Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

Seite: 86
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in 3, 4. Eigenartig wirkt der Engelreigen in 3, 5; etwas leer „Jerusalem, du hochge-
baute Stadt" in 3, 6; dafür umso wuchtiger: der alte Barbarossa und Jung-Siegfried i»
4, I und 2; und dann sehr idyllisch der Wiesengrund in 4, 6. Derselbe Verlag gibt die
„Bronnenhefte" heraus, wie „Jnselfrühling" und „Schwesterndienst", „Drei Mütter"
usw., deren Schwerpunkt auf charitativem Gebiete ruht.

S. W.

Ars Sacra. Schweizerisches Jahrbuch für christliche Kunst, 1927. Verlag
Gebr. Heß, Basel. 46 Seiten und 24 Tafeln.

Das Jahrbuch ist zweisprachig. G. de Reynold eröffnet es mit französischer Vorrede
über die Entwicklung der christlichen Kunst unter Hinweis auf die neugebildete schweizerische
Societas S. Lucae. M. Wackcrnagel verbreitet sich über das Problem der christlichen Kunst.
Alois Süß redet von kirchlichem Recht und kirchlicher Kunst und weist energisch auf den
C. I. C. hin. Der Glasmaler Cingria freut sich voll Hochgefühl über den siegreichen Einzug
der modernen christlichen Kunst in die Kirchen en Suisse Romande und zählt die Erfolge
dieser Betätigung auf. Zu den ganz vorzüglichen Abbildungen: 2 Holzschnitte (Gethsemane
von Wanner, St. Gallen, und Madonna von Matt — der letzteren geben wir wegen ihres
rassigen Schnittes den Vorzug) und 24 Tafelbilder, schreibt R. Heß (Basel) seine kurzen,
aber treffenden Erklärungen. Unter den Tafelbildern nennen wir eine Dreifaltigkeit von
Sevcrini, dargestcllt in drei Personen, nach alter Weise; Cingria, Die Erscheinung des
Herzens Jesu; Wanner, Verkauf Josephs; eine Reibe von Glasscheiben von Albert,
Hinter, Schwer!, ohne die anderen Künstler geringschätzen zu wollen. Dann folgt eine
Tabernakeltüre mit dem guten Hirten von Feuillat, ein Altarkreu; von Stockmann, ei»
Ziborium von Blöchlinger, ein Grabkreuz von Herger, ein Missale-Einband von Fräulein
Favre-Bulle (sehr beachtenswert!). Die Architektur vertreten Dumas, Schenker, Higl,
Sträßle und Moser-Doppler, letztere mit einer Eisenbetonkirche (in Basel), deren Seiten-
wände fast ganz durch riesige Glasfcnsterreihen aufgelöst sind, von großartiger Jnnen-
wirkung. Mit den in den Abbildungen gezeigten Kunstwerken kann sich jedermann gerne und
freudig abfinden. Sic zeigen eine vielverheißende moderne Kunftentwicklung, die doch immer
wieder den Geist der alten großen Zeit zum Durchbruch kommen läßt. Möge das treffliche
Jahrbuch, das so viel Schönes und Lehrreiches bietet, auch in Zukunft recht viel ErfreulickieS
von dem frisch pulsierenden Leben der schweizerischen kirchlichen Kunst erzählen! S. — W.

Rudolf Schieftl. Von Leo WeiSmantel. 3. Anfl. Verlag des Bübnenvolks-
bnnds, Berlin 1926. Mit 5! Bildern, darunter fünf farbigen Tafeln.
64 Seiten, 1.50 M.

Hier hat ein Poet einen Maler verherrlicht und der Maler den Dichter begeistert. Die
einzelnen Kapitel der Schrift: Das Smubol des wandernden Gnadenbilds, Der polnische
Maler, Der Schmuck des Lebens, DaS Irdische, DaS Land und der Bauer, Das Himm-
lische — Gott, die Mutter und die Heiligen, DaS Problem der Form, dringen tief ein in
die liebenswürdige Künstlerpsnchc und verraten den feinsinnigen Beobachter und treuen
Freund. Die Illustrationen auf gelbgetöntem Kunstdruckpapier sind ganz vorzüglich und die
farbigen Bilder auf grünlichem Grund heben sich vortrefflich ab. Herausgeber und Verlag
baben dem Buch eine ausgezeichnete Ausstattung und ein schmuckes Kleid auf den Weg mit-
gegeben. Das Buch wird die Kunstgemeinde Schiestls gewiß reichlich vermehren.

Söflingen. Weser.

Das Kinderparadies. Von Eduard Bäumer. Verlag des BühnenvolkSbunds
Berlin.

DaS ist ein Bilderbuch für die Jugend, mit ganz reizenden Bildern, an dem alt und
jung sich erfreuen kann. Es sind bei aller Schlichtheit keine und gute Zeichnungen und reine,
lebhafte Farben, die sicher die Freude der Kleinen wecken werden. Ausgezeichnet ist die Art,
wie der Verfasser sich ins Leben des Kindes cingelebt hat und wie er cs zur lebendigen

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