Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 43.1928

Seite: 92
DOI Heft: 10.11588/diglit.15946.17
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15946.21
DOI Seite: 10.11588/diglit.15946#0096
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/afck1928/0096
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
große Eindruck des italienischen Vorbildes in seinen Stichen aus. Und hier
nun keineswegs immer günstig, denn Dürer ist in den meisten Fällen nicht im-
stande, das fremde Formengut wirklich zu verarbeiten und in seinem Schaffen
aufgehen zu lasten. Der Sebastian an der Säule (B. 56), der unter dem
Eindruck eines Gemäldes von Cima da Conegliano (Venedig, Akademie) ent-
stand, hat noch einheitliches Leben, dagegen sieht man dem „Meerwunder"

Dürer, Auferstehung Lhri'sti.

Holzschnitt aus -er Meinen Passion ca. 1508, (23. 45.)

(25. 71), dem sog. „großen Herkules" (B. 73), einem Stich, besten Figuren
aus drei italienischen Quellen (unbekannter oberitalienischer Meister, Polla-
suolo und Mantegna) zusammengeholt sind, den „vier Hexen" (B. 75) und
auch dem „Traum des Doktors" (B. 76) mit der schön bewegten, wohl
irgendeiner italienischen Schöpfung entnommenen Versucherin bald genug
an, daß Dürer hier nach mühsamer klärender Vorarbeit mühsam zusammen-
setzt und nicht dem Strome großer schöpferischer Aufwallung frei sich hingibt

92
loading ...