Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

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Reich- Joseph Geiger, Goldschmied, Gmünd Reich- Joseph Seitz, Goldschmied, München

streng stilisierte Ähren, welche die Kuppa umgeben. Die Maße sind sehr gilt
abgewogen. Es weht aus dem Werk eine etwas herbe Strenge, die sehr gut
zu dem tremendum mysterium paßt. Der rührige Meister ist sehr bestrebt,
in den kirchlichen Geist einzudringen und Gediegenes zu leisten. Das Werk
ist in Privatbesitz.

2. Joseph Seitz, Ziseleur und Goldschmied in München, gebürtig ans
Gmünd, hat einen Kelch, den die beiden Konvikte Ehingen und Rottweil', und
ein Ziborium, das das Wilhelmsftift in Tübingen zum BischofSi'ubiläum
widmete, gefertigt. Der Kelch zeigt eine neuartige Form und ist ganz in
Email auSgesührt. Die Kuppa enthält das Ährenmotiv in grün, die Schaft-
teile sind in blau und grün in der Technik des Grulenschmelzes gearbeitet, der
Fuß mit Weinranken und Trauben ist in Zellenschmelz, violett und grün anS-
geführt, wobei ein reliefartiger Charakter zum Ausdruck kam. Mit Aus-
nahme der polierten Kuppa ist alles in Metallvergoldung auSgesührt, welche
znnl Schmelz des Emails in ruhigem Zusammenklang steht.

DaS Z i b o r i u m zeigt das Ährenmotiv am Fuß in getriebener Arbeit.
Die Überleitung zum Schaft trägt Füllungen in Elfenbein, deffcn weiße

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