Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 43.1928

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ARCHIV


FÜR CHRISTLICHE KUNST

Organ des Rottenburger Diözefan-KunftvereinS

Redigiert von P ro fe f f o r D r. A. N ä ge l e, Schwäb. Gmünd, V o g c l h o f 3.

Eigentum des Rottenbucger Diözesan-Kunst-
vereins e. V. / Kommissions-Verlag der
Schwabenverlag Aktiengesellschaft Stuttgart.

Erscheint vierteljährlich. / Bezugspreis jähr-
lich Mk. 7.50. / Bestellungen nehme» sämtl.
Buch Handlungen sowie auch derVerlag entgegen.

XLIII _2. Heft _ 1928

Botlmeils Archen

im Lichte Der mittelalterlichen Baukunst Schwadens.

Von Prof. Di-. Rohr, Tübingen').

Mit Freuden bin ich der Losung des Rottenburger DiözesanvereinS für
christliche Kunst: „Nach Rottweil", gefolgt. Es stieg die Erinnerung an sieben
sonnige Iugendjabre wieder in mir auf, die ich «m Rottweiler Gymnasium
verbracht. Es traten vor meine Seele die geistigen Anregungen desselben, die
in ihrem Gehalt hinter denen der Hochschule nicht zurückstehen und insbeson-
dere in den kritischen Jahren des Weltkrieges, des Zusammenbruchs und der
Inflation ihre Tragfähigkeit von neuem bewährten. Es erstanden vor meinem
Gedächtnis wieder die verehrten Lehrer, denen ich sie verdanke. Insbesondere
durchlebte ich von neuem den kunstgeschichtlichen Anschauungsunterricht, den
Rottweil in einem Umfang bietet, wie ihn von allen heimischen Städten höch-
stens noch Gmünd zu geben vermag: in Altstadt eine romanische Basilika, zu
Rottweil im Kayellenturm und der Heiligkreuzkirche Perlen des gotischen, in
der Ruhe Christi und in Rottenmünster tüchtige Paradigmen des Barock-, in
der Kapellenkirche ein Beispiel des Rokokostils. Ich erinnerte mich auch wieder
der ehrwürdigen Gestalt des Kirchenrats Dr. Johann Georg Martin von
Dursch, der, bislang Orientalist, Homiletiker und Pädagoge, durch den An-
blick und das Studium der Rottweiler Kunstdenkmäler zum Ästhetiker und

i) Obgleich obiger Vortrag (beim Rottwcilcr Denkmalpflegctag) sich naturgemäß mit dem früheren
über das Gmünder Münster in manche» Punkten berührt, veröffentliche ich ihn doch, in der Hoffnung, er
möchte dem einen und andern und namentlich der Heranwachsende» Jugend der Rottweiler Lehranstalten
ein Führer sein.

Vorbemerkung der Redaktion. Scho» bald nach der eindrucksvollen Bezirkstagung des Knnstvcreins
der Diözese Rottenburg, die in Rottwcil am 14. September 1927 abgchalte» wurde, tauchte der Vor-
schlag auf, die dort gehaltenen Vorträge zu einem Rottwcilcr Spezialheft zu vereinigen und so einmal
einer Gesamtnummer einheitlichen Heimatcharakter aufzuprägen. Indes drohte der schöne Gedanke, den die
Münchener „Christliche Kunst" in der letzten Zeit mehrfach verwirklicht, unser „Diözesanarchiv" meines
Wisicns zum erstenmal in die Tat umfetzcn wollte, an mehr als einem Hindernis zu scheitern. Der eine
Redner wurde leider durch einen »»erwarteten Tod am Ende desselben Iakres feiner Familie und' unserem
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