Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 40.1925

Seite: 56
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Noch sind einige Funde von alten Freskomalereien zu erwähnen:

Die Auffindung des Totentanzes in dem Kreuzgang des Wcngenklosterö zu
U l m ist im laufenden Jahrgang des „Archiv" in einer eigenen Abhandlung berichtet.

Im Kreuzgang des ehemaligen D o m i n i k a n e r k l o st e r s zu M e r g e n t h c i m
— das Kloster ist als Volksschule verwendet — , stieß man bei Einbauten auf alte
Fresken. Eine Bildreihe stellt in fast lebensgroßen Figuren die hl. Katharina, die
Büßerin Magdalena, die hl. Barbara mit eltlichen kleineren knienden Gestalten dar.
Unter der Figur der Magdalena, die von Engeln zum Himmel getragen wird, ist ein
Wappen (Berlichingcn oder Bieringen) angebracht. Unter dieser Bildreihe kamen zu beiden
Seiten eines jetzt vermauerten Eingangs zwei schöne Figuren mit ausgezeichneter Linien-
führung und ovalen Gesichtern zum Vorschein, vielleicht St. Elisabeth und St. Wolfgang.
Die Bildreihen haben wohl noch eine Fortsetzung unter der Tünche. Eine früher in Mer-
gentheim aufgedeckte Freskenfolgc, ein Marienleben, wird auf 1342 datiert. Die neu auf-
gefundenen Bilder gehören wohl der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an.

Im Februar 1924 sind in der Kirche zu W e i ß b a ch, OÄ. KünzelSau, unter dem
Kalk mittelalterliche Malereien von ca. 1402 zum Vorschein gekommen: die zwölf Apostel
in Rahmen gemalt und Szenen der Passion Christi auf rotem Grunde. Sie lassen auf
einen guten und selbständigen Meister schließen.

Diese Funde bereichern unsere Kenntnis der fränkischen Monumentalmalerei in er-
wünschtem Maße.

Über die bedeutenderen Kirchcnrestaurationcn und die Kirchenneubauten sollen einzelne
Artikel nach und nach in Zukunft erscheinen. Es wäre sehr zu wünschen, daß mehr oder
weniger ausführliche Mitteilungen der Redaktion von der Pfarrgeiftlichkeit zur Verfügung
gestellt würden. Für alle derartigen Mitteilungen, auch für Ergänzungen und Berich-
tigungen der vorstehenden Notizen ist die Redaktion von Herzen dankbar.

Unsere MM.

D i e projektierten Türme der Klosterkirche zu Wiblingen. In dem Biblio-
thcksaal zu Wiblingen befand sich die Tuschzeichnung der Fassade der Klosterkirche. Jetzt ist die Zeichnung
eingerahmt und ziert de» Gang zur Bibliothek. Die Anlage mit de» Doppeltürmcn, die sich i» drei
Geschossen in die Höhe strecken, hätte» dem ganze» Gebäude eine noch ungleich monumentalere Wirkung
gegeben und die riesige schwere Horizontale des gewaltigen Kirchendachs mit ihrer Vcrtikalität in ein
befriedigendes Gleichgewicht gebracht. Allein der Geldmangel und die Scharten der kommenden Säkulari-
sation haben das Projekt nicht zur Ausführung gelangen lassen. Jetzt schließt der Turmaufbau schon mit
dem ersten Stockwerk ab. Sofort auf das Gesims des ersten Stockes sind die einfachen Dächer aufgelegt.
Ebenso fehlt der Mittelaufbau, an dessen Stelle eine einfache Mauer in segmentartiger Form, von
ein paar Fensterlukcn durchbrochen, getreten ist, deren G-simS das Dach aufnimmt. Auch das untere
Geschoß ist nicht nach der Zeichnung, sondern in wesentlich vereinfachter Weise ausgeführt worden.

Die beiden Bibliotheksaalbilder sind Ausschnitte aus dem großen Fresko von Martin
Kuen.

Das G u t e n z e l l e r Bild ist nach einer Photographie von Hammer (Schwendi) hergestcllt.

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Den Herren Geistlichen räumen wir Vorzugspreise ein.

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