Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 42.1927

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XLII. 3. Heft 1927

für frühesten Ssugefchilhte des Klosters schuffenriest.

Von B. Rueß, Stadtpfarrer a. D. (Altöhaufeii).

A. Das ursprüngliche Kloster (1183 - 1229).

Als die ersten aus Weißenau, dem Mutterkloster, berufenen Norbertiner-
mönche Anno 1183 in Schuffenried eintrafen, fanden sie kein für monastifche
Zwecke erstelltes und eingerichtetes Gebäude vor. 'Auch sie selbst führten,
wenigstens in der allerersten Periode ihrer Anwesenheit am Schuffenstrand,
keinen besonderen Klosterbau auf, vielmehr erhielten sie von den Kloster-
siiftern deren Schloß als Wohnung angewiesen; die beiden Klostergründer,
die Barone Konrad und Beringer, behielten sich in ihrer Stammburg bloß
das Wohnrecht vor. Das bisherige Baronenschloß wurde nun von den Reli-
giösen, so gut es eben ging, in ein Kloster umgewandelt. Somit war das
ursprüngliche Schuffenrieder Klostergebäude, ehe es die Bestimmung als
Mönchswohnung bekam, das Stammschloß der Freiherren von Soreth ge-
wesen. Wie haben wir uns nun dieses älteste Kloster von Schuffenried vor-
znstellen und wo hatte dasselbe seinen Standort? — Es existieren noch zwei
lebensgroße, in Öl gemalte Bildniffe der beiden letzten Barone vonSchuffenried.
Das eine derselben wird in der Pfarr-, daö andere in der Vinzenzkaplanei-
wohnung aufbewahrt. Auf demjenigen Gemälde, welches den später Mönch
gewordenen Freiherrn Beringer darstellt, ist neben diesent Klosterstifter auch
das alte Schuffenrieder Baronenschlößchen und somit das ursprüngliche Kloster
abgebildet. Dasselbe präsentiert sich als ein drei Etagen hoher, an den vor-
deren Ecken von zwei runden Erkern bzw. Treppenhäusern flankierter Bau.
Dessen Giebel ist mit Mauerzacken geschmückt. Neben dem eigentlichen Schloß-
bau, unmittelbar an denselben anschließend, steht rechts vom Beschauer noch
ein Wirtschaftsgebäude. Haupt- und Nebenbau sind von einer mit AuSlng-
löchern versehenen hohen Mauer rings umschloffen. Besitzen wir nun in obiger
Malerei ein ganz treues Abbild des längst nicht mehr vorhandenen, in ein
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