Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 40.1925

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Johann Fauser für Stein, Fuhrlohn und Arbeit 50 fl- bezahlen läßt. — S. 285, A. 1690,
wird nach Pfingsten der Kirchhof ausgebessert, „bedeckt und ausgeweißnet" um 50 fl. aus
dem Vermächtnis des Marschalls Sebastian Wilhelm Schorer. — S. 286, A. 1692,
sendet Emma Maria Müller, Witwe des markgräflich-badischen Vogtes Lorenz Weitten-
auer in Gernsbach, einen vergoldeten Kelch zu 41 Lot 3Vi Gr. und von ihrem Bruder,
Domherrn M. Müller in Augsburg, noch einen größeren Kelch samt Patene zu 65 Lot, so-
wie ein ganz vergoldetes Lavoir zu 40 Lot und ein Paar Kännchen zu 28 Lot 2 Gr., „alles
in schöne» Futteralen von rotem Leder. Für daö Ueberbringen 2 Reichstaler bzw. ein Du-
katen gegeben" und dem Rottenburger Goldschmied Jacob Wilhelm Gerber für das Anbrin-
gen von Schild und Wappen „besagter Herrn und Frauen" 2 fl- 48 kr. Den 1. August
stellt Canonicus Georg Philipp Sindlinger eine Summe zur Verfügung für einen neuen
Hochaltar, „verdingt" ihn persönlich an Bildhauer Carl am Rhein in Rottenburg um
180 fl., dessen Bruder Hieronymus daö Holz und die Schreinerarbeit dazu um 70 fl., Ar-
beitszeit 1 Jahr, f. u- - Im Herbst desselben Jahres wird der Annaaltar mit bischöflicher
Erlaubnis von der Neckarseitenwand in die Nähe der Tauftüre (Südseite) versetzt auf
Kosten des Stiftsherrn Franz Bckhinger. — S. 287, A. 1695: Weil die französische Ar-
mee in der Gegend von Stuttgart ist, wird bcschloffcn, die „besten Kirchensachen" wenn
nötig in die Schweiz zu flüchten. Den 12. Juli beginnt der Abbruch des Choraltars; den
16. Juli bricht Maurer Martin Regele das Sakramentshäuschen an der Sakristeiseite des
Chors ab, am 17. geriistet er den Chor mit Brettern von den Karmeliten zum Weißnen ein,
am 24- Juli fügt Steinmetz Georg Schwelger einen Kragstein ein an der Stelle des Sakra-
mentshäuöchenö (um 2 fl.), dessen Steine ins Beinhaus kommen. — S. 288: Am 18. Juli
übernimmt Glaser Andreas Edelmann das Ausbrechen, Auslaugen und Wiedereinsetzen
sämtlicher Chorfenfter um 6 fl. Am I. August ist der Chor geweißt, das Osterlamm an das
Gewölbe gemalt und das Gerüst wird abgebrochen. In der Zwischenzeit war der Gottes-
dienst in der Sakristei. Die Kosten trägt Canonicus und Pfarrer Lic. Joh. Georg Edel-
mann in Ehingen mit 50 fl. — S. 289: Am St. Mauritiusfest stiftet Wcittenauer ein
silbcrbcfchlagenes Miffale (Kosten 57 fl. 42 kr.). A. 1694: Am 4. Adventssonntag kommen
von Anna Beklin, Spitalvater Anna Lauxenö Hausfrau, 100 fl. zum Annaaltar. Am Sil-
vestcrtag wird auf Kosten von Lic. Edelmann (71 fl. 14 kr.) ein durchlaufendes „Gatter"
vor dem Chor erstellt, während bisher jeder Altar fein besonderes „Gatter" hatte. Im Mai
errichtet Canonicus Ph. Sindlinger ein Gerüst vor dem Hochaltar für dessen Bemalung
durch den Gatten feiner Schwcstertochter, den Maler Johannes Mayer von Rottwcil.
Kosten 200 fl. Am Morizfest ist alles fertig bis auf die Bilder von St. Georg und St.
Sebastian. — S. 290: Den 15. Januar „verdingt" Propst Weittcnaucr an den Bildhauer
C. am Rhein einen neuen Annaaltar um 100 fl. Am 20. Tag des Herbstmonats wird er
erstellt und die Frauen haben „große Andacht" und brennen viele Kerzen. — S. 291: Am
20. Herbstmonat 1697 stiftet die Weberzunft einen Leuchter zum Seelenaltar. Kosten 15 fl.

Nun kommt der große Umbau. S. 292: Am 14. März 1701 beginnt man mit dem
Abbruch der alten Sakristei hinter dem Kreuzaltar und dem Bau der Annakapelle daselbst
auf Kosten des Landeshauptmanns von Rost; am 15. April findet man unter der Erde einen
großen, schön gehauenen Torbogen. An Jakobi transferiert man auf den Altar daö St.
Annabild vom Laurentiusaltar und hält am St. Annatag erstmals daö Amt. Das Altar-
blatt stammt von Maler Glükher von Rottweil (Preis 200 fl.), die Fassung des Altars
von Maler Martin Kopp-Rottenburg (120 fl.), der Kapellenbau von Maurer Gerhinger
— alles eine Stiftung von Rosts.

Am 51. August übermittelt Canonicus Georg Edelmann vom Kapuzinerprovinzial
eine Nachbildung des eisernen Nagels, mit dem Christi rechte Hand am Kreuz ange-
nagelt war.

S- 295. Am 25- April 1702, der Kirchweihe des Stiftes, am Sonntag quasi
modo geniti werden erstmals die zwei neugefaßte» thebäifchen Legionshäupter auf dem
Hochaltar ausgestellt.

Am 25. April 1702 erhält Landeshauptmann v. Rost einen Nachfolger in der Person
des H. Ludwig Constantin v. Ulm - Den 4. Juli 1704 verehrt P. Sigmund Edelmann
0. Cap. zu St. Annä Altar ei» Kißlein, auf welchem St, Annä Fuß soll gestanden sein,

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