Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 42.1927

Seite: 141
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„Christlichen K u n st" sei vor allem
namhaft gemacht Hartigs ikonographifche
Studie über Christus-König (Heft IO),
G. Lills Neue Kirchen Münchens (Heft 11),
R. Hoffmanns feinsinnige Würdigung M.
Schiestls (Heft 12).

Götz, Fridolin, Sonnenschein. Erinnerun-
gen aus der Kindheit. 8". 152 S.
1926. Freiburg, R. Rebholz. Kart.
2.60 Mark.

P. Albuin, O. M. C., Vergiß mein nickt
aus dem bündncrifchen Münstertal. 8".

20 S. 1927. (Selbstverlag?) br.

I Mark.

Heimatkunst, Volkskunde und der Zau-
ber der Jugenderinnerungen bilden in den
beiden äußerlich anspruchslose» Bändcben
einen treuherzigen Dreibund. Der oben mit
einem kleinen beachtenswerten Beitrag zur
Thomaliteratur erstmals vertretene Ver-
fasser hat sich aus der trüben Gegenwart
ins Paradies der Kindheit geflüchtet, in
einen verborgenen, doch idyllischen Winkel
seiner Schwarzwaldheimat (Nordweil). Un-
ter den 20 Skizzen aus der freud- und leid-
vollen Jugendzeit eines Schwarzwälder
Knaben sind wahre Kabinettstücke heimat-
und volkskundlicher Schilderungen, die der
badische Schriftsteller Mohr, wie auch ge-
feierte Vertreter der literarischen Volks-
kunst und Volkskunde einem Hansjakob an
die Seile stellen.

Ernsteren Hintergrund hat das Schrift-
chen des Kapuzinerpaters Albuin, dessen hei-
matkundliche Forschungen Volksleben und
Volkskunst (Hausfassaden, Kreuze, Tor- !
bauten u. a.) in dem ladinifch-romanifchcn
Münstertal an der Grenze von Graubünden
und dem heute der Verwelfchungs- und
EntnatirnalisierungSgefahr ausgcfetzten Süd-
tirol kurz und treffend behandeln. N.

Von Neuauflagen aus dem Ver-
lag Herder (Freiburg) verzeichnen wir
an erster Stelle die Neubearbeitung d:s
lateinisch-deutschen Meßbuchs durch P.
Anselm Schotts ebenbürtigen Nachfolger
P. Pius Bihlmeyer. Die 31. Auflage
(1927, Lw. 6 M.) zeigt fast auf jeder Seite
die verbessernde, ergänzende, bereichernde
Hand des erfahrenen Liturgikers. Die nun-
mehr auf alle Sonntage und Hauptfcsttagc
des Kirchenjahrs ausgedehnten Einführun-

gen, die neue Darstellung der Geschichte des
hl. Meßopfers, der hl. Gewänder und Ge-
räte, des altertümlichen Stationswesens
u. a. mache» den neuen „Schott" zu einem
Handbuch nicht nur für das liturgische
Beten, sondern auch für das liturgische
Wissen. Die neuen vier Vollbilder und
fünf Kopfleisten nach Entwürfen der Beu-
roner Kunstschule werden nicht allgemein
als inhaltlicher und formeller Fortschritt
gegenüber den Schmalzlschen und anderen
Illustrationen des Pustetmissale begrüßt
werden.

Das von Herder erstmals herausgege-
bene Deutsch-Lateinische V o l l-
m i s s a l e (Leinw. m. Rotschnitt 12 Mk)
erscheint in 2. Auflage. Auf 1484 Seiten
in Klein-Duodezformat auf Dünndruckpa-
pier ist das vollständige römische Meßbuch
in seiner Type, seiner immer besser ausge-
fcilen Übersetzung, seiner Einschränkung
auf das notwendigste wissenswerte Beiwerk
aus Rubriken und liturgischer Einleitung
eine Meifterlcistung des Freiburger Ver-
lags, die wohl beste Einführung in die alt-
ehrwürdige Gebetsschule der Kirche. Eine
Neuerung in der Sammlung der Schott-
schen Meßbuchausgaben ist das von P. Pius
Bihlmeyer herausgegebene KlcineMeß-
buch für die Sonn - und Feier-
tage (1927. Freiburg, Herder, Leinw. m.
Rvtfchnitt 4 Mk. Partiebezug von 25 St.
je 5,60 Mk.), ein schmuckes handliches
Bändchen in bequemem Taschenformat, be-
stimmt, in seiner klugen Auswahl des Wich-
tigsten aus dem kirchlichen Gebetsschatz ein
praktisches und billiges Volksmeßbuch zu
werden.

Von den weitverbreiteten „Euchari-
st i s ch e n F u n k e n", fronmren Gedanken
und Gesprächen zu Füßen Jesu im bl. Al-
tarsakrament, ist das 5. Bändchen in 5. Auf-
lage erschienen (1927, Lw. 2 M.). Die bis-
weilen stark subjektiv gefärbten Anmutungen
persönlicher Frömmigkeit sind nach einem
j berufenen Beurteiler feinempfundene Prosa-
dichtungen über den eucharistischcn Heiland
und seine Mutter und besonders für
Frauenseele» ansprechend. Die Übersetzung
aus dem Italienischen durch Ottilie Bödiker
liest sich beinahe wie deutsches Original mit
bisweilen allzu volkstümlichen Anklänge»

! i S. VI: „Wie dumm von mir ...").

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