Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

Seite: 81
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ren haben; einen prächtigen Anhänger mit dem Mittelftück einer Maske; drei
weitere Anhänger mit Halskettchen, die den zarten Halsschmuck eines Kreuzes
in überaus feiner Einfassung wieder mehr in Ehren bringen, sorgfältigste und
penibelste Arbeit von wunderbarem Reiz; das Ziborium von Spaichingen, das
wir in Wort und Bild im Archiv 1926, I. Heft, gezeigt haben, wurde in ent-
gegenkommender Weise für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt; dazu,
kamen noch zwei Versehpatenen, die eine mit ausgezeichneter Emailarbeit, die
andere von ganz minutiöser Goldschmiedearbeit. Außerdem war noch eine
große Anzahl von Zeichnungen für Kelche, Ziborien, Monstranzen zu sehen,
welche die ganz persönliche Einfühlung des Meisters in Zeichnung, Material
und Schmuck zum Ausdruck bringen.

Noch einmal kommt die Gmünder Spezialinduftrie zum Wort in einer
Ausstellung der Firma Widmann n. Ott (Gmünd), Inhaber Schumpp, welche
in der Sakristei der Wengenkirche untergebracht war. Mit Erfolg bemüht sich
diese Firma, aus dem Gebiet der Devotionalienherftellnng — Kreuze, Me-
daillen, Rosenkränze — Gediegenes herauszubringen und zu verbreiten. Unter
anderem haben wir von dieser Firma hervorzuheben eine sehr gute Porträt-
plakctte des Papstes PinS XI. in Rundform, mit 14 Zentimeter Durchmesser,
in ganz lebenswahrer Erfassung und Wiedergabe.

Mit diesem Rundgang haben wir ein Bild einer zwar kleinen, aber doch
lehrreichen Ausstellung gegeben. Wir sind den Künstlern und Firmen dankbar,
daß sie sich entschlossen haben, die Erzeugnisse ihrer Tätigkeit vorznführen.
Soweit wir beobachten konnten, wurde der Ausstellung von den Geistlichen
und Laien, die sie besuchten, großes Interesse entgegengebracht. Wir haben nun
nur den Wunsch, es möchten die so bekannt gewordenen Aussteller die nötige
Aufmunterung und Unterstützung finden. Die Kunst braucht Aufträge und —
Geld! Möchte besonders bei Neuanschaffungen aus tüchtige Qualitätsarbeit
das Augenmerk gerichtet werden. Was beim hl. Dienst verwendet wird, das
sollte auch ein wahres Kunstwerk sein.

Die DeichWhle der st. Deliskirche in Stuttgart.

In früheren Jahrgängen des „Archivs" wurden gelegentlich Richtlinien
gegeben für die Behandlung der Beichtstühle, und an der Hand moderner
Kirchenausstattungen gezeigt, in welcher Weise besonders störende Fehler zu
vermeiden sind. In derselben Absicht sei auf die irr der neuen St. Fideliskirche
hingewiesen. Ihr Standort forderte besondere Rücksichten bei der Konstruk-
tion. Ist derselbe im Chor oder einer durch Einziehung der Streben gewonne-
nen Seitenkapelle, so ist damit eine gewisse Isolierung ermöglicht. Auch bei
größerem Zudrang können die Wartenden in gemessenem Abstand gehalten
werden, und es ist keine Gefahr, daß sie etwas von dem Bekenntnis oder dem
Zuspruch hören. Steht jedoch der Beichtstuhl an der Wand in einem Sciten-
gang (vgl. Marien-, Elisabethen-, Eberhardskirche in Stuttgart und viele
andere im Land), so ist die genannte Gefahr ohne weiteres gegeben, so auch in
St. Fidelis. Der Aufbau, nach dem Entwurf des Erbauers der Kirche, Herrn

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