Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

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kenküche mit Küchenftube unb Küchenkammer. Von der kleinen Kranken-
küche geht eö südlich ins Krankengär klein, daö von Remisen umgeben
ist. Nach Westen geht es von der Küchenkammer in den kleinen Dormenter
(Schlafsaal für Kranke) mit fünf Räumen. Ein Gang trennt diesen Schlaf-
saal von dem Laboratorium für die Apotheke, mit angebantem Stüb-
chen und Abortanlage. Der eben genannte Gang führt in den „kleinen
Zellengang" mit seinen elf Zellen zu beiden Seiten.

Steigen wir von diesem Gang im Westen die Treppe hinauf, so gelangen
wir ins Noviziat und zwar gleich in den Gang der l 3 Novizenzellen im
Norden. Westlich folgt das große N o v i z e n z i m m e r mit zwei Schlaf-
zellen. Von da gebt es gegen Süden in den N o v i z e n g a n g, der in die
große S i n g ft u b e, die Küche, das Noviziat und in drei weitere Kammern
führt. Nordwestlich über dem Laboratorium befindet sich die Apotheke.
Ein zweiter Apothekenraum war an der Weftwand der Kirche angebaut neben
dem Turm. Das Kloster batte in alter Zeit einen eigenen Apotheker, wie
auch einen eigenen Klosterarzt, welch letzterer aber nicht im Klosterbezirk,
sondern im Ort wohnte. Das Seelbuch von 1753 nennt aus früheren
Zeiten: „Johann Hombler, unser Apotheker". Im Schwefternverzeichnis
von 1722 (Stadtpfarregistratur) haben wir die Apothekerin Antonia
Schmid, Klosterfrau, kennengelernt. In einem anderen Schwesternverzeich-
nis sind angegeben: Schwester Mechtild Wecker von Rohlingen, Apothekerin,
geb. 1736, eingekleidet 1759, Profeß 1760, f 1805; ferner Schwester Sn-
sanna Markthaler, Apothekerin, geb. 1772 zu Bnbenhausen, eingekleidet
1795, f 8. April 1851 als letzte der Klosterfrauen des Nonnenklosters Söf
lingen. Sie wohnte bei einem gewisten Anton Konrad in der Nähe des heu-
tigen Hirschwirtshauses und bat nach der Erinnerung von heute noch lebenden
Personen bis in ibr Alter hinein „Tropfen" bereitet. Auf die Tätigkeit die-
ser Apothekerinnen und auf die Anregung des Klosters überhaupt ist der bis
in neuere Zeit in Söflingen betriebene Anbau von Heilpflanzen zurückzuführen.

Gegen die Südmauer der Klausur hin ist südlich ein großes Hühner-
haus mit Hühnerhof und Hühnerbrückle, ein ErbsenhauS, die große
Abortanlage, über den Blanarm hinüber sich erstreckend das Waschhaus
mit großen Räumlichkeiten und einem „B ä d l e", dann nach Westen zu das
FischhanS — eö gab einen eigenen Klofterfischer —, von dem aus sich
links der Mauer entlang das ParadieSgärtle (wo heute drei Nußbäume
stehen) erstreckte. Rechts stand das Brunnenbaus (später „Stampfe")
mit einer großen Holzremise. Der unbebaute Platz nach Westen und Norden
bildete den Bau m garten, in dem noch einige kleinere und größere Remi-
sen sich erhoben.

In der Nordweftecke, nördlich vom Noviziatbau, stand eine K a p e l l e,
vielleicht die im Seelbuch einmal genannte S. Annakapelle. Eine andere
kleine Kapelle befand sich an der Westmauer des Kirchhofs der Klo-
sterbedienfteten nördlich von der Kirche. Hier wurden die Beamten und Die-
ner des Klosters mit ihren Familienangehörigen begraben, und auch die in
Ulm wohnenden katholischen Beamten des Reichs, der Klofterhöfe, der Post

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