Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

Seite: 78
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gefällige Holzleuchterformen vorzeigte, besonders für Privatgebrauch geeignet.

Die G e i s l i n g e r Metallwarenfabrik bot saubere galvano-
plastische Tafeln religiöser Darstellungen, und besonders zwei hübsche Messing-
leuchter.

Kunstmaler A u g. P l e p P (Weilen-Schömberg) brachte ein ganz modern
gehaltenes größeres Gemälde, eine „Mariä Verkündigung", das durch seine
kräftige Farbengebung für sich einnimmt. Außerdem geben eine Reihe von
Zeichnungen und Radierungen ein charakteristisches Bild von der Eigenart
des Künstlers.

Derselbe ist auch vertreten in den Blättern der neuen O st e r k o m m u-
nionzettel, an deren Herstellung sich Hofmeister (Rottenburg), August
Braun und I. Braun (Wangen), Julie Reischle (Tübingen) und Otto Hupp
(München) beteiligt haben. Über diese Zettel sind uns sehr weit auseinander-
gehende Urteile zu Ohren gekommen. Im allgemeinen ist man von denselben
nicht so sehr erbaut, wie man nach den Beschreibungen und Anpreisungen, die
sie gefunden haben, meinen könnte. Man sagt z .B.: Von den neuen ..Mustern
der Osterkommunionzettel" sind die älteren, teilweise längst gebrauchten,
wie Nr. I und 2. Lamm mit Osterfahne lind Lamm im Kreuz, gut, die anderen
gefallen nicht. Auch wir können uns nur mit wenigen der neueren Bilder be-
freunden. Es sind die Nummern (nach Muster- und Preisliste über Ofter-
kommunionzettel, Verlag der „Rottenburaer Zeitung") 1 und 2. 3 Oster-
lamm auf dem Buche, 16 Guter Hirte mit Lamm und Stab und 8 Der kreuz-
tragende Heiland. Bei Nr. 14 ist der Hirsch so wenig deutlich, daß man fast
Mühe hat, ihn herauszubringen. Darstellungen wie 4, 6, 13 werden schwerlich
beim Volk irgendein Interesse wecken können. Nicht übel gefällt uns das
Wappenftück von S. Moriz (Rottenburg), freilich nickt an sich; denn Wappen-
kunde ist ein nicht sehr einfach Dma; die lateinische Umschrift und das Figuren-
werk bleiben dem Volke ohne Erklärung — und die kann hier auf diesen Zetteln
nicht gegeben werden — unverständlich; aber insofern gefällt das Stück, weil
es zeigen kann, wie ein schönes Wapyenbild. Siegelbild einer Kirche oder
Gemeinde, schön und eigenartig wirken kann. Nur dürfen diese Wappen- oder
Siegelbilder nicht zu klein, zu puhia lind undeutlich gegeben sein. Im allge-
meinen wird eS fraglich fein, ob die Mühe, die man für diesen alljährlich
wiederkehrenden, in Hand und Gebetbuch der Gemeindeglieder sich versenken-
den lind tallsendiilal sich sofort wieder verlierenden Artikel auwendet, nickt doch
zum größten Teil verlorene Liebesmühe ist. Wenn man aber sich einmal hiefür
einsetzen will, so sollte erstens das Papier nickt hart und stark, sondern dünn
und doch gut sein, damit eS sich dem Papier der Gesang- und Gebetbücher an-
schmiegt und nicht bei jeder Gelegenheit entflattert. Zweitens sollte das Bild
,licht klein und nebensächlich, sondern stark lind deutlich hervortretend und
hauptsächlich auftreten. Über das Thema der Bilder ließe ssch viel sagen, doch
wir müssen uns bescheiden. Drittens: Bei der Beschriftung sollte das
religiöse Moment, die Schristftelle. ein Liedervers. ein kurzes Gebetchen,
mehr hervortretend und wichtiger erscheinen als die doch eher formelle Bezeich-
nung der Ofterkommunion in der und der Kirche. Gailz gut könnte die nicht

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