Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

Seite: 50
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vertraut geworden; im Hause seiues Onkels, deS kunstverständigen
Pfarrers Laib in Odheim, der, mit Prälat Schwarz in Ellwangen, (
14 Jahre hindurch an der Redaktion des „Kirchenschmucks" be-
schäftigt war, wurde er wohl noch mehr in das Verständnis und die >
Aufgaben der Kunst eingeweiht. Als Repetent in Tübingen konnte
er schon als Lehrer der Kunstgeschichte auftreten und las im Som-
mer 1880 über Geschichte der christlichen Malerei von Giotto bis
Fiesole und Darstellung der Hauptgrundsätze der monumentalen
Malerei. Im gleichen Jahre 1880 zum Stadtpfarrer in Cann-
statt ernannt, lernte er die Bedürfnisse und Nöten der Diaspora- '
gemeinden in Hinsicht auf die kirchliche Kunst kennen, wodurch er
für sein ganzes Leben eine besondere Neigung zur tatkräftigen
Hilfe gegenüber den kultischen Erfordernissen der Diaspora ge-
wann. Unterdessen war er auch schou in den Ausschuß des Diözesan-
kunftvereins berufen worden und mußte als Schriftführer den
Nekrolog auf deu ersten Vorstand dieses Vereins, Prälat Dr.
Franz Joseph Schwarz, im „Archiv" 1885, S. 77, abfassen. Von i
der 8. Nummer an zeichnete er als Redakteur, war jedoch schon
am 31. Juli 1885 zum Vorstand des Vereins und zum Redakteur
gewählt worden. Die beiden Ämter bekleidete er bis 1. Dezember (
1894, da er inzwischen nach Freiburg i. Br. übergesiedelt war. Als 1
sein Nachfolger in der Schriftleitung, sein Bruder, Stadtpfarrer
Eugen Keppler, am 5. Mai 1897 gestorben war, übernahm Prof.
Paul Keppler (Freiburg) wiederum die Redaktion (1897, Nr. 7
bis 12). Beim Abschluß dieses 15. Jahrgangs erfahren wir, daß
das „Archiv" Ende der achtziger Jahre 1200 Abonnenten gehabt
hat, aber durch die Gründung der „Zeitschrift für christliche Kunst"
ein Rückgang der Abonnentenzahl eintrat. In seinem Abschieds-
wort sagt Prof. Keppler, daß er kein geringes Maß von Mühe
und Sorge auf das „Archiv" verwendete und mit ihm durch viele
freundliche und traurige Erfahrungen und Erinnerungen verbun-
den bleibe; man möge es ihm nicht verargen, wenn das letzte Wort, j
das er als Redakteur niederschreibe, ein eindringlicher Aufruf sei,
dem Blatte, das nach seiner Überzeugung seine Mission noch nicht
vollendet habe, treu zu bleiben und neue Freunde und Leser zu

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