Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 41.1926

Seite: 121
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3 große Tafeln. In der ersten sind: 9 Korallenrosenkränze, alle mit Silber ausgc-
faßt, darunter ein großer, 4 große von Perlmutter, 2 Stück weiß agatenc, 8 Stück gelb
agftcinene, 4 Stück braun agatenc, 3 Stück große Goggiö (?), I Stück von Karneol, > in
Silber gefaßtes Amulet.

In der m i t t l e r e n Tafel: 4 goldene Ring, 5 Stück von Filigran, 3 große Rosen-
kränze von Filigran, 2 Stück korallene mit Silber und großen Pfenning ausgefaßt, 6 Stück
silb.-verg. Schüffelein, 5 Stück große Pfenning, davon 4 an Kettlein, 2 dto. kleinere,
2 Kreuz, I Paar silberne Augen, 1 silb. Votiv.

In der dritten Tafel: 14 Korallenrosenkränze mit Silber gefaßt, 2 große gelb
agsteinene mit Filigran, I silb.-verg. Schüssele mit Deckel, 7 verschiedene Zeichen.

In der vorderenSakristeian Paramenten:

(Diese sind hier nicht ausgenommen. Stiftspropst Debler hat ein eigenes Büchlein
geschrieben, das sich in der Stadtpfarregistratur befindet, worin er eine sehr bedeutende
Anzahl von Paramenten aufzählt und beschreibt und die Preise angibt, die er dafür bezahlt
hat. Er erzählt in seinen „Kronologischcn Nachrichten" S. 147: „Am 2O. April 1774
erhielt ich von Frau Maria Theresia Deblerin, verwittibte Kafsierin, meiner geliebten Fra»
Base... an barem Geld in lauter Karolins 10020 fl., um solche Summe nach meiner
Willkür und Eigendünkel (doch meistens in die Stiftskirche zu Paramenten und Kirchen-
zieratend zu verwenden. Hievon verwendete ich teils zum reichen neuen Ornat, teils zu kost-
baren Meßgewändern, teils zur Anschaffung der damals gar nötigen Weißen Wasch gegen
die 6000 fl. Zur Verbefferung aber von zwei geringeren Kanonikaten nebst Lesung von zwei
wöchentlichen hl. Messen etwas über die 4000 fl., welche Ausgabe ich anderswo ordentlich
und von Stück zu Stiick verrechnet habe. Ich hatte hiebei keinen anderen Vorteil, als daß
ich nahezu der erste als Stiftsdechant und Stiftspropst diese kostbaren Paramente benutzte
und unwissend meiner mir solche gleichsam selbst angeschafft babe. Man wird so eine und
dergleichen Stiftungen schwerlich mehr erleben. Ja und soviel mir bewußt ist, belaufen sich
die frommen Stiftungen dieser edlen Frau und ihres scl. Eheherrn wirklich gegen die
30 020 fl. Gott gebe ihnen einen herrlichen Lohn im Himmel hievor.

2 messingne Laternen zum Providieren;

I Lavor zum Taufen samt „Vlatten";

1 zinnernes Gießfaß:

2 mess. Weihkessel;

2 mess. Rauchfaß;

1 zinnernes Halbmaßkänntlein zum Wein;

2 zinnerne Fläschchen zum Wein holen;

l Kommunikantenbecher;

I sechsmäßigc zinnerne Flasche;

>8 P. zinnerne Opferkänntlein;

14 Teller aus Zinn;

1 zinnernes Halbmaßkänntlein zum Wasser.

In der mittleren Sakristei:

I zinnernes Handfaß;

3 Kleider für die Mutter Gottes bei 7 Schmerzen;

9 P. zinnerne Meßkänntlein;

II zinnerne Teller;

I groß mess. Opferbekant (Becken);

In der hinteren Sakristei:

l reicher Ornat, welcher 1762 um 900 fl. erkauft worden;

I rotfamt. Pluvial mit gold. Spitzen zu der Palmfigur gehörig (der Palmesel wurde
damit am Palmsonntag bedeckt).

4 Meßgewänder von Kanonikus Ioh. Nep. Reis gestiftet (geb. 5. Fcbr. 1730,
12 Jahre Kooperator in Unterkochen, 1765 Kanonikus).

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