dafür verehrte man ihm ein gutes
Lamm, 2 Vrl. Wein und 6 „Huenle". — A. 1660 werden sämtliche Kelche bis anf einen
gestohlen, f. u. - S- 228, A. 1661, wird Goldschmied Johann Dizinger in Rottenburg
ein neues Ciborium in Auftrag gegeben zu 70 Lot ü 7 Batzen, er macht es aber 80 Lot schwer
und erhält dafür 90 fl. 40 kr. „ohne allen Nachlaß". — S. 255, A- 1667, wird St. Bern-
hards Altar privilegiert auf alle Montage. — S. 246, A. 1672, verschafft ein Legat des
ch Propsts Hans Georg Walch der Kirche unter anderem „einen schönen silbernen, doch ver-
goldeten Kelch", im selben Jahre ein solches des ch Chorherr» Georg Finkh „den schönsten
Kelch -.., besten Trinkgeschirr ein Engel trägt (S. 249). — S. 259, A. 1676, „ist zu der
großen Glocke unserer Stiftskirche ein ganz neues Joch gemacht" und die Glocken „zugleich
gewendet worden", Kosten 50 fl. - S?265, A. 1678, beschafft Propst Johannes Schön
auf feine eigenen Kosten „den carmosinrot-daffeten schönen Rauchmantel, an dem Fest des hl.
Maurizii erstecmahl zu gebrauchen". — S. 262, A. 1677, we.ten die Faste itücher, die wäh-
rend der Fastenzeit außen am Chorgittcr ausgestellt werden, in ihrem oben Teil ausgebestert
durch Maler Iunkhcr von Breicht (?) —(5 Bilder). Kosten für 28 Ellen Tuch 5 fl. 44 kr.,
den Maler 15 fl., seiner Magd 6 fr., Mathes Schielling, Mesners Sohn, für Annähen
des Tuchs 44 kr. - S. 265: Den 5. Mai 1679 übernimmt Hans Michel Rigler von
Haigcrloch die Reparatur der Stiftsuhr um 25 fl. gegen 10j. Garantie und liefert sie am
29. Juni wieder ab. — S. 266, A. 1680: „auff den heiligen pfingfttag Hab ich der Stüfts-
kürchcn zu Ehren Sant Maurizij undt seiner Gesellschaft verehrt ein Höchen neuwen schön
gezirtcn silbernen undt vergulten Kelch sambt der patin, balt an dem gewicht 2 marckh
6 loth 5 gr. daß ist 58 loth 5 quintle jedeß loth bezahlt umb 1 fl- 16 kr- bringt 49 fl.
5 kr. Unden im Fuß Hab ich folgendte schrift eingraben lasten: Ioan. Evang. Weittenauer
Rottenb. Protonot. ApoftolicuS, Sf. Theologiac Doctor Colleg. EcelcS. S. Mauritij
Ehingac Canonicus, et ParochuS A" 1680. Für diese Schrift ist dem goldschmidt bezahlt
50 kr. Item dem betten dcß Kelchs halber, daß er selben »ach Constanz zur Weyhung ge-
tragen seindt verehrt 50 kr. Ganze Sa. ist 50 fl. 5 kr." Gleich darauf kauft M. Hans
Conrad Mauz, Kreuzkaplan allda, einen schönen silbernen, vergoldeten Kelch zu seinem Ge-
brauch. — S. 278, X 1686, erhält die Stiftskirche aus dem Nachlaß des bereits genann-
ten Weihbischofs Müller eine schwarzes Kreuz mit silbernem Christuskörper, 6 silberne
Leuchter, Rauchfaß, Schiffchen, Weihwastergefäß mit Aspergill aus Silber, über 40 Mark
schwer, früherer Ankaufspreis ca. 700 fl., sowie 12 Tafelgemälde (der Gekreuzigte zwischen
2 Räuber», der büßende Petrus, die büßende Magdalena, die 4 Evangelisten, St. Seba-
stian, St. Christopherus, Ecce homo, Darstellung im Tempel, die Mater dolorosa, die
letzten fünf je ca. 2 Ellen hoch). — S. 280, A. 1687, vermacht Frau Emma Kiblc» den
Betrag von 100 fl. zu einem neuen Annaaltar, „weil der dermalige so gar schlecht sei". -
fe. 281: An Pfingsten desselben Jahres bedient sich Weittenauer erstmals des neuen, zuvor
nicht gebräuchlichen Himmels (Baldachin) bei Versehgängen. Im selben Jahr wird das neue
Kirchhofkreuz erstellt — S. 282 — „und die an Stühlen baufällige Vorbühne der Stifts-
kirche abgebrochen und mit lauter neuen Stühlen wieder gemacht" (Preis: 62 fl. 58 kr.).
Weihbischof Müller erhält einen Gedenkstein an der Wand „unter der Tauftüre", für wel-
chen Marti» Müller, Canonicus und Cellarius der Domkirche zu Augsburg, dem Steinmetz

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