Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 42.1927

Seite: 109
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Ellinger Schloßkirche (1717) und durch drei weitere Werke, die alle auf
württembergischem Boden liegen und die wir nun im Zusammenhang mit
seiner übrigen Bautätigkeit innerhalb unseres Landes kurz betrachten wollen.

Die Reihe eröffnet das Schloß Kapfenburg, wo Kellers Tätigkeit
1715 — 16 mit der Hornsteinfchen Begräbniskapelle im äußeren Schloßhof
begonnen zu haben scheint, die heute noch fteht, aber als Holzkammer in keinem
erbaulichen Zustand ist. Auch der Küchenbau (1718) und das Bräuhaus
(1719) dürfte ihn: zuzuschreiben sein. Seine Hauptleiftung ist aber hier (1717)

Chor -er Schloßkirche zu Mergentheim

Aus Schlegel, Ellingen. Verlag Rnnftgeschichtlicheo Seminar, Marburg a. L.

der Umbau des sogenannten Hohenlohe-Baues (erbaut 1538 von einem Komtur
von Hohenlohe), der die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Schloß
bildet. Hier war die nicht leichte Aufgabe gestellt, zwischen dem schlichten goti
schen Steilgiebel des sogenannten Saletbaues und dem reichen Renaissance-
giebel des sogenannten WefternachbaueS ein paffendes Mittelglied zu schaffen.
Über die glückliche Lösung urteilt Schlegel: „Dieser Giebel offenbart deut-
licher als mancher von Grund aus neu aufgeführte Bau Kellers dessen echt
barocke Empfindung und dessen drängendes Ungestüm, in dem etwas von der
urwüchsigen Kraft kernigen Bauerntums steckt."

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