Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 42.1927

Seite: 57
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zwei Kindern ans der anderen Seite. Den Hintergrund füllen die Gottes-
ftreiter Heinrich Suso und Jakob Griesinger von Uh», Philipp Ieningen-
Ellwangen, die gute Betba von Rente, Elisabeth von Thüringen.

Die Seitenaltäre passen sich naturgemäß int Stil und Kolorit dem Hoch-
altar an. Bei der Einweihung fehlte ihnen noch der Aufbau und den leeren
Raum über demselben füllten die Bilder der bl. Elisabeth und des hl. Franz
von Assisi von unserem Landsmann, Kunstmaler Baumeister. Sic verbleiben
der Kirche; ihre frühere Stelle aber übernahmen die Statuen: Mutter GotteS
als Regina Pacis von Seybold-München (von ihm and? eine hl. Elisabeth für
eine Außennische) und hl. Joseph von Berchtold-Kißlegg (vom gleichen Mei-
ster St. Antonius), beide in einem dem Stil der Mensa und des Hochaltars
anpassenden Aufbau (Herz Jesu von Marmon-Sigmaringen, Kunststein,
2,15 Meter hoch). Die Kanzel führten in Marmor und Stuck ans Gipser-
meifter Frank-Ulm und Singer-Erbach. Der Taufstein wurde von der Firma
Schwenk-Ulm bezogen.

An sonstigem Schmuck enthält das neue Gotteshaus: eine Mater dolo-
rosa von Schill-Kißlegg und einen dazu passenden Altaraufbau von Sanm-
weber zum Gedächtnis für die im Weltkrieg gefallenen Grafen Georg und
Friedrich von Waldburg-Wolfegg-Waldsee; ans der Wengcnkirche einen
ErucifixnS, Maria und Johannes, von Prof. Schleibner gemalt und dem
Stil der Kirche angepaßt: die vierzehn Nothelfer. Ans dem Nachlaß des
ch H. Pfarrers Heinzelmann-Allmendingen stammen die Figuren der Apostel
Simon und Thomas, des bl. Sebastian, ein Tumbaanffatz in der Sakristei
und zwei Wachsbilder in sorgfältig gearbeitetem Rahmen. Der GotteSacker-
kapelle in Wiblingen gehörte einst an ein IofephSaltärchen, wiederaufgebaut,
ergänzt und zusammengesetzt von HaaS-Ulm, marmoriert von Hammer-
Schwendi. Die Iofephsstatne dazu ist die Kopie eines Originals aus Kißlegg.
— In der Sakristei ist auf solidem Stehpult das Heldenbuch aufgelegt mit
den Namen der im Weltkrieg gefallenen Söhnen der Diözese Rottenburg.

An Erzeugnissen kirchlicher Edelmetallkunst besitzt die Kirche von I. Seitz-
München eine schöne Monstranz mit Amethysten, dem Lamm GotteS und
Leidenswerkzeuge tragenden Engeln, mehrere Altar- und Vortragkreuze,
Leuchter und Laternen, einen Kelch von Schülling-Ellwangen und einen sol-
chen auö der Zeit um 1705 —04 von dem Augsburger Meister Johann Da-
vid Sailer f 1724. Einen Altarteppich stiftete Ihre Durchlaucht Frau
Fürstin Wolfegg (von Neff-Biberach).

So ist denn wenigstens das Notwendigste und auch schon manches darüber
hinaus vorhanden. Im nächsten Frühling soll mit dem Anbau des Pfarr-
hauses an die Sakristei begonnen werden. Bei dem Plan handelte Schlösser
nach demselben Grundsatz wie bei der Kirche: schlicht, aber gediegen.

Ein weiterer Wunsch bleibt die Erstellung des Turmes. Es ist ein Vor-
zug der Kirche, so, wie sie jetzt steht, daß sie den Eindruck des Abgeschlossenen,
Ruhigen macht. Wer aber daS geplante Gesamtbild gesehen hat, also mit dem
Turm, der muß dem letzteren eine möglichst baldige Ausführung wünschen,
nicht nur im Interesse der Kirche, sondern der nächsten und weiteren Umge-

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