Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

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1500 Gulden, Graf Joachim Sclavara, Statthalter zu Prag, für den Anto-
niusaltar im neuen Kirchenbau 24 fl. und dessen Bruder, Graf Leopold, zum
selben Zweck 12 fl. geschenkt haben. Auch die Verwandten anderer damals le-
bender Schwestern haben reichlich zum Bau beigesteuert. So vergabte die Fa-
milie Westermüller in Passau 4800 fl.; Heifiler von Eichstädt 152 fl; M.
Kath. Knittel 150 fl.; Elisabeth Menter von München 2488 fl.; Sieß-
mayer von Landsberg 100 fl.; Zechnether von Linden 150 fl.; Dürr, Michael
und Familie 900 fl.; Kriege! von Landshut 5418 fl.; die Familie von Linden
1150 fl.; Hehl von Mindelheim 1600 fl.; Beringer von Mindelheim
100 fl.; Weber (Textor) von ebenda 150 fl.; Oswald und Johann Widemann
70 fl.; Bergmann von Salzburg 400 fl.; Familie von Rosenberg 400 fl.;
Jakob Stern „zu dem neuen Kirchenbau" 110 fl., und ähnlich viele andere.
Die bisher Genannten schenkten zusammen 26 411 fl., für jene Zeit schon eine
ganz respektable Summe.

Ein besonders gütiges Geschick hat uns auch den Namen des Bau m e i -
st e r s dieser neuen Kirche aufbewahrt. In dem schon öfters genannten Seel-
buch hat sich die Bemerkung erhalten: „Kaspar Veichtmayr, Maurer-
meister des Neuen Kirchenbaus, har an seinem Verdienst bei 100 fl. nachge-
lassen, daß man Gott für seine Seele bitt." Diese Bemerkung wird noch ge-
stützt durch die Einträge des Taufregisters Söflingen. Von einem Kaspar
Johann Feuchtmayr und dessen Frau Katharina sind hier 11 Kinder ausge-
zeichnet aus den Jahren 1691 — 1712, und von Kaspar Feuchtmayr lind
Anna Maria — eS wird wohl eine zweite Ehe des Kaspar Johann gewesen
sein — ein Sohn Anton, geboren 1714. Wir nennen hier nur die Söhne der
Familie, nämlich:

Johann Bartholomäus, geb. 24. 8. 1691
Johann Kaspar, geb. 7. 6. 1695
Laurentius, geb. 9. 8. 1694
Johann Jakob, geb. 19. 7. 1704.

Eine zweite Familie bildet Kaspar Feuchtmayr und seine Frau Anna,
deren erstes Kind Anna Maria 29. 7. 1751 und deren zweites Johann am
29. 8. 1756 geboren, jedoch als früh verstorben bezeichnet ist. Damit verliert
sich jede weitere Spur der Familie in Söflingen. Auf diese Familie Feucht-
mayr (Feichtmair) war etwas näher einzugehen, weil sich die Forschung mit
derselben schon ausgiebig beschäftigt hat, ohne eine Kenntnis von der Tätig-
keit eines Zweiges der Familie in Söflingen. Die Feichtmair bilden eine weit-
verzweigte Familie von Stukkatorcn, Baumeistern und Bildschnitzern, deren
Glieder meist aus Wasserbrunn abftammten und im 17. und 18. Jahrhundert
eine reiche Tätigkeit entfaltet haben'"). Unserm Baumeister Kaspar Feichtmair
ist auch die einfache Stukkierung des Kirchengewölbes und der Fensterrahmen
im Innern der Nordseite der Kirche zuzuschreiben. DaS Kloster hatte wohl
noch manche Arbeit für den Meister, so daß sich sein Aufenthalt dahin verlän-
gerte. So gehörte dem Kloster Söflingen die Pfarrei Harthausen, deren Kirche

21) S. Bertold Pfeiffer, Die Künstlerfamilie Feichtmayr, Schwab. Archiv 1911 (XXTX), @.177 ff.

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