Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 42.1927

Seite: 61
DOI Heft: 10.11588/diglit.15945.8
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15945.11
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15945.12
DOI Seite: 10.11588/diglit.15945#0066
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/afck1927/0066
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
Graf v. Degenfeld: Zu den, Bau einer Kirche gebe ich viel eher meine
Zustimmung, als zum Bau einer Kaserne. Nein. (Die Reiterkaserne hatte
350 000 Gulden erfordert. D. E.)

Prälat V. Flatt: Ich halte zwar eine Prüfung nicht für notwendig, sage
aber doch ja.

v. Gmelin:... Es fragt sich hier vor allem, welches der Grund der Ver-
pflichtung der Staatskasse ist, zu der Erbauung einer Kathedralkirche beizu-
tragen, und ich halte es daher für absolut notwendig, daß eine Kommission
den Antrag gründlich prüft.

Bischof Keller betonte nochmals die Dringlichkeit der Frage und ver-
wahrte sich dagegen, daß er gebettelt habe.

v. Schott wünscht die Frage erwogen, ob nicht wenigstens ein Teil der
Baukosten im Wege der Kollekte aufgebracht werden könne.

Deffner glaubt, daß 100 200 Gulden weit nicht reichen werden.

S ch m ükle weiß nicht, woher die Hauptsache, nämlich das Geld kommen
soll. Die Finanzkommission wird hier auch nicht helfen können.

Zimmerte bemerkt, daß in der Bulle vom 16. August 1831 die Kirche
in Rottenburg ein „templum peramplnm" genannt sei; man sollte glauben,
daß die römische Kurie über den Zustand dieser Kirche und daß sie sich zu einem
bischöflichen Tempel vollkommen eigne, in Wahrheit berichtet wurde; Redner
meint, daß in der Kommission eine andere Meinung über den „Tempel" anf-
kommen werde.

Freiherr v. H o r n ft e i n, der Unentwegte, betonte, daß Bitten und
Betteln wohl miteinander verwandt seien; wenn Sibirien zum Bischofssitz
bestimmt worden wäre, würde sich dort wahrscheinlich eine Kirche gefunden
haben, an der man nichts zu bauen gehabt hätte.

Die löeneralverssmmlung des ssnnflvereins der Dtojefe Illottenburg
in Schwab. ömiind und die Ausstellung von
nenjeitlicher lömiinder christlicher

Von A n f o n N ägel e.

I.

Mehr als einmal hat im alten wie im neuen Jahrhundert der Rottenburger Diözcsan-
kunstverein seine Tagung in der von unserem hochseligen Bischof Dr. Paul Wilhelm von
Kcppler betitelten „kirchen- und klosterreichsten Stadt Württembergs" abgehalten. Gilt
dieser Ruhm auch nur der altehrwürdigen Reichsstadt an der Grenze Altwürttembergs, so
hat sich doch in Gmünd noch so viel von kirchlichen Kunstschützen der Vergangenheit erhal-
ten, und ist mancher Zweig des einst blühenden Kunstgewerbes bis heute trotz aller techni-
schen Umwälzungen lebendig geblieben, so das, immer wieder künstlerisch intereffierte
Kreise ihre Schritte nach der „Perle des Remstales" lenken.

Unter mehrfach günstigen Vorzeichen hielt heuer der Diözesankunstverein »ach dem
Ausfall verschiedener Jahre seine Hauptversammlung in Schwab. Gmünd ab. Tagung nnl

61
loading ...