Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 40.1925

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traut. Die noch vorhandenen Rokokoaltäre erhielten lachsrote Marmorierung mit Säulen
verde antico, Chorgestühl und Beichtstühle violette, die Felder blafigelbe Fassung.

Auch noch dem Jahre 1923 gehört die Renovierung von Heufelden bei Ehingen
an. Das St. Gangolfskirchlein, ursprünglich wohl Kapelle, bat ein respektables Alter.
Schon 1433 stiftet Klara von Stadion die St. Gangolfskaplanci. Allein der Turm mit
seinem starken Mauerwerk ist noch viel älter. Das Schiff, mit dem Chor in einer Höhe
flach gedeckt, wurde 1904 verlängert gegen Osten und >874 die Sakristei angebaut. Das
Querhaus und der dreiseitige Chor sind also neu. Der Hochaltar mit einer geschnitzten
Madonna (gotisch) zwischen Gangolf und Sebastian stammt aus dem 17. Iabrhundert,
aus derselben Zeit ein St. Wendclin und ein Pelikan, ei» hl. Joseph mit Jesuskind aus
dem 18. Jahrhundert, eine Holzfigur St. Nikolaus, 85 Zentimeter hoch, ist spätgotisch.
Den Marienaltar ziert ein sehr schönes Marienbild. Die freundliche und wohltuende Be-
malung der Kirchcndecken und der Wände wurde von Kunstmaler Braun (Ehingen) in
feinfühliger Weise durchgeführt. Von seiner Hand stammen auch die Stationenbildcr,
deren (rcsp. ihres Meisters) Lob August Breucha in begeisterter Weise im „Schwäbischen
Volksboten" schildert.

Aus dem Jahre 1924 sind mir nur bekannt geworden die Restauration der Pa lm-
bühlkirche zu Schömberg und die Kirchenvcrgrößcrung der St. Leodegarkirche
zu Stetten ob Rottweil, deren Weihe mit Altarkonsekration am 25. Mär; 1925
erfolgte. Als Neubau wurde in Angriff genommen die Kirche in M ü h l a ck e r, eine
Herz-Jesu-Kirche, das Ortsbild beherrschend — auf einem Höhenrücken des Ortes gebaut.
Die Kirche hat eine Länge von 56 Meter, Breite 21,50 Meter, der Turm wird 32 Meter
hoch. Kirche und Turm sollen später durch einen kleinen Arkadcngang mit dem künftigen
Pfarrhaus verbunden werden. Der Chor ist von zwei Anbauten flankiert, der Sakristei
und einem kleinen Schulraum; von beiden Anbauten sind zwei kleine Seitenkapellen abge-
schieden, die von der Kirche aus zugänglich sind. An der Rückseite des Hauptschiffes liegt
in der einen Ecke die Beichtkapelle, in der anderen ist der Aufgang zur Empore und zum
Turm, dessen unteres Geschoß einen Raum für Kirchenchorübungen oder Versammlungen
enthält. Außerdem ist eine Art Unterkirche in verschiedene Räume abgeteilt für Gemeinde-
saal, Kleinkinderschule, Bibliothek, Aborte. Der Chor ist mit Eisenbetongewölbe, das
Schiff mit kaffettierter Holzdccke versehen. Das Ganze ist Eisenbetonkonftruktion mit Ver-
kleidung aus Hausteinen (Maulbronner Sandstein) und Hintermauerung aus Backstein
und Schlackensteinen. Das Bauwerk hat im Schiff 540, auf der Empore 60 Sitzplätze
und etwa 300 bis 400 Stehplätze. Plan und Ausführung von Architekt Otto Linder
(Stuttgart). Bau und Einrichtung sind noch nicht abgeschlossen.

Im Jahre 1925 wurde vollendet der Kirchenbau von Rohrdorf, der sich über die
Zeit von 1921 — 25 hinzog. Der Bau von 1921 wurde 1922 eingewciht. Die Staats-
lotteric von 1925 war bei der Auszahlung völlig entwertet. 1924 wurde Turm und Uhr
erneuert und 1925 die Fenster eingesetzt.

In den schönen Kranz von Kirchen in S t u i t g a r t reiht sich die S t. F i d e l i s -
k i r ch e an der Seidenftraße ein, zu der am 22. März 1925 der Grundstein gelegt wurde,

Am 5. April d. I. erfolgte die Konsekration der Kirche des neuen Franziskaner-
klofters in Saulgau durch den Titularerzbischof P. Dionys Schüler (Gorhcim).

In C b r i st a z h o f e n wurde ein neues Geläute beschafft mit fünf Glocken (cis, e,
lis, gis, li) mit eisernem Glockenftuhl um 20 000 M. von der Firma K. Hamm (Regens-
burg). In den Turm kam eine neue Uhr (Firma Hörz, Ulm).

Am 20. April begannen in Oberndorf a. N. die Bauarbeiten zum neuen Kirchenbau.

Am 25; Mai fand die Konsekration der Pfarrkirche von O b e r d e t t i n g e n statt
vurch Se. Erzellenz Bischof Paul Wilhelm.

Am 24. Mai war die Weihe der Kriegergedächtnisglocke auf St. Salvator--
G m ü n d (Firma Kurtz, Stuttgart). Ihr Schmuck ist das Bild des Apostels Paulus und
die Inschrift: „Christus ist mein Leben. Ewiger Friede, ewige Ruhe, ewiges Licht den
Helden. Gegossen im Jabr 1925, im Jubeljahr des Bischofs Paul Wilhelm von Keppler."
Die Salvatorkirche hat im Krieg zwei Glocken verloren. Ihr jetziges Geläute ist gestimmt
auf die Töne g, b, d.

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