Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 42.1927

Seite: 23
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altarblätter in der Pfarrkirche in Gögglingen, die Darstellung des
Pfingstfestes und der Verkündignng Mariä vom Jahre 1821; der untere
Teil des letzteren Bildes ist erneuert. Das Hochaltarbild stammt von dem
weniger bekannten Namensvetter Bernhard Huber von Hohenteugen, dem
Maler deS Kruzifixes im Oratorium zu Oberkirchberg, vielleicht ist es einer
der als Maler bezeugten Neffen des Weißenhorner Meisters.

Nächstverwandt dem Achftetter Hauptgemälde ist das Hochaltarblatt
Christus am Kreuz in der Pfarrkirche zu Oberkirchberg, während das
südliche Seitenaltarbild der bl. Familie daselbst den. Roter Familienbild ent-
spricht. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammen die vier Gemälde in derPfarr
kirche zu Illerrieden ebenso wie die zwei Seitenaltarblätter in M i e t t n«
g e n10) aus Hubers Werkstatt. Jene stellen St. Wendelin und Agatha (1821)
Seitenaltäre), die Opferung Jesu im Tempel und Taufe im Jordan (Wand-
bilder gestiftet unter Pfarrer Michael Braig, dem ehemaligen Wiblinger
Kouhentnalen und Klosterchronisten (ISIS — 1832), dar; diese, das hl.
Abendmahl (des Johannes knabenhafte Gestalt, bemerkenswert ebenso die
treffliche Farbenstimmnng, Beleuchtung durch eine hinter dem Vorhang halb-
verdeckte Lampe) und den Tod des hl. Joseph, dessen Sterbelager Maria, oben
Gottvater und viele Engel umgeben. Stoffe wie Methoden wiederhole» sich
auch auf dem engen Gebiet der Fugger-Kirchbergischen und der Klofter-
Wiblingschen Herrschaft, so in ReggliSweiler die Taufe Christi vom
Jahre 1807, signiertes Hochaltarblatt, und auf den nichtsignierten, Konrad
Huber sicher zuznfprechenden Seitenaltarblättern die Darstellung Jesu im
Tempel und die Kreuzigung. Die Achstetter Madonna kehrt auf dem Hoch-
altar in Schuürpfliugen wieder, wenn sie nicht ihr Vorbild war; für
„ansprechend" hält Klaiber") die dortigen Seitenaltarblätter: St. Sebastian
in zarter Beleuchtung, Johannes der Täufer in hübscher Iordanlaudschaft.
Eine weitere Dublette der Immaculata und ein sterbender hl. Franz Xaver
von der Hand des Weißenhorner Meisters hängen in der Sakristei.

Beinahe wie eine Kopie der Sixtinischen Madonna malte Huber in der
Pfarrkirche in S t e i n b e r g, OA. Laupbeim. Alle drei Altäre schmückte Kon
rad Huber in der Pfarrkirche zu U u t e r k i r ch b e r g, die Kreuzigung Christi,
Darstellung Jesu und die Anbetung der Weisen ans dem Morgenlande vom
Jahre 1803, Abendmahl, Pfingstfest und St. Martin; kleinere Stücke sind
ebenfalls von Hnber-Weißenhorn gemalt. Nach Holls^) Bericht sollen in
Unterkirchberg sogar 18 Bilder von seiner Hand gewesen sein.

Weitere Arbeiten Konrad Hubers oder seiner Werkstatt finden sich in der
Kapelle im Fugger haus R o t, OA. Laupheim. Ihre Komposition und
Farbengebung stimmt ganz zu der Haustradition, die besonders die beiden
größeren Bilder: St. Franziskus von Affisi (Kniestück mit Buch und Toten-
kopf auf einem Tisch in wilder Berglandschaft) und Christus am Olberg mit
Jüngern und Engeln auf Huber zurückführt; letzteres stammt aus dem Besitz
des Biographen Dekan Holl in Weißenborn, erworben von Herrn Baron

10) Erkenntlich auf dem Bild des Inner» der Kirche, I. S. 88. J1) S. 113. 12) Huber, S. 6.

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