Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 40.1925

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bemerken, daß ich letztere längst bei Ihrem Herrn Bruder') in Rottweil gesehen habe. Ich
freue mich, einen so tüchtigen Künstler nnter meinen Landsleuten und künftigen Diözefancn
zu wissen.

Dieser Tage war ich in München, um beim päpstlichen Nuntius den üblichen Eid ab-
zulegcist). Leider hatte ich nicht die Zeit, Sie persönlich aufzusuchen, zumal Sie in Ihrem
Briefe Ihre Wohnung nicht angegeben haben. Dagegen habe ich ein paar Stunden die
internationale Ausstellung besucht und darin Ihre Arbeiten getroffen.

Unter Wiederholung meines Dankes zeichne ich hochachtnngsvollft Euer Wohlgeboren
ergebenster Dr. Hefele.

2.

Rottenburg, den 30. Dezember 1869.

Hochgeehrter Herr Landsmannn! Bei meiner Uebersiedlung nach Rottenbnrg traf ich
bereits in meinem Zimmer ausgestellt das wunderschöne Christkind, welches Sie mir zu
senden die Gewogenheit hatten. Es ist die schönste Zierde meines Zimmers und zieht die
Augen aller derjenigen auf sich, die mich besuchen, so das, es zu Ihrer fortschreitenden
Anerkennung im Vaterland dienen muß.

Empfangen Sie dafür meinen verbindlichsten Dank und seien Sie versichert, daß ich mit
Vergnügen den Wunsch erfülle, den Sie in Ihrem verehrten Schreibe» vom 2. d. M.
angedeutet haben. Ihr ergebenster Dr. Hefele, Bischof.

3.

Rottenbnrg i. Württbg., 26. Dezember 1877.

Geehrtester Herr! Empfangen Sie meinen verbindlichsten Dank für den neuen Beweis
Ihrer Güte gegen mich, aber auch zugleich meine aufrichtige» Wünsche zu den Resultaten
Ihrer Kunst!

Die fünf übersandten Photographien zeigen, daß die Statuen, deren Abbilder sie sind,
trefflich sein müssen. Ganz besonders haben St. Alois und St. Rosa v. Lima angc-
sprochen "). Es freut mich ungemein, daß es Ihnen in Amerika gut geht und daß cs
Ihne» gelungen ist, alle Hindernisse zu besiegen, die den monumentalen christlichen Kunst-
schöpfungen im Wege stehe». Wiederholt habe ich in den katholischen deutsche» Zeitungen
Nordamerikas, von denen mir von Zeit zu Zeit Blätter zugcschickt werden, rühmende Mit-
teilungen über Ihre Erfolge gefunden.

Die Statue, der Christusknabe mit Kreuz, die Sie mir jetzt gerade vor acht Jahren
ins Haus stellen ließen, ist eine Zierde meines Empfangssalons und wird stets von sehr
vielen Leuten rühmend und lobend betrachtet. Er wird auch in diesem Salon nach meinem
Tode noch bleiben; denn ich habe ihn nebst anderem zur bleibenden Ausstattung der bischöf-
lichen Wohnung bestimmt).

Einliegend erlaube ich mir, Ihnen ein photogr. Abbild meiner Wenigkeit beizulegc»
mit der Bitte um freundliche Aufnahme. Vergessen Sie dabei nicht, daß ich bereits ein
alter Mann bin und nächstens in mein 70. Jahr cintrete!

lieber die Zustände im Vaterland sind Sie ohne Zweifel orientiert. Wir haben Gott
Lob! i» Württemberg noch immer de» kirchlichen Frieden; denn unser guter wohlwollender
König") will keinen Kulturkampf und auch die früheren Heißsporne unter der Geistlichkeit

*) Vinzenz Schneiderhahn, damals (seit 22. Juli 1868) Rektor am Gymnasium Rollweil; vgl. oben S. 78.

")Karl Joseph von Hefele, geb. 16. März 1809, ord. 14. August 1833, Ostern 1836 Privatdozcnt der
Kirchcngeschichte und deren HilfSwiffcnschafte» an der Universität Tübingen, 8. Sept. 1837 außerordentlicher
und 12. August 1840 ordentlicher Professor der genannten Fächer, Winter 1868/69 als Consuitor Concilii
nach Rom berufen, zum Bischof von Rottenbnrg erwählt 17. Juni 1869, präkonisiert 22. November und
konsekriert und inthronisiert 29.Dezember 1869; gest. 5. Juni 1893.

ch Originale von den Statuen: St. Aloisiue in der Marienkirche zu St. Louis, St. Rosa v. Lima in
der BonifatiuSkirche zu Germantown befindlich; vgl. oben S. 79.

4) Gipsfigur, am Fuße mit „M. Schneiderbahn" gezeichnet; Größe: Postament 35X35 um, Höhe:
85 cm. Gütige Mitteilung von H. H. Zeremoniar Seibold-Rottenburg, dem auch hier bester Dank gesagt
sein soll.

ch König Karl von Württemberg (186-1—1891), dessen besonderer Kunst sich Bischof Hefele erfreuen
durfte.

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