Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 43.1928

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licher Kirchenväter atmen, Werke nach Art
nnsereS Breviers und Miffale, die der ge-
lehrte, von unserem Tübinger Kirchen-
gcschichtSprofessor F. T. Funk selig wie von
seinem Antipoden Harnack gleich gerühmte
einstige Propst der russischen Gcsandtschafts-
kirche in Berlin-Tegel ins Deutsche mit grie-
chischen Anmerkungen übersetzt und nach zu-
fälligem Zusammentreffen im nächstgelege-
nen Berliner VorortSstudienheim vor fünf-
undzwanzig Jahren auch mir persönlich debi-
tiert hat. Ich habe sie fast ungern einem
„ruffophilen" oberschwäbischen Pfarrer, ge-
rührt von dessen Eifer und Mitleid für die
pastorell vernachlässigten russischen Gefange-
nen in seiner Gemeinde, überlassen. Merni-
1,1886 iuvat!

Die heilige Taufe. Taufe eines Kindes nach
dem römischen Rituale. Kl. l 2°. 24 S.
1927. Herder, Frciburg. Kart. 0.50M-

Das erste Heft der von der Abtei Maria-
Laach herauSgegebencn Liturgischen Volks-
büchlein in verbesserter Auflage kann als
gediegenes Taufbüchlein zur Belehrung für
jung und alt gute Dienste leisten.

Reinert, W., Wilhelm Steinhaufen, der
Künstler und Freund. 8", 200 S.
1926. Stuttgart, Ouellverlag. Leincn-
band 5 M.

Der Schweizer Pfarrer Wilhelm Reiner
bat im Auftrag des Quellverlags der Ev.
Gesellschaft eine Biographie des Malers
Steinhaufen herausgegeben, die auf intimer
persönlicher Bekanntschaft mit dem gottbe-
gnadeten, auf dem festen Boden dcö Evan-
geliums lebenden und schaffenden Künstler
beruht und auf jeder Seite Zeugnis ablegt
von der engen freundschaftlichen wie reli-
giösen Verbundenheit beider spmpathischer
Persönlichkeiten. Ein farbiges Kunstblatt
und 53 Abbildungen schmücken das empfeh-
lenswerte Künftlerleben. Auch wer nicht jede
in Wort und Bild gebotene Form der Aus-
prägung biblischer Religiosität von Autor
und Maler sich zu eigen machen kann, wird
reichen Gewinn aus solchen „Künstlers
Erdenwallen" ziehen. Vielleicht kann eine
gewisse Einschränkung des öfters auf-
dringlichen Predigertons der wohlverdiente»
Verbreitung des schönen Büchleins in den
weitesten Kreisen des deutschen Sprach-
gebiets auch außerhalb der Reichsgrenzen

dienlich sei». Verfasser und Verleger ver-
dienen für die vom Geiste Hans Thomas
erfüllte Gabe warmen Dank.

Griewank, K., Staat und Wissenschaft tut
Deutschen Reich. 8°, 133 S., 1927.
Herder, Freiburg.

In der vom Münsterer Univcrsitäts-
professor und Rcichstagsabgeordneten Dr.
Georg Schreiber im Verein mit ersten
Fachmännern herausgegebenen Serie von
„Schriften zur deutschen Politik", die alle
Fragen des öffentlichen Lebens und die ge-
schichtlichen Grundlagen der Politik von
höherer weltanschaulicher Warte aus zu be-
handeln unternimmt, ist das 17./18. Heft
einem der brennendsten Probleme der moder-
nen Kulturpolitik gewidmet, der Pflege der
Wissenschaft und Kunst. Aus Grund eines
umfangreichen, bis jetzt wenig ausgenützte»
statistischen Materials bietet uns der genau
eingeweihte Verfasser einen klaren, prin-
zipiell, rechtlich und geschichtlich orientierten
Überblick über die Aufwendungen des Reichs
und der Gliedstaaten für wissenschaftliche
Zwecke vor und nach dem Weltkrieg. Uns
interessieren hier besonders die ebenfalls
statistisch genau aufgenonuncncn Beiträge
für Museen, Baudenkmäler, weltliche und
kirchliche, und die Institute für Denkmals-
pflege. Für Vortrags- und Diskussions-
redner des Stuttgarter Kurses für Denk-
malspflege im September 1927 hätte Grie-
wanks Buch weitere wertvolle Unterlagen
geboten, die auch heute und künftig wertvoll
bleiben.

Scherer, E. C., Geschichte und Kirchcn-
geschichte an den deutschen Universi-
täten. Gr. 8°, 522 S., 1927. Frei-
burg, Herder. Brosch. 18 M.

Unter Benützung eines ungeheuer um-
fangreichen Quellcnmaterials und mit stau-
nenswerter Kenntnis der fast unüberseh-
baren älteren und neueren Geschichtslitera
tur hat der Bonner Gelehrte, einer An-
regung des UniversitätSprofessorS Prälat
Albert Ehrhard folgend, den Entwicklungs-
gang historischer Forschung an den katho-
lischen und protestantischen Universitäten
Deutschlands und Österreichs seit den Zeiten
des Humanismus verfolgt und damit eine
offenkundige Lücke in der Geschichtschreibung
unserer Hochschulen auszufüllen unternom-
men. Literaturübersicht, Hauptdarstellnng

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