Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 43.1928

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Iflotijen.

Das Germanische Museum in Nürnberg
hat im vorigen Jahr die Feier seines
75jährigen Bestehens gefeiert. Im Auf-
trag der Direktion verfaßte Professor Or.
F. T. Schulz, Hauptkonservator, eine treff-
lich illustrierte Festschrift, die über die letz-
ten 25 Jahre 1902 bis 1927 berichtet, be-
sonders den großen Erweiterungsbau, nach
dem bedeutenden Münchener Architekten
Bestclmcverbau genannt, 1916 bis 1921,
die dadurch endlich ermöglichte Umgruppie-
rung der ganzen einzigartigen, stets unter
Raumnot leidenden Sammlung und be-
sonders die kostbaren Neuerwerbungen be-
schreibt. Unter letzteren interessieren unseren
Leserkreis besonders das wundervolle Tafcl-
gemälde „Verkündigung Mariä" von Kon-
rad Witz aus Rottweil, und drei Bilder
von Hans Baldung-Grien aus Schwäb.
Gmünd, und neben diesen Kleinodien der
Malerei eine schwäbische Skulptur Apostel
Johannes vom Ende des 15. Jahrhunderts.

Neuen Tauschverkehr haben mit
Redaktion und Vcrlaq des A. f. ch. K. ein-
gegangen : 1. die Allgemeine Ver -
e i n i q u n g für christliche K n n st
i n M ü n ch e n (Renatastraße 6), die
unter dem Titel: „Die Kunst dem Volke"
längst eingeführte, trefflich illustrierte Hefte
bei billigstem Preis liefert, so 1926: der
Stephansdom in Wien von H. Riclst
(107 Abb.s, Romanische Malerei in deut-
schen Landen von 9. Döring (69 Abb.),
der romanische Baustil von 9. Döring
(160 Abb.), ferner 2. als Zeichen nationaler
wie religiöser Kulturverbundenheit beson-
ders erfreulich die Gesellschaft für
e l s ä s s i s ch e K i r ch e n g e s ch i ch t e in
Straßburg, deren 9rgan: Archiv für
e l s ä s s i s ch e K i r ch e n g c s ch i ch t e
(Red. I. Brauner i» Straßburg) im
2. Jahrgang 1927 bei Herder in Frei-
burg erschiene», 448 S. in Ler. 8" (8.50
Mark/ ein stattlicher Band mit einem
altdeutsche Länder und Diözesen fast be-
schämenden Reichtum an gediegenen Abhand-
lungen, neben geschichtlichen und literar-
historischen zwei reichillustrierte Legenden-
untersuchungen (hl. Attala und Jmma),
zwei liturgiegeschichtliche über Marienfeste
und Bruderschaften in Stadt und Diärese
Straßburg, und eine ästhetisch-kritische

Analyse der Dormitio Mariä, des Tym-
panonreliefs am SüdtranSsept deS Straß-
burger Münsters (S. 567 bis 454,
40 Abb.). F. Stöhr führt den im 1. Jahr-
gang begonnenen Nachweis der Urheber-
schaft des Meisters des Engelpfeilers für
die viel bewunderte Dormitio-Gruppe hier
fort und wird im 5. Jahrgang 1928 ihre
Beziehungen zu der noch bekannteren Ekkle-
sia- und Synagogengruppe behandeln. 5.Ein
weiteres Band mit dem stamm- und reli-
gionsverwandten Auslanddeutschtum knüpft
die Zeitschrift „S ch l e r n", deren 8. Jahr-
gang 1927 („anno VI" — faschistischer
Ära!) wie immer reichhaltige Beiträge zur
Geschichte. Literatur und Kunst des ehe-
maligen Südtirol bringt (Verlag Vogel-
weiderBozen (Bolzano). 12 Hefte st 5 Lire
— 60 Pfg.), u. a. Dürers Landschaften a>u
Inn und Eisack von Atzwanger: bauliche
Veränderungen an der Bozener Pfarrkirche
bis 1500 von Chriftanell, das Wandge-
mälde der Meraner Pfarrkirchturmhalle von
Jnama, das Künstlerstädtchen am Eisack
(Klausen, Cbiusa) von Perlunger und Pern-
thaler.

4. Wissenschaftlicheren Charakter trägt die
neue Publikation aus dem Schoß des Bo-
zcner Museums: Bo-euer Jahr-
b u ch für Geschichte, Kultur und Kunst
1927 (Verlag Vogelweider (früher mit
dem jetzt verbotenen Firmanamen Tyrolia),
Bolzano. F. Hüter behandelt die Ge-
schichte der Bozener Mä-kte in einer ihrer
bedeutsamsten Epochen (17. Jahrhundert),
K. Ma»r archäologisch-epigraphische Noti-
zen. Der nächste Jahrgang, den cs hoffent-
lich erleben darf, wird mehr Kunftgeschicht-
licheS aus dem kunstreichen Südtirol
bringen.

Aus dem neuen Halbjahrgang der unter
Lills Hauptschriftleitung immer gründlicher
und glänzender ausgeftatteten Monats-
schrift die Christliche Kunst (Mün-
chen, Gesellschaft f. chr. Kunst, 1927/28,
14 Mk.) seien besonders hervorgehoben die
Artikel Bombes zum 100. Geburtstag
A'nold BöcklinS (H. 1), Jostens über das
mittelalterliche Weihnachtsbild (H. 5), Pa-
zaureks Leitsätze für die Stilbildung (H. 5),
ferner die fast ausschließlich unter einheitliche
Gesichtspunkte gestellten Hefte über Krip-

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