Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 43.1928

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buse, Murillo, Hunt, Füget, Steinte sind
wie zarre Blümlein auf den Weg der Philo-
thealeser gestreut. Neues Gewand, neue
Sprache — und doch der altbewährte
Geist."

Röimecke, E., Das letzte Kapitel des Rö-
»lerbricfs im Lichte der christliche» Ar-
chäologie. 8". 18 S. 1927. Leipzig.
Klein.

Eine dankbare Aufgabe hat sich der pcnf.
Magdeburger Superintendent Rönnecke ge-
stellt, in einer kleinen Broschüre das 16. Ka-
pitel des inhaltsschweren Römerbriefs mit
seinen zahlreichen Grusibestellunge» an die
erste christliche Gemeinde in Rom durch das
Material der altchriftlichen Epigraphik zu
kommentieren und die gegrüßten Personen
„als in der alten römischen Gemeinde hei-
misch uns vielleicht näherzubringen". Der
Versuch, die Ergebnisse der Katakomben-
forschung auch für die Eregese nutzbar zu
machen, besonders auch im Kreise cv. Theo-
logen, verdient alle Anerkenung, doch scheint
er irach Methode, Quellen- und Literatur-
benützung auf beiden Gebieten, der Exegese
wie der Archäologie, >nit einem der Aufgabe
nicht ganz entsprechende» Rüstzeug unter-
nommen zu sein. Ohne Kenntnis der Ver-
Wertung von Harnacks Mission und Aus-
breitung des Christentums, der Werke über
antike und altchristliche Prosopographie und
Epigraphik wie Marucchi, Kaufmann, von
M. Ihms Carmina Damasi u. a. ent-
behrt eine solche Arbeit der wissenschaftli-
chen Grundlage.

Beyer, O., Die Katakombenwelt. 8", 153
Seiten. 1927, Mohr-Siebeck, Tü-
bingen. 9 M., geb. 11.50 M.

Eine ausgezeichnete Einführung in die
Formen- und Ideenwelt der Roma Sotter-
ranea bietet Dr. Oskar Beyers Kata-
kombenbüchlein. Es will eine „möglichst an-
schauliche Vorstellung von der Ganzheit aller
Äußerungen zu übermitteln versuchen, die
innerhalb der römischen Urgcmeinde in
Form von Tiefbautcn, Inschriften, Zeichen,
Malereien, Plastik und mannigfachen Ge-
brauchs- und Schinnckgeräten sich entwickelt
haben; denn erst aus der Ganzheit dieser
Äußerungen kann die elementare Lebens-
bewegung abgelesen werden, die gerade in
Rom sich ihren umfangreichsten und bedeut-
samsten Ausdruck schuf." Über dem rein Ar-

chäologischen der Katakombenforschung, der
Beschreibung der unterirdischen Bauanlage»,
der Grabkammern, Inschriften, Zeichen,
Malereien, Bildwerke und Grabbeigaben
wird dem Theologischen, der Untersuchung
des Glaubens des römischen Urchristentums,
nicht der letzte Raum gewährt. Doch wird
oiese Monumentalthcologie nicht nach der
konservativen Auffassung eines Piper, Nik.
Müller und anderer protestantischer oder gar
katholischer Katakombenforscher anerkannter
Autorität geboten, sondern Weinet, Reihen-
stein und Achelis bestimme» des Verfassers
Standpunkt in der Darlegung von Pro-
blemen wie TotenauferstehungS- und Dämo-
nenglauben, Priestertum, Eucharistie, Sa-
kramentssymbolik. In der JchthySfrage
sollte F. Dölgers Monumentalwerk, in der
Beurteilung des Papstes Damafus M.
Ihms EpigrammenauSgabe und I. Wittigs
Biographie nicht außer acht gelassen wer-
den in einem wissenschaftliche», mit reichem
Notenanhang und Literaturübersicht versehe-
ne» Buch; daß in letzterer G. B. de Rossis
monumentales Inschriftenwerk, F. T. Kraus'
Roma Sotterranea und das vielbändige
Organ der römischen Katakombenforschung,
Bolletino di archeologia criftiana, fcblt,
sei als Desiderat für eine wünschenswerte
zweite Auflage notiert. Als einziges Hinder-
nis für deren baldiges Erscheinen fürchte ich
die für den Buchumfang auffallende Höbe
des Preises.

Schwcter, I., Prälat I)>. Hugo Lämmer,
1855-1918. 8°, 482 S. 1926,
Glal;, Arnestusdruckcrei. Hlblw. 8 M.

„Die Erbarmungen Gottes im Leben eines
heiligmäßigen Gelehrten", nach dem Titel
der Konversionsschrift des jungen ehemali-
gen protestantischen Theologen, will die Bio-
graphie des 1918 gestorbenen Breslauer
Theologicprofessors Lämmer schildern. Es ist
ein durchaus quellenmäßig bearbeitetes Zeit-
und Lebensbild, das auf den besondere»
"Wunsch eines Lieblingsschülers Lämmers,
des mit dem hochseligcn Bischof Paul Wil-
helm von Keppler befreundeten Redempto-
risten Augustin RöSler, sein Ordens

genösse Joseph Schwcter vollendet hat.

Den Ruhmestitel, der das von Lämmer 1858
besuchte Grab I. A. Möhlers in München
ziert: Defensor liclei, litcravum (locus,
ecclesiäe solamcu, glaubt der Biograph
„vielleicht mit noch größerem Recht" auf

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