Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

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von Figuren des sogenannten Canisius-AltareS usw. Als man darum seit
1921 daran ging, auf Ave Maria eine durchgängige Restauration der Kirche
durchzuführen — sie war notwendig geworden, weil die herrlichen Kunstschätze
daselbst zugrunde zu gehen drohten, namentlich auch der einzigartige Plafond
abzubröckeln und herabzufallen begann —, mußte man auch an ein großes
Reinemachen in bezug auf stilwidrige Zutaten und Ballhornisierungen
denken. Wenn man nun auch diese Pnrifikation nicht bis ins kleinste und bis
auf den letzten Punkt treiben konnte, so wurde sie doch mit der eigentlichen Re-
staurationSarbeit glücklich dnrchgeführt unter Leitung des Architekten August
Koch (Stuttgart) und mit Hilfe des Bildhauers Max Nagel (Stuttgart),
dem besonders die Restauration des Hochaltars und der Ornamente und Her-
stellung einiger hübscher Engelfignren oblag. Neben der künstlerischen Be-
deutsamkeit der Instandsetznngsarbeit auf Ave Maria sei auch noch auf den
Umfang derselben hingewiesen. Von der Wengenkirche in Ulm abgesehen,
wurde seit langem eine so umfasiende Restauration nicht inehr durchgeführt,
konnte in diesen schweren Zeiten nicht durchgeführt werden. Wenn sie auf
Ave Maria zustande kam und wenn man dafür in der Öffentlichkeit nicht
um Gaben bat, so darf auch dies hervorgehoben werden.

Eunstchronik

Am 7. Juni 1925 fand die Grundsteinlegung der S. Augustin nS-
k i r ch e in H e i l b r o n n statt (Architekt Herkommer).

Ebenfalls im Juni 1925 war Grundsteinlegung in B a i e n f n r t (Archi-
tekt Linder).

Die Kirche in Mühlacker wurde am I I. Oktober 1925 eingeweiht.
Ein gutes Bild derselben findet sich in der Festschrift zum BischofSjnbiläum.
Die Kirche ist dem H e r z e n I e f u geweiht und nach dem Plane von Architekt
Linder in neuzeitlichem Geiste gebaut. Sie ist eine Hallenkirche aus Eisen-
beton mit einfacher strenger Gliederung der Architekturformen, unter Ver-
wendung von zwei Motiven, dem Dreieck und der Parabel. Die fassettierte
Holzdecke hat eine schlichte Farbentönung. Zwei kleine Seitenkavellen sind
in Violett und Grün gehalten. Die Kirche ist unterkellert im Chorraum.
600 Sitz- und 400 Stehplätze. Der Gemeinderat hat für die Kirche 2000
Mark gestiftet.

Am 11. November 1925 fand die Weihe der neuen (vergrößerten) Pfarr-
kirche zu Obernheim statt. Am 7. September 1762 hatte Karl Franz
Joseph Fugger, Weibbischof von Konstanz, die frühere Kirche konsekriert,
welche vom Deutschordensbaumeister Bagnato um 6000 Gulden 1755 — 55
erbaut worden war. Der damalige Bau war mit guten Fresken und
Stukkaturen geschmückt. Dieser Schmuck wurde mit seinem ganzen Raume
für die neue Kirche beibehalten; denn das alte Kirchlein bildet das Querschiff
der neuen Kirche, die sich dem alten Stile des Barock-Rokoko anschließt. Der
Hochaltar ist der Kirchenpatronin S. Afra geweiht, der Seitenaltar S. Jo-
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