Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 43.1928

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gewählten Bilder durchaus gerecht. Die
neben vielen anderen schwäbischen Meister-
werken ausgewählten 12 Bildwerke aus der
Lorenzkapelle in Rottwcil sind gleichzeitig
in einem eigenen Heft mit besonderem Terl
(3 Mark) erschienen oder in Leinwandband
(4,50 Mark) zu beziehe». Näheres darüber
im zweiten Hauptartikel dieses Quartalhef-
tes. Auch die früheren zwei Jahrgänge des
kirchlichen Kunstkalenders von seltener
Schönheit können als Kalender oder in
losen Blättern mit Albumband zum Ein-
stecken vom Verlag bezogen werden (je 3.60
Mark). Das in jeder Hinsicht empfehlens-
werte Unternehmen verdient von Jahr zu
Jahr wachsende Bestcllcrzahl in Familie
und Schule, Pfarrhaus und Kloster.

Altfränkische Bilder 1928. Tcrt von Th.
Heiner. 16 S. Schmalfolio. Würz-
burg, H. Stürtz. 2 Mark.

Kreuzkalender 1928. Hersg. Fritz Rin-
bold. Dresden. MifsionSvcrlag. 2.75
Mark.

Wie der erste mehr religiös-kirchlicher
Kunst gewidmete Hänge- und Abreißkalen-
der erst im April zur Besprechung ver-
sandt wurde, so konnten die zwei folgenden,
der alterprobte fränkische Kunstkalender
(34. Jahrgang, 1928) und der im zwei-
ten Jahrgang erscheinende, moderner christ-
licher Kunst und täglicher Bibellesung ge-
widmete Kreuzkalender der inneren Mission
in Sachsen, wegen halbjähriger Abwescn-
heit des Herausgebers im Orient, leider erst
Ende April der Redaktion eingehändigt
werden. Um so wärmer sei für jetzige und
künftige Besteller der illustrierte kunst-
historische Prachtkalender mit seinen male-
rischen Ansichten fränkischer Städte und
Kunftdenkmäler und dem von Univcrsitäts-
profeffor Geh. Rat Dr. Th. Hcnner ver-
faßten wertvollen Abhandlungen empfohlen,
zumal da der neue Jahrgang mit seinem
kunstvollen, stets wechselnden Gewand neben
Würzburg, Waitzenbach, Schönborn u. a.
auch Hellbronn und Kloster Schöntal in
Wort und Bild trefflich schildert.

Der vom Landesverein für innere Mis-
sion in Sachsen herausgegebene Hängc-
und Abreißkalender in Öktavformat will
gegenüber den Veröffentlichungen aus dem
Kunstschatz der Vergangenheit die christliche
Botschaft im Spiegel „junger Kunst", in

der Gestaltung der Künstler unserer Zeit
auszeigen. Einzelne von tiefem Erleben
zeugende Blätter (in Schwarzweiß) sprechen
die dem heutigen Geschlecht verständliche
Sprache. Bilder wie Rudolf Kochs und
Karl Bauers Porträtköpfe oder Hans Tho-
mas Madonna werden manche mehr an-
sprechen als andere, allzu apokalpptisch-
schaurigcn Expressionismen in Holz- oder
Linoleumschnitt. Jedenfalls erhalten wir
eine aufschlußreiche Übersicht über modernste
religiöse Kunst protestantischer Ausprägung.

Die oben erwähnte Begründung gilt auch
für den im 48. Jahrgang im Verlag der
„Rottcnburgcr Zeitung" erschienenen Al-
m »nach für die kath. Geistlichen der Diö-
zese Rottenburg 1928, der neben dem üb-
lichen Geschichtskalcnder und neben W. Köh-
lers Statistik einen Artikel Or.Willburgers
zum Diözefanjubiläum bringt. (Geb. 1,50
Mark.)

Michaelski E., Balthasar Permoser, 8°,
29 S., 50 Tafeln. 1927, Frankfurt
a. M., Jrisverlag.

Daß in der Reibe von Iris-Kunst-
büchern: Meister der Plastik, neben Nicolo
Pisano, Andreas Schlüter und Giovanni
Lorenzo Bernini der bayerische Bildhauer-
Balthasar Permoser eine eigene monogra-
phische Darstellung erhalten hat, spricht für
die Bedeutung dieses ebenso wenig bisher
bekannten als ebenbürtig neben den größten
Barockkünstlern stehenden Meisters. Er
hat endlich in Dr. Ernst Michalski einen
in der Geschichte des deutschen wie des italie-
nischen Barockzeitalters wohl bewanderten
Darsteller gefunden, wenn ihm auch die
tüchtige archivalische Vorarbeit von Hans
Befchorner, Permoserstudien (Dresden
1913) das biographische und kunsthistori-
sche Quellenmaterial ziemlich lückenlos dar-
bot. Immerhin blieb dem neuen Verfasser
noch manches zu tun übrig, hauptsächlich in
Hinsicht auf die Zuweisung oder Abspre-
chung von nicht wenigen Skulpturen in
Sachsen, wo der Name „Permoser" lange
Zeit ein Sammelbecken für alle den Durch-
schnitt überragende „Plastik der Barockzeit"
bildete. Fast noch größer als der Einfluß
eines Bernini oder Aleffandro Vittorin auf
den in Deutschland, Österreich, Italien be-
schäftigten, aus dem Salzburg-Traunstcin-
Winkel gebürtigen Bildhauer war die Ein-

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