Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 40.1925

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1723. Den 27. Oktober starb Herr Propst Michael Wildt. Den 17. März Amtö-
einsetzung Sr. Exzellenz Marquard von Ulm als Landvogt. — Den 16. November wird
Christoph Edelmann zum Propst gewählt.

1724. Am 1. Oktober Erdbeben, ebenso am 21. Mai 1723. — Den 8. Juni 1724
wurde die Klausenkirche geweiht. Kirchweihfest ist der dritte Sonntag nach Pfingsten. Den
12- dto. weihte auch Herr Weihbischof den Altar im Bethaus der Klosterfrauen und ihre
Gruft in unsrer Klausenkirche.

1723. Den 28. Juni stirbt Herr B. Karl v. Hohberg. — Am 16. Januar großer
Brand in Horb (Stiftskirche mit Turm, acht Stiftshäuser, Nonnenkloster, Rathaus, ins-
gesamt 163 Häuser). — Den 17. Juni hält Kanonikus Georg Edelmann seine zweite
Primiz ohne Opfer der Weltlichen, aber nachher wird ein Almosen gegeben. — Die vier
Nebenaltäre in der Stiftskirche werden teils „neu gemacht, teils repariert", Kosten für
den Schreiner 72 fl. 44 kr., den Maler (die Blätter = Bilder) 47 fl. Herr Pfarrer
Neiß läßt nx proprio den Sebastianaltar fassen und zu St. Ursula oder Schutzengelsaltar
gab Herr Laur 13 fl.

1726 beginnt die Stiftskirchenturmreparation. Den 12. März wird die neue Meß-
pflege in der Altftadtkirche mit der dortigen Katharina-Kaplanei inkorporiert. — Den
1. Juni wird „der BruderschaftS-L.bl.V.-Sieben-Schmerzen-Altar" Herrn Martin Kopp
zu fassen verdingt zu 220 fl., fertiggestellt am 8. August.

1727, den 3- Januar, wirft der Sturm das Kreuz auf dem Kirchhof samt dcm
Bild Christi, Mariä und Johannes um; Neuerrichtung am 20. März. — Den 12. März
kam von Augsburg das silberne, vergoldete Mauritiusbrustbild; es kostete 387 fl. 12 kr.
— Den I I. Mai schlägt der Blitz in einer Stunde in unseren reparierten, in St. Mar-
lins- „und den Ergenzinger Turm". — Den 17. Mai wurde die Altstadtkirchhofmauer
repariert. Kosten 89 fl. 34 kr. Das äußere Stück Mauer gegen St. Jos') „hat damals
der Stadtbaumcister von sich selbst auf der Stadt Kosten repariert". — In diesem Jahre
wurde der neue Daniasthimmel bei der Fronleichnamöprozession erstmals getragen. -
1727 wurde das erste Mal das neue Ziborium gebraucht. Zur Spaichinger Feuerspritze
wurde vom Stift eine Beisteuer erbeten und 20 fl. gewährt. Dies Jahr wurde erstmals
zu Beginn des Advent „der englische Gruß oder Maria und Gabriel gestellt".

1728. Im Oktober wurde der Hochaltar in der Altstadtkirche von Franz Agger,
Schreiner, um 64 fl- und I Malter Korn gemacht und von dem Schreiner Hammerbacher
samt Chortäfer gefaßt um 68 fl. 31 kr. - Den 12. April starb der letzte von Hohberg,
Franz, den, über dem Grab der Stab nach dem Amt gebrochen und zu ihm ins Grab ge-
worfen worden.

1729 „wurde das liederlich und gefährlich neugcmachte Kapitelhaus mit zwei langen
eichenen Durchzügen repariert, daß man sicher darin sein kann""). Die Altstadtkirche erhält
zwei Nebcnaltäre ü 70 fl.

1730 „wurden die vier Sakristeifcnster mit breiten, dicken eisernen Stangen ver-
sichert vor Dieben". Kosten 63 fl. 29 kr. — Das Stift begeht die Kanonisationsfeier
des hl. Johann v. Nepomuk neun Tage. Dessen silbervergoldeteS Brustbild, das Propst
Edeftnann aus eigenen Mitteln bezahlte, kostete 418 fl. 21 kr. — Fol. 406. Zugleich
beging das Stift seine vierte Säkularfeier.

1732- Den 4. und 3. Juni wurde der neue Hochaltar in der Klausenkirche von
Franz Agger gemacht und aufgerichtet (85 fl. 12^ kr.) „und von eigenem Geld des
Propstes Edelmann bezahlt" (jetzt Pfarrhaus?). — Den 15. Mai wurde an H. Antonii
Neupppcn Haustüre die Nepomukstatue aufgerichtet und von ihm bezahlt (508 fl.). -
Den 20. Oktober Schwierigkeiten mit den Behörden, „weil wir znm unnötigen und nicht
dauernden Neckarbau nicht gleich wollten 100 fl. geben".

Damit hat uns die Chronik die Stiftskirche mit ihren Annexen geschildert, wie
sie waren und wie sie unter der Hut uud Pflege ihrer Pröpste ausgeftaltet und ausge-
schmückt wurden. Der wichtigsten Aenderungen, die sie berichtet, sind eS folgende.

Die heutige Kirche ist, wie bereits hervorgehoben wurde, mit Nahtgewölben im
Geschmack der Barockzeit eingedeckt, und zwar so, daß dadurch die Oberlichter des Mittel-
es St. Joe = St. Jodok, Kapelle bei Weiler, später abgebrochen.

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