Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 40.1925

Seite: 120
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Der Kleine Herder. Nachschlagebuch über alles für alle. Mit vielen Bildern und Karten.
2 Bande 1531 S. Freiburg, Herder, 1925, jeder Band 15 M.

Hier haben wir ein ganz vorzügliches Nachschlagebuch vom Verlag erhalten, der durch die Heraus-
gabe des großen Konversationslexikons sich eine reiche Erfahrung für die Edition dieser Handausgabe
gesammelt hat. Wir rühmen a» dem Werke vor allem die handliche Form, die knappe, treffende Kürze
der Erklärungen, den reichen Inhalt von Einzelheiten aus allen Gebieten des menschlichen Wissens
und Lebens, den scharfen und deutlichen Druck, besonders den hervorstechenden Druck der Stichwörter,
die ein sicheres, leichtes und schnelles Auffindcn ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist die Aufnahme
der modernste» Begriffe, Erfindungen, Entdeckungen, Persönlichkeiten aller Art, die, wie z. B. die
moderne» Politiker, im Lichtbild wiedergegeben sind. Ueberhaupt ist die Verbindung von Text und
Illustration in einer ganz außerordentlich reichhaltigen Weise durchgeführt. Die Illustrationen sind
in oft kleinen, aber ungemein scharfen Bildern gegeben, oft in überraschender Vielseitigkeit, z. B. die
Musikinstrumente auf zwei ganzseitigen Tafeln. Di- eingefügtcn farbigen Tafeln (Edelsteine, Flaggen,
Trachten, Schmetterlinge, Pilze, Vögel) sind von ausgezeichneter Schönheit. Am meisten interessiert uns
die Behandlung der Kunst und Kunstfragen. Es ist staunenswert, in welcher Fülle die Einzelheiten
in diese» beiden Banden dargcstellt sind: Kunstwerke aller Zeiten und Völker in Wort und Bild,
die Bilder der Künstler und ihre Hauptwerke bis in die neueste Zeit herauf; daneben ganze Aufsätze, wie
z. B. „das Betrachte» von Kunstwerken"; genaue Erklärung der Kunstausdrücke usw. Alles zusammen-
genomnie» eine treffliche Einführung in die ganze Kunstgeschichte. So wie es nun bei der Kunst geschieht,
so findet sich dieselbe Vielseitigkeit und Eindringlichkeit in den Stoff auch bei de» anderen Disziplinen.
Wir sind überzeugt, cs ist dem Verlag gelungen, „dem Vielerlei der täglich andrängende» Fragen und
Bedürfnisse einen wahrhaft gebrauchsfähigen Ratgeber geschaffen zu haben".

Die christliche Kunst. München XXI, Heft 9-12 (Juni bis September).

Das 9. Heft ist ganz der Architektur gewidmet, näherhin der Ludwigshafener Kirchenbaukonkurrenz.
Das reiche Bildermaterial gewährt einen sehr guten Einblick in die Anschauungen und Ideen der mo-
dernen Kirchenarchitektur, wozu auch »och die „Gedanken" des Prof. Karlinger Erläuterungen geben.
Die Entwürfe des Rcgierungsbaunieisters H. Herkommer, Stuttgart, wurden mit dem zweiten Preis
ausgezeichnet kür die Herz-Icsu-Kirche wie auch für die Marienkirche. Der Entwurf des Architekten
Richard Steidle, München, eines Landsmanns von uns, für die Herz-Jesu-Kirche wurde angckauft.
Nach einem kurze» Ueberblick über die Ausstellung der christlichen Kunst auf der Biennale in Rom,
bei der besonders Italien, Deutschland, Frankreich, Ungarn vertreten waren, beschreibt das IO. Heft
die Unterkirche von S. Francesco in Assisi und gibt reiche Illustrationen, behandelt die Kallimachus-
grabplatte in, Vergleich mit einigen anderen Grabplatten in Krakau und werden die beiden Abend-
mahlsbilder Dürers von 1510 und 1523 einander gegenübergestellt und gewürdigt. Im I I. Heft kann man
in Wort und Bild die portugiesische Kunst des Klosters Batalha genieße». Die Bilder von einer Madonna i»
S. Kassian zu Regcnsburg, einer solche» von Neumarkt a. d. Rott und die KrcuzigungSgruppc zu
S. Emmeran, Regensburg, werden als Werke Hans Leimbergers vorgeführt. Ebenso wird eine originelle
Kriegergedächtniskirche in Ruhpolding mit ihrem plastischen und malerischen Schmucke geschildert. Das
12. Heft führt in die Obcrkirche von S. Franz in Assisi (mit prächtigen Bildern), beschreibt die Kirchcn-
»eubauten des Architekten Rich. Steidle: S. Franziskus in München, den Entwurf der Kirche zu
Rodalbe» und den zur Herz-Icsu-Kirche in Ludwigshafen. Kurt Bauer berichtet über die Entdeckung
des Professors La Cava 1923, der auf dem Bilde des hl. Bartholomäus von Michelangelo auf feinem
„Jüngsten Gericht" auf der abgezogenen Haut des Heiligen das Antlitz des Malers Michelangelo entdeckt
hat. Sehr interessant ist auch der Artikel über die Jerufalems-Jrrgärte«, eine Art Fußbodenlabyrinthc.

Die christliche Kunst. München XXII, Heft 1 (Oktober 1925).

Der neue Jahrgang hat feinen Unifchlagdekor sehr vorteilhaft verändert. Auch der Halbbruch der
Textseilen ist verschwunden, und auch da« gereicht der Zeitschrift zum Vorteil. Dem verstorbenen Gold-
schmied Joseph Will, Lehrer an der Hochschule für freie und angewandte Künste in Charlottenburg,
widmet Gehrig ein Gcdenkblatt. Die Fresken der Liebfrauenkirche zu Zürich von Fritz Kunz bespricht
Pater Alb. Kuhn und Paul Hildebrand kommentiert in Aphorismen die sechs Radierungen von Zwicncr,
Breslau. Im Novembcrhcft wird die S. I o h. - N c p. - K i r ch e zu M ü n ch e n , eine Asam-Kirche,
geschildert. — Der Gartenarchitekt Hempelmann spricht über die Anlage eines Klostergartens mit
Kreuzweg. — Den beiden Büsten des Jubelbischofs von Seibold, München, ist ein Artikel von Pfeffer,
Rottenbnrg, gewidmet. S. Michael in der Wachau und das Wahrzeichen der siebe» W c i he-
ilere auf dem Dach dieser Friedhofskirche wird von Mailly zu erklären versucht.

Benediktinische Monatsschrift. 1925 (VII), 9—10 H. (September und Oktober.)

Besonders interessieren uns hier die Abhandlungen über S. Matthias in Trier (mit zwei Bildern)
und über „Altes und Neues vom BencdiktuSkreuz".

Blätter für württ. Kirchengeschichte. 1925, Hest 1—4.

Die Arbeit von Hoffmann, zur ältesten kirchlichen Geschichte des Bezirks Gaildorf, ist wichtig für
die Kunstgeschichte wegen der Notizen über die Kirchenheilige».

S. W.

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