Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 42.1927

Seite: 29
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Der Kirchenbau ist ein reiner Zweckbau, herausgeboren ans den: Ge-
danken, mit dem Unterbau deu Menschen, mit dem Überbau Gott zu dienen.
Nähert man sich etwa vom stimmungsvollen alten Friedhof her der im NQ
der Stadt gelegenen Vilmathöhe, so ragt ein massiger Steinbau wie eine
Riesenburg zur Höbe, emporgehoben durch die Wucht des Turms, der mil

Die St. Aiigustinuskirche in >5>efIbroim
Druckstöcke bet' Abd. S. 29 u. 31 von der Süddeutschen Bauzcitung Stuttgart.

seinem vergoldeten, 2 Meter hohen Kreuz sich in den Himmel eingräbt. DaS
Ganze macht den Eindruck von Burg und Kloster zugleich. Trutzig, wehrhaft
nach außen, friedlich hegend nach innen, thront der Gottesbau auf landschaft-
lich hervorragender Stelle der Stadt, sich dem Städtebild wie den Naturge-
gebenheiten restlos und reizvoll einfügend. Äußerst wohltuend berührt die
Klarheit, Einfachheit und Ruhe des Kirchenäußern. Alles ist echt. Kein ein-
ziger Quader will durch Pose wirken oder durch ohnmächtiges Nachahmen
mittelalterlicher Baustile. Der Stil wird von selbst Kunst, wenn er sich
schlicht seinem Zwecke fügt. Hier ist ein neues Wollen znm Durchbruch gekom-
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